Vorberichte 23.01.2026 - 15:50 Uhr
"Dann helfen dir Resultate"
Die 05ER hoffen am Samstag gegen den VfL Wolfsburg auf ein weiteres positives Erlebnis vor den eigenen Fans

Die Freude über den ersten Heimsieg nach elf Monaten gegen Heidenheim hielt nur eine halbe Woche und eine weitere Halbzeit beim 1. FSV Mainz 05. Denn beim 1. FC Köln kassierten die 05ER am vergangenen Wochenende nach einem starken Auftritt in den ersten 45 Minuten und einer ebenso schwachen zweiten Hälfte die nächste Niederlage in dieser Saison. Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga bleibt auch vor dem 19. Spieltag ein Marathon. "Wenn wir das Rezept hätten, würden wir es anwenden und die Sache wäre geregelt", sagte Urs Fischer am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 24. Januar, 15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN & 05ER.fm), angesprochen auf die Führungen, die der FSV beispielsweise auswärts bei Union oder beim FC noch verspielt hatte. "Es ist leider nicht so einfach. Ich glaube schon, dass es auch mit der Situation zu tun hat, in der wir uns befinden", so der Schweizer weiter. Mit einem weiteren Erfolgserlebnis gegen die Niedersachsen sollen Selbstvertrauen und Selbstverständnis bei den 05-Profis weiter wachsen.
Erinnerungstag im deutschen Fußball
Neben dem sportlichen Teil bildet die Partie, zu der nach jetzigem Stand etwa 28.000 Zuschauer in der MEWA ARENA erwartet werden, ein wichtiges Element der diesjährigen Mainzer Erinnerungswochen. Noch bis 31. Januar finden verschiedene Aktionen, Ausstellungen und Vorträge unter dem Motto "Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt“ statt.
Am 27. Januar jährt sich zum 81. Mal der Tag, an dem die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz aus ihrer Gefangenschaft befreit wurden. Anlässlich des "Erinnerungstages im deutschen Fußball“ wird allen Menschen gedacht, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Alle Vereine unterstützen erneut die Initiative "!NieWieder". "!NieWieder" Auschwitz! Das ist der Auftrag und die dringende Bitte der überlebenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an die nachfolgenden Generationen.
Urs Fischer äußerte sich...
...zum Verlauf der Trainingswoche und zum Personal: "Die Woche ist gut verlaufen. Nelson Weiper, Benedict Hollerbach und Nadiem Amiri sind wieder ins Training eingestiegen und stehen auch zur Verfügung. Arnaud Nordin und Nikolas Veratschnig haben muskuläre Probleme, aber keine strukturelle Verletzung. Das Wochenende kommt etwas zu früh, in der nächsten Woche sollten beide wieder ins Training einsteigen. Robin Zentner, Anthony Caci und Andreas Hanche-Olsen fehlen unverändert."
...zu Stefan Posch: "Die ersten Eindrücke waren gut. Er hatte am Montag noch 45 Minuten in der Serie A für Como gespielt, ist ein Kandidat für den Kader und dementsprechend auch für die Startelf gegen Wolfsburg. Nicht nur ich wollte ihn, sondern wir wollten das machen. Stefan hat Qualität, sehr viele Länderspiele, hat zuvor für Como und Bologna gespielt, wo er Stammspieler war. Er kennt die Bundesliga und weiß, um was es geht. Am wichtigsten war für mich, wie er sich geäußert hat. Er hat Bock darauf. Das ist eine Voraussetzung, die ein Spieler mitbringen muss, wenn es um unsere Situation geht. Ich sehe ihn in der zentralen Verteidigung, aber wenn es mal brennen sollte, ist es gut, dass wir jemanden haben, der weiß, wie man auf der Außenbahn zu spielen hat."
...zur schnellen Integration und den Stärken des Österreichers: "Ich glaube schon, dass die Integration schnell gehen wird. Gerade in Italien legt man sehr viel Wert auf Taktik, da sind die Spieler sehr gut geschult. Das sieht man auch, wenn es um unsere Prinzipien geht. Die kannte er größtenteils, das hilft natürlich. Er traut sich etwas zu im Spiel mit dem Ball, hat eine gute Geschwindigkeit, antizipiert Situationen und ist gerade bei Standards torgefährlich mit seiner Größe. Er scheut den Zweikampf nicht und ich hoffe, wir werden viel Freude an ihm haben."
...zum Kader und möglichen weiteren Neuzugängen: "Wir sind täglich im Austausch mit der sportlichen Leitung. Die drei Verpflichtungen tun uns gut in der Breite und vergrößern den Konkurrenzkampf. Das ist gut so. Ich glaube, es gibt nichts schöneres für einen Trainer, als wenn es ihm schwergemacht wird, wer aufläuft."
...zur Analyse der vergangenen Spiele: "Wenn wir das Rezept hätten, würden wir es anwenden und die Sache wäre geregelt. Es ist leider nicht so einfach. Ich glaube schon, dass es auch mit der Situation zu tun hat, in der wir uns befinden. Das Selbstverständliche ist nicht so ausgeprägt im Moment. Wichtig ist, dass wir versuchen, aktiv zu bleiben und nicht passiv werden. Wir erwähnen das in der Pause. Dann helfen dir Resultate, um es wieder hinzubekommen. Situationen, die man erlebt und die gut ausgehen, nimmt man mit in das nächste Spiel."
...zum Gegner aus Wolfsburg: "Das ist eine Mannschaft mit Qualität. Man sieht auch eine Handschrift des Trainers. Ich denke schon, dass sie Wert auf Ballbesitz legen. Man sieht offensive Abläufe über 90 Minuten. Sie können auch umschalten mit schnellen Spielern wie Wimmer oder Amoura. Da muss man bereit sein und darf ihnen die Räume dafür nicht geben. Sie versuchen sich immer wieder in den Druck zu spielen, gerade in den Halbräumen, machen Tiefenläufe und streuen auch mal einen langen Ball hinter die Kette. Sie sind also flexibel und kreativ."
...zur Leihe von Ben Bobzien: "Ein junger Spieler braucht Minuten. Es sah nicht so aus, dass er die bei uns entsprechend bekommt. Deshalb war es wichtig, eine Entscheidung zu treffen. Die Adresse, die er sich ausgesucht hat, finde ich gut. Ein toller Klub mit einem tollen Stadion, zweite Liga. Damit kann man seinen Rucksack füllen, dort wird auch einiges erwartet. Eine gute Entscheidung."

