U19 21.12.2021 — 13:00 Uhr

U19: Zur Einheit gewachsen

Kritik verstanden, verarbeitet und umgesetzt: U19-Cheftrainer Benjamin Hoffmann zieht Zwischenbilanz und blickt zurück auf eine bemerkenswerte Entwicklung im ersten Halbjahr

Zwölf Partien haben die U19-Junioren des 1. FSV Mainz 05 in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest bislang hinter sich gebracht und dabei bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Nach holprigem Saisonstart wuchs die Mannschaft von Benjamin Hoffmann, Christof Babatz und Stanko Sremac immer mehr zu einer Einheit zusammen, arbeitete am eigenen Defensivverhalten und wusste sich in der Folge auch punktetechnisch zu belohnen. "Das ist mitunter der größte Schritt, den wir in dieser Saison gegangen sind. Dafür muss man den Jungs auch ein Lob aussprechen, weil jeder, der auf diesem Niveau spielt, weiß, dass es da um Nuancen geht", so U19-Chefcoach Hoffmann. "Deswegen gehen wir zum Ende der Hinrunde definitiv mit einem positiven Gefühl raus, weil wir gemerkt haben, dass die Jungs ein Entwicklungspotenzial gezeigt haben."

Nach einer gelungenen Vorbereitung samt sechstägigem Sommertrainingslager im österreichischen Obsteig starteten die U19-Junioren frisch zusammengestellt - zahlreiche U17-Spieler und zwei externe Neuzugänge waren im Sommer zum Team gestoßen - hochmotiviert in die Mitte August beginnende Spielzeit – und erlebten schnell die ersten Dämpfer. Im ersten Saisonspiel unterlag man dem Karlsruher SC mit 1:2, der starken Reaktion beim FC Astoria Walldorf folgte das Aus im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg. "Wir sind mit großen Problemen gestartet. Die Mannschaft hatte sich sehr viel vorgenommen und ist von dem Spielverlauf gegen den KSC und später dann auch gegen Nürnberg so ein wenig überrascht worden. Ich glaube, dass diese zwei Spiele uns einen Dämpfer gegeben haben, weil wir gegen beide Mannschaften in der ersten Halbzeit tollen Fußball gespielt haben und höher hätten in Führung gehen können, uns in diesen Phasen aber nicht belohnt haben", blickt Hoffmann zurück auf einen holprigen Saisonstart, den die 05ER in der Folge erst einmal verarbeiten mussten. 

Die Tabelle der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest zur Winterpause

Teamevent, neue Reize, neue Werte

"Wenn man dann solche Spiele nicht gewinnt, nagt das erst einmal am Selbstvertrauen – das hat man gerade in der ersten Saisonhälfte der Hinrunde auch gemerkt", so der U19-Cheftrainer, dessen Team hart arbeiten musste, bevor es das eigene spielerische Potenzial abrufen konnte. "Es war schon so ein bisschen in den Köpfen der Jungs, dass sie sowieso alles spielerisch lösen können. Deswegen waren sie überrascht als sie gemerkt haben, dass sie es nicht geschafft haben, diesen spielerischen Vorteil in Ergebnisse umzumünzen. Das macht mit einem etwas und wir haben lange gebraucht, das aufzuarbeiten, von Spiel zu Spiel zu denken und nicht nur das große Ergebnis zu sehen. Das ist uns in der zweiten Hälfte der Hinrunde dann geglückt."

Man hat dann gemerkt, dass die Jungs jetzt die Kritik, die wir vorher geäußert haben, verstanden und verinnerlicht und an sich gearbeitet haben

Nach dem Pokal-Aus nutzten die Mainzer – Mannschaft und Trainerteam – die Länderspielpause zur mentalen Aufarbeitung und arbeiteten darüber hinaus an der eigenen defensiven Stabilität. "Wir sind alle nochmal in uns gegangen, haben ein Teamevent veranstaltet, haben uns hinterfragt, Dinge angesprochen, neue Reize gesetzt, uns neue Werte auferlegt. Man hat dann gemerkt, dass die Jungs jetzt die Kritik, die wir vorher geäußert haben, verstanden und verinnerlicht und an sich gearbeitet haben", erzählt Hoffmann, dessen Team im darauffolgenden Heimspiel gegen den 1. FC Ingolstadt und beim 7:1-Derbysieg gegen den 1. FC Kaiserslautern ein anderes Gesicht zeigte, bei der SpVgg Unterhaching und den Stuttgarter Kickers allerdings auch vermeidbare Niederlagen kassierte.

Ausgelassener Jubel bei den U19-Junioren nach dem 7:1-Derbyerfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Zwei Monate ohne Niederlage & Last-Minute-Sieg

In der Folge aber spiegelte sich die fußballerische und mannschaftliche Entwicklung endlich auch in den Ergebnissen wider, die 05ER blieben zwei Monate ohne einzige Pflichtspielniederlage. Dem torlosen Remis gegen den SV Darmstadt 98 folgten überzeugende Liga-Erfolge gegen Heidenheim, die Kickers Offenbach, Freiburg und Ulm, dazu setzten sich die Mainzer im Verbandspokal souverän gegen Guntersblum und Pirmasens durch. 

Das war für die Jungs mental ein absoluter Gewinn

Vor allem der Last-Minute-Sieg gegen den SSV Ulm, bei dem sich die 05ER nach zwischenzeitlichem Rückstand mit einem spektakulären Finish doch noch belohnten, ist Hoffmann dabei in besonderer Erinnerung geblieben und stand sinnbildlich für die Entwicklung, die sein Team hingelegt hat. "Das war für die Jungs mental ein absoluter Gewinn, weil wir solche Spiele vorher verloren hatten und wir es gegen Ulm endlich mal drehen konnten, uns für unseren Aufwand belohnen konnten. Da merkt man dann, wie bedeutend sich so ein Sieg anfühlen kann. Es war sicherlich nicht unser größtes Spiel – wir sind damit auch kritisch umgegangen – aber wir haben trotz Rückstands immer daran geglaubt, das Ding zu drehen. Das ist im Grunde die größte Entwicklung, die die Mannschaft genommen hat. Deswegen gehen wir zum Ende der Hinrunde definitiv mit einem positiven Gefühl raus", betont der U19-Cheftrainer. 

Nach dem Last-Minute-Treffer gegen Ulm durch den eingewechselten Stjepan Pavisic (v.) brachen alle Dämme. "Man hat gesehen, dass wir eine Mannschaft geworden sind", sagte Cheftrainer Hoffmann nach der Partie.

Auch aus Niederlagen Positives ziehen

Zwar folgte zum Jahresabschluss eine herb anmutende 2:7-Auswärtsniederlage beim FC Bayern München – allzu hoch wolle Hoffmann die Partie, auch aufgrund des aus Mainzer Sicht unglücklichen Spielverlaufs, aber nicht hängen. "Das muss man einordnen können und die Jungs dann auch die richtigen Schlüsse ziehen lassen. Sie haben aber bislang bewiesen, dass sie sehr selbstkritisch sein können. Man darf nicht vergessen: Es geht um die Entwicklung der nächsten Spieler, es geht darum, Profis auszubilden. Sicherlich möchte man nicht so hoch verlieren, aber wenn die Jungs daraus das Richtige lernen, ist es ok." Vor allem im Hinblick auf die mentale und charakterliche Ausbildung der Spieler könne man aus solchen Pleiten durchaus auch Positives ziehen, wie der U19-Chefcoach unterstreicht. "Wenn man nur gewinnt und keine Niederlagen erfährt, kann man einen Sieg vielleicht auch nicht mehr wertschätzen."

Die richtigen Knallerspiele kommen ja noch

Nach den Feiertagen und Silvester geht es für die 05ER Anfang des Jahres wieder auf den Platz, wo zunächst Leistungstests und anschließend einige Freundschaftsspiele anstehen. Am 5. Februar steht schließlich das Liga-Spiel gegen den FC Augsburg auf dem Plan – die erste von zahlreichen Herausforderungen im kommenden Jahr. "Die richtigen Knallerspiele kommen ja noch – da können die Jungs nochmal beweisen, dass sie eine Entwicklung genommen haben. Es wird noch eine harte Rückrunde mit Höhen und Tiefen. Aber wir können in diesen Spielen auch nochmal unseren Anspruch untermauern, nochmal zeigen, was wir aus der Hinrunde gelernt haben", blickt Hoffmann voraus. Jetzt geht es aber erst einmal in die wohlverdiente Winterpause. 

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