Engagement 19.01.2026 - 16:00 Uhr
Mainzer Erinnerungswochen gestartet
Ausstellungen, Vorträge & Gedenkveranstaltung noch bis 31. Januar

Am 27. Januar jährt sich zum 81. Mal der Tag, an dem die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz aus ihrer Gefangenschaft befreit wurden. Anlässlich des "Erinnerungstages im deutschen Fußball“ wird allen Menschen gedacht, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden.
Das Heimspiel der 05ER gegen den VfL Wolfsburg am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) bildet als Erinnerungsspieltag ein wichtiges Element der diesjährigen Mainzer Erinnerungswochen. Vom 18.-31. Januar 2026 finden verschiedene Aktionen, Ausstellungen und Vorträge unter dem Motto "Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt“ statt. In diesem Jahr wird dabei an die lange verleugnete Opfergruppe "Asoziale und Berufsverbrecher“, also Menschen, die aufgrund von Wohnungslosigkeit, keiner festen Arbeit oder unerwünschtem Verhalten nicht in das Weltbild der Nazis passten, gedacht.
Erinnerungstag im deutschen Fußball
In den beiden höchsten deutschen Ligen steht der 19. Spieltag im Zeichen des "Erinnerungstags im deutschen Fußball", wobei alle Vereine erneut die Initiative "!NieWieder" unterstützen. "!NieWieder" Auschwitz! Das ist der Auftrag und die dringende Bitte der überlebenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an die nachfolgenden Generationen. Als Fußball- und Sportgemeinschaft stellen wir uns dieser Verantwortung.
Ausstellungen, Vorträge und Gedenkveranstaltung
Los ging es am Sonntagnachmittag mit der Eröffnung der Ausstellung "Wohnungslose im Nationalsozialismus“ und einem Vortrag im Haus des Erinnerns. Am 20. Januar findet dann an gleicher Stelle um 19 Uhr der Vortrag “Die Nazis nannten sie 'Asoziale' und 'Berufsverbrecher'“ statt. Prof. Frank Nonnenmacher führt in das Thema ein und klärt auf, wer zu dieser umfangreichen Verfolgtengruppe gehörte und warum dieses Thema in der Erinnerungskultur so lange verschwiegen wurde.
In der Podiumsdiskussion "Die Verleugneten – gestern – heute“ wird am 22. Januar ab 19 Uhr im Landesmuseum Mainz über den Begriff "asozial“ diskutiert und die Opfergruppe, die erst seit 2020 anerkannt ist, in die heutige Gesellschaft übertragen.
Am 25. Januar wird es aktiv. Bei einem gemeinsamen Stadtrundgang führt Nils Friedrich durch die Geschichte von Mainz 05 und zeigt, wie eng die Stadt Mainz mit dem Verein vor der NS-Zeit verbunden war. Neben Eugen Salomon werden weitere Wegbereiter des Vereins vorgestellt und besondere Orte besucht. Los geht die knapp zweistündige Tour am Dr.-Gisela-Thews-Platz (Große Langgasse 6), 55116 Mainz.
Am 28. Januar um 18 Uhr dreht sich im Fanhaus Mainz erneut alles um den Fußball. Dr. Pavel Brunssen liest aus seinem Buch vor und beleuchtet in seinem Vortrag die jüdische Identität von vier europäischen Fußballvereinen. Daneben nimmt der Vortrag auch aktuelle Herausforderungen in den Blick und macht auf gegenwärtige Formen von Antisemitismus im Fußball aufmerksam.
Den Abschluss bildet am 31. Januar die Stadionaktion des FC Ente Bagdad. Um 16.30 Uhr spielt der Verein gegen die Deutsche Nationalmannschaft wohnungsloser Menschen, inklusive einer Stadionaktion, in der “Enten-Arena“ in Mainz-Bretzenheim.
Eintritt zu allen Veranstaltungen kostenlos
Die Teilnahme an bzw. der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos (ausgenommen der Erinnerungsspieltag in der MEWA ARENA am 24. Januar). Der Einlass zu den Veranstaltungen findet jeweils 30 Minuten vorher statt. Anmeldungen zu den Aktionen können via Mail vorgenommen werden.