Profis 23.04.2026 - 18:00 Uhr
Caci: "Habe viel über mich und meinen Körper gelernt"
Der 28-jährige Abwehrspieler spricht unter anderem über seine Rückkehr auf den Platz, seine lange Verletzungspause, das bittere Aus in der Conference League & das Heimspiel gegen Bayern München

Das lange Warten hat ein Ende: Nach rund siebenmonatiger Verletzungspause ist Anthony Caci zurück und steht wieder für die 05-Profis auf dem Rasen. Auf einen ersten Kurzeinsatz gegen den SC Freiburg folgte nur wenige Tage später eine ganz besonderes Partie für den Franzosen: Im Viertelfinal-Rückspiel der Conference League bei Racing Straßburg wurde der Abwehrspieler in der 72. Spielminute eingewechselt und traf dort auf seinen ehemaligen Verein, bei dem er zwischen 2016 und 2022 unter Vertrag stand. Kein ganz gewöhnlicher Abend für den 28-Jährigen also – auch deshalb, weil die 05-Profis an jenem Abend aufgrund einer bitteren 0:4-Niederlage aus dem Wettbewerb ausschieden: "Natürlich war es ein komisches Gefühl. Es war schön, gegen meinen ehemaligen Verein auf dem Platz zu stehen, gleichzeitig war ich aber auch etwas nervös, weil ich es mit Mainz 05 unbedingt ins Halbfinale schaffen wollte. Insgesamt war es ein sehr spezieller Abend für mich", so Caci, der seit den Qualifikationsspielen gegen und in Trondheim keine Partie auf der internationalen Bühne bestritten hatte.
"Viele Fans haben gefragt, wann ich zurückkomme"
Als Stammspieler in der vergangenen Saison hatte der gebürtige Franzose großen Anteil an der Qualifikation fürs internationale Geschäft – umso schmerzhafter sei es daher gewesen, monatelang nur zuschauen zu können: "Es war sehr, sehr schwierig für mich, dass ich den Jungs in dieser Zeit nicht helfen konnte. Ich habe während unserer Spiele oft auf der Tribüne gesessen und viele Fans haben gefragt, wann ich zurückkomme. Das war oft nicht leicht zu erklären, weil ich selbst so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen wollte, aber mein Körper mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Prognosen zu treffen war schwierig, zudem erwiesen sie sich oft als falsch", so der Defensivakteur, der sich mit Blick in die Zukunft aber auch zuversichtlich zeigt: "Das liegt nun hinter mir und jetzt schaue ich nach vorne."
Seit seiner beim 4:1 in Augsburg erlittenen Verletzung hatte Caci mehrere Rückschläge verdauen müssen: "Ich habe ungefähr drei Monate lang in der Reha an meiner Rückkehr gearbeitet – das war zunächst okay, aber die Komplexität der Verletzung hat dazu geführt, dass doch nochmal andere Maßnahmen ergriffen werden mussten. Das Ziel, noch vor Weihnachten zurückzukehren, geriet schnell in weite Ferne. Vielmehr hat sich der ganze Prozess erneut um drei Monate verlängert – das war schwierig zu akzeptieren und ich habe mich oft gefragt, warum mir das passiert ist, aber keine Antwort gefunden. Trotzdem habe ich in dieser Zeit viel über mich und meinen Körper gelernt", äußert sich der 28-Jährige zu seiner Zwangspause.
"Plan A und Plan B" mit Urs Fischer
Während der Defensivspieler an seinem Comeback arbeitete, hat sich im Verein viel getan: So folgte etwa Urs Fischer im Dezember vergangenen Jahres auf Bo Henriksen als neuer Cheftrainer der 05-Profis. Caci trainiert im Vergleich mit seinen Mitspielern noch nicht allzu lange unter Fischer, kann aber dennoch Unterschiede zwischen dem Schweizer und seinem Vorgänger benennen: "Es ist auf jeden Fall anders. Urs hat eigene taktische Vorgaben, die er uns mit auf den Weg gibt und er ist ein bisschen ruhiger als Bo. Wir entwickeln mit ihm zusammen immer einen Plan A und Plan B für unsere Spiele und seit er nach Mainz gekommen ist, hat er es sehr gut gemacht. Ich fühle mich total wohl mit Urs als Trainer", so der Abwehrspieler über den Schweizer als Persönlichkeit und Übungsleiter.
Am vergangenen Sonntag schenkte dieser Caci das Vertrauen, erstmals nach seinem Comeback Teil der Startelf zu sein – der gebürtige Franzose stand dabei länger auf dem Platz als gedacht: "Ich war überrascht, weil ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass ich nur eine Halbzeit spielen kann. Am Ende waren es 75 Minuten", so der 05-Profi über seinen Einsatz beim Remis in Gladbach. "Nach sieben Monaten Pause ist es nicht so einfach, sich wieder komplett zu fokussieren und ich habe vorher nicht so viele Trainingseinheiten unter Urs absolviert. Am Spieltag ist das aber ganz egal und man muss bereit sein – bei mir hat es in Mönchengladbach gut funktioniert und jetzt muss ich daran anknüpfen.“
"Brauchen Punkte, um uns mehr Sicherheit zu verschaffen"
Mit dem nächsten Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr, live bei DAZN, Sky & 05ER.fm) steht dem FSV ein echter Härtetest bevor: Der FC Bayern München, welcher sich jüngst vorzeitig zum Deutschen Meister gekrönt hat, kommt in die MEWA ARENA. Caci zeigt sich mit Blick auf das Duell zuversichtlich: "Wir müssen viel investieren – dann haben wir eine gute Chance, gegen die Bayern zu punkten. Jeder Zweikampf wird wichtig sein und es wird darauf ankommen, dass wir zeigen, was wir können." Die Vorfreude auf das nächste Heimspiel sei riesig: "Wir haben total Bock auf die Partie und spielen zuhause – für den Klassenerhalt brauchen wir Punkte, um uns mehr Sicherheit zu verschaffen. Natürlich hat Bayern München eine sehr gute Mannschaft, aber das spielt für uns keine Rolle. Wir werden Vollgas geben und dann schauen, was passiert."


