Profis 21.02.2021 — 13:00 Uhr

Intensive Schritte

Die 05-DNA drückt sich auch in Werten aus / Inhaltliche Entwicklung geht weiter

Torschütze Karim Onisiwo und seine Teamkollegen spulten wieder jede Menge Kilometer, Sprints und Tempoläufe ab.

Der Weg ist das Ziel und er ist intensiv: Ein Spruch für das Poesiealbum oder für den "geilsten Abstiegskampf", wie Sportdirektor Martin Schmidt es bei SKY nach dem Auswärtssieg bei Borussia Mönchengladbach und damit dem nächsten wichtigen Schritt der 05ER ausdrückte. Der FSV hat wieder Tuchfühlung zu den Nichtabstiegsrängen aufgenommen. Also, Zeit für ein paar Glücksgefühle, aber nicht, um sich auszuruhen in Euphorie, sondern weiter hart von Spiel zu Spiel zu arbeiten und sich zu verbessern. "Noch ist nichts gewonnen, außer Zuversicht", betonte Christian Heidel, Vorstand Strategie, Sport und Kommunikation nach der Partie, die die Rot-Weißen mit einem klaren Plan, Leidenschaft, Kampf und der manchmal nötigen Portion Glück für sich entschieden hatten.

Borussia Mönchengladbach kann sich am 1. FSV Mainz 05 ein Beispiel nehmen. Oberflächlich betrachtet mag das zunächst seltsam anmuten, wenn man den Tabellensiebzehnten der Bundesliga und den Tabellenachten und Champions-League-Achtelfinalisten vom Niederrhein vergleicht. Doch Marco Rose, Cheftrainer der Borussia, erläuterte auf der Pressekonferenz nach dem Auswärtssieg des FSV (in voller Länge bei 05ER.tv), in welcher Kategorie ihn sein Ex-Klub derzeit beeindruckt: "Wir haben vor dem Spiel analysiert, dass Mainz 05, seitdem Bo Trainer ist, die meisten intensiven Läufe und die zweit- oder drittmeisten Sprints in der Liga hat. Da ist einiges vorangegangen."

Da ist einiges vorangegangen

Auch im Borussia-Park waren die 05ER wieder intensiv unterwegs und belohnten sich schlussendlich sogar, mit dem nötigen Spielglück, für ihren Aufwand. Mit 118,1 Kilometern Gesamtlaufdistanz, 560 intensiven Läufe und 243 Sprints erfüllten die Rheinhessen die im Abstiegskampf nötigen Basistugenden mehr als zufriedenstellend. Beispielhaft dafür steht Karim Onisiwo, dem der 05-Chefcoach schon in den vergangenen Wochen gute Leistungen bescheinigte und der sich nun auch mit einem Tor, dem so wichtigen Führungstreffer in der neunten Minute belohnte. "Wir müssen genau so weitermachen. Man sieht, dass es funktioniert - was wir uns vorgenommen haben und wie wir arbeiten. Wir üben Druck aus, haben es in der eigenen Hand und werden alles dafür tun, dass Mainz 05 in der ersten Liga bleibt", betonte auch Onisiwos Sturmpartner Ádám Szalai, der ebenfalls enorm viel für die Mannschaft arbeitete, dessen Treffer aber die Anerkennung verweigert wurde.

Zeit für Glücksgefühle nach dem Abpfiff

"Inhaltlich müssen wir einiges besser machen"

Fakt ist aber auch, dass die 05ER weiterhin hart um jeden Punkt kämpfen müssen und in ihrer Leistung noch jede Menge Verbesserungspotenzial haben. Svensson legte den Fokus deshalb nach der Partie, bei aller berechtigten Freude über die drei Punkte, weiter auf die inhaltliche Schiene im Hinblick auf das nächste Spiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg in der OPEL ARENA. "Ich finde, dass wir heute keine gute erste Halbzeit gespielt haben und glücklich mit einem Unentschieden in die Pause gegangen sind. Die zweite Hälfte war einen Tick besser, vor allem gegen den Ball. Da haben wir nicht viel zugelassen und waren auch ein paar Mal gefährlich. Am Ende hatten wir auch ein bisschen das Glück auf unserer Seite. Wir freuen uns natürlich sehr über den Sieg. Inhaltlich müssen wir aber einiges besser machen, das steht auch fest."

Gerade für die Partien gegen Gegner auf Augenhöhe wie den FCA, kann ein Sieg gegen eine Spitzenmannschaft viel Selbstvertrauen und Überzeugung geben. "Ich glaube, solche Siege sind in so einer Phase sehr wichtig", sagte Danny Da Costa mit Blick auf den Zusammenhalt und die Einheit, die das Team wieder in jeder Sekunde ausstrahlte. "Ich habe großen Respekt davor, was unsere Stürmer heute geleistet haben, sie haben uns viel abgenommen. Alle haben sich nahtlos eingefügt, niemand ist sich zu schade in der Arbeit gegen den Ball." Einfluss auf das Spiel hatten erneut auch die Einwechselspieler: Kevin Stöger erzielte, wie schon gegen Leverkusen, einen entscheidenden Treffer und auch die anderen "Spieler, die von der Bank gekommen sind, haben das Spiel positiv beeinflusst", sagte Svensson. 

Gewillt, den Weg zu gehen

Am Ende geht es im Fußball aber nicht um einzelne Personen, sondern immer um den Verein und eine Mannschaft, die ein gemeinsames Ziel hat. "Das Allerwichtigste ist, dass die Mannschaft erneut alles reingeworfen hat, was geht - bis in die 93. Minute. Und dann wird man auch mal belohnt, wenn es fußballerisch kein Sahnetag ist. Sie haben alles getan dafür, die Chance am Schluss zu bekommen, und sie genutzt", sagte Heidel. Die Zuversicht für einen historischen Abstiegskampf ist gewachsen, und der FSV zeigt sich gewillt, diesen intensiven Weg zu gehen.

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