U19 22.05.2026 - 11:30 Uhr
Am Limit performt und Widerständen getrotzt
Rückblick auf eine in jeglicher Hinsicht erfolgreiche Saison 2025/26 der Mainzer U19

"Ich empfinde es als eine erfolgreiche Saison - ganz egal, welches Ergebnis am Ende für uns herauskommt" - das waren die Worte von U19-Cheftrainer Jan Kirchhoff vor dem Halbfinale in der DFB-Nachwuchsliga bei der TSG Hoffenheim. Für den Übungsleiter der zweithöchsten Mainzer Ausbildungsmannschaft bemisst sich der Erfolg einer Spielzeit nicht nur an Ergebnissen, sondern auch an der Entwicklung seines Teams über die Saison hinweg - und die stellt den 35-Jährigen äußerst zufrieden. "Die Spieler stehen auf dem Platz und müssen die Verantwortung dafür übernehmen. Das haben die Jungs getan, sie haben im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen getroffen und sich darum gekümmert, eine Kultur zu prägen. Da ging es ganz wenig um Resultate, sondern mehr darum, wie wir miteinander umgehen wollen, dass uns Training Spaß machen soll und dass wir spielen wollen, um zu gewinnen." Am Ende der Saison 2025/26 gehört die Mainzer U19 zu den vier besten Teams ihrer Altersklasse - ein Resultat, auf das man sehr stolz sein kann.
Die Vorrunde - erste Prüfungen und mentale Stärke

Mika Preßler (re.) war mit seinem Tor in der Nachspielzeit der Matchwinner gegen Duisburg.
Die Saison begann mit der Vorrunde in der DFB-Nachwuchsliga und direkt mit einem sehr turbulenten Heimspiel gegen den MSV Duisburg. In ihrem ersten Pflichtspiel als neu formierte U19 gingen die 05ER früh in Führung und kassierten mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit einen herben Nackenschlag. Das letzte Wort war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht gesprochen: Nur zwei Minuten später schlug der FSV zurück und sicherte sich durch einen 2:1-Sieg die ersten drei Punkte. "Die Reaktion der Jungs auf den Ausgleich war natürlich sehr gut. Wir sind drangeblieben haben den Sieg letztendlich erzwungen", äußerte sich Kirchhoff damals nach dem Abpfiff zum gelungenen Saisonauftakt.
Im weiteren Verlauf der Vorrunde ließen die Rheinhessen nur wenige Punkte liegen: Beim 1. FC Köln, dessen U19 in dieser Saison als eine der besten in Deutschland gilt, erkämpften die Mainzer sich ein 2:2 und holten in der Schlussphase einen Zwei-Tore-Rückstand auf - Kirchhoff bezeichnete diesen Punktgewinn als absolute "Energieleistung" seines Teams, das mit mentaler Stärke bis zum Schluss drangeblieben ist. Ein kleiner Wermutstropfen: Das frühe Aus im DFB-Pokal der Junioren, in dem die Mainzer in der zweiten Runde an Energie Cottbus scheiterten.
In der Vorrunde der DFB-Nachwuchsliga setzte sich der FSV insgesamt acht Mal durch, teilte sich drei Mal die Punkte mit dem Gegner und musste nur eine Niederlage einstecken - im Rückspiel gegen die Geißböcke gingen die Mainzer leer aus, folgerichtig reihten sich die 05ER am Ende der Vorrunde auf dem zweiten Tabellenplatz hinter den Rheinländern ein und lösten das Ticket für die Liga A, die nach dem Jahreswechsel startete.
Die Hauptrunde - Durchsetzungsvermögen auf höchstem Niveau
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Beim intensiven Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen hatte der FSV das letzte Wort und sicherte sich einen Punkt.
Angekommen in der Liga A wusste Kirchhoff schon vor dem Wiederbeginn des Pflichtspielbetriebs, was seine Mannschaft in den folgenden Wochen und Monaten erwarten würde. "Das zeichnet die Hauptrunde aus: Es gibt diese Duelle, die auch für unsere Entwicklung sehr wichtig sind. Die Vorfreude ist riesig, sich mit den Besten zu messen - klar ist aber auch, dass der Leistungsunterschied zwischen den Teams gefühlt nicht mehr da ist, dass jede Partie ein 50:50-Spiel ist und dass wir vielleicht auch mal auf Gegner treffen, bei denen wir das Gefühl haben, dass wir der Underdog sind." Dass Spiele in dieser Phase der Saison auf Augenhöhe sein werden, allerdings auch immer alles passieren kann, zeigte sich gleich am ersten Spieltag bei der TSG Hoffenheim, auf die der FSV wenig später noch zwei weitere Male treffen sollte: Gegen eines der Top-Teams setzten sich die Mainzer auswärts 3:2 durch. "Das war in punkto Mentalität herausragend, wir haben dagegengehalten und sind als Mannschaft zusammengeblieben", resümierte Kirchhoff stolz nach dem Abpfiff.
Nach diesem gelungenen Start in die Hauptrunde war weiterhin wenig Sand im Getriebe der U19 - auch kleinere Rückschläge wie die Niederlagen gegen Nürnberg im Hin- und Rückspiel oder ein deutliches 0:3 gegen Hoffenheim am Bruchweg brachte die 05ER nicht aus dem Konzept. Auf der anderen Seite standen nämlich starke Auftritte gegen den SC Paderborn und Union Berlin, die den Mainzern mit zwölf Punkten aus vier Spielen viel Selbstvertrauen verschafften. Erneut stand der FSV am Ende auf dem zweiten Tabellenplatz, löste das Ticket zum Achtelfinale und zog damit in die K.o.-Runde ein, die den Endspurt der Saison einläutete.
Die K.o.-Phase - unter den besten vier

Riesiger Jubel nach dem Tor zum 3:0 gegen Augsburg, das den Schlusspunkt im Achtelfinale setzte.
Im Achtelfinale sahen sich die 05ER mit einer neuen Situation konfrontiert: Das erste K.o.-Spiel der Saison stand bevor, bei einer Niederlage käme die Spielzeit der U19 zu einem abrupten Ende. Kirchhoff blickt dem allerdings mit einer gewissen Gelassenheit entgegen: "Wir machen nichts anders als bisher, trainieren genau so weiter und kümmern uns um unsere Inhalte - im Wissen, dass wir alles in uns haben, egal, welche Herausforderung sich uns stellt", äußerte sich der Cheftrainer in der Woche vor dem Spiel gegen den FC Augsburg, der in Mainz gastierte. Der zuvor geschmiedete Plan ging hervorragend auf: Der Mainzer ließen über die gesamte Spieldauer hinweg keinen Zweifel daran, die bessere Mannschaft zu sein - ein 3:0-Sieg besiegelte am Ende den Einzug ins Viertelfinale.
Dieses fand eine Woche später auswärts in Leipzig statt - in der 22. Minute drohte das Momentum allerdings stark auf die Seite der Sachsen zu kippen, da der FSV durch eine Rote Karte früh in Unterzahl geriet. Dennoch erzielten die Mainzer nach dem Seitenwechsel ein sehenswertes Tor zum 1:0 durch Mika Preßler, ehe eine Gelb-Rote Karte gegen Leipzig nach einer guten Stunde wieder für ausgeglichene Verhältnisse sorgte. Die Rheinhessen verteidigten die Führung und zogen ins Halbfinale ein - sehr zur Freude des Cheftrainers: "Es ist echt unglaublich und total schön zu sehen, wie viel Teamgeist und Resilienz in dieser Mannschaft steckt. Dass vier verletzte Spieler privat mit dem Auto nach Leipzig gefahren sind und nach dem Spiel in der Kabine mitgefeiert haben, zeigt, wie gerne die Jungs auch nach einem Jahr voller harter Arbeit Zeit miteinander verbringen."
Den Schlusspunkt der Saison setzte das Halbfinale, welches in Hoffenheim ausgetragen wurde und das nunmehr dritte Aufeinandertreffen der Mainzer mit den Kraichgauern in der abgelaufenen Saison darstellte. Nachdem der FSV zunächst durch einen Handelfmeter in Rückstand geraten war, erzielten die Gäste noch in der ersten Halbzeit den Ausgleich zum 1:1. Nach dem Seitenwechsel gelang den Hausherren allerdings ein weiteres Tor zur 2:1-Führung, welches gleichbedeutend mit dem Endstand und damit dem Aus der Mainzer im Halbfinale war. "Wenn man es als Leistungssportler schafft, gegen ein absolutes Top-Team ein offenes Spiel herzustellen, das beide Mannschaften hätten gewinnen können, dann kann man mit der Leistung zufrieden sein. Darum geht es, eine Ergebnisgarantie hat man nie - Details haben heute entschieden", so Kirchhoff nach dem Abpfiff. Der Cheftrainer blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück: "Am Ende kann ich diesen Spielern zu ihrer Saison nur gratulieren."

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