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Profis 21.10.2026 - 18:00 Uhr

Die Comeback-Könige von der Weser

Der kommende Gegner im Porträt: Werder will seine Ungeschlagenen-Serie von fünf Spielen ausbauen

Gab beim vergangenen Spiel auf Schalke sein Comeback: Paul Nebel (re.).

Mächtig im Aufschwung befindet sich gerade der SV Werder Bremen. Nach Platz 15 in der abgelaufenen Spielzeit und Abstiegssorgen bis tief in die Rückrunde läuft es diese Saison bedeutend besser für die Werderaner. Nach dem 2:2 gegen Paderborn am vergangenen Wochenende fährt der SVW als Tabellenachter an den Rhein. Dort grüßt der FSV dank des 1:0 auf Schalke derzeit vom fünften Tabellenplatz. Nun richtet sich der Blick auf das Duell am Samstag in der MEWA ARENA (15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN & 05ER.fm), wo sich der Aufwärtstrend für eine der beiden Mannschaften fortsetzen könnte.

Der Trainer

Daniel Thioune übernahm den SVW in einer äußerst prekären Lage: Nach zehn sieglosen Spielen am Stück betrug der Vorsprung auf den Relegationsplatz gerade einmal einen Punkt. Der 52-Jährige beerbte Mitte Februar Horst Steffen und sicherte am 33. Spieltag den Klassenerhalt – kein unbekanntes Szenario für Thioune. Bereits beim VfL Osnabrück und bei Fortuna Düsseldorf übernahm er Mannschaften, die tief im Abstiegskampf verwickelt waren, rettete sie und stabilisierte die Mannschaft in den folgenden Jahren – mit Osnabrück gelang dem 52-Jährigen sogar der Aufstieg in die zweite Liga, mit Fortuna Düsseldorf scheiterte er dramatisch in der Bundesliga-Relegation am VfL Bochum. Einzig beim Hamburger SV lief es nicht ganz rund: Dort wurde er drei Spieltage vor Ende der Spielzeit 2020/21 freigestellt – der HSV belegte damals Tabellenplatz drei. Nun steht Thioune beim anderen großen Verein aus dem Norden am Seitenrand und will mit seiner Mannschaft in der Bundesliga für Furore sorgen.

Der SVW ist die erste Station in der Bundesliga für Daniel Thioune.

Der Kader

Das Experiment auf dem Transfermarkt aus der vergangenen Saison ist beendet. Allein sieben Leihspieler hatte der SVW in der abgelaufenen Spielzeit im Kader – von ihnen wurde lediglich Karl Hein fest verpflichtet. Der 24-Jährige tritt in die Fußstapfen von Mio Backhaus, der für eine zweistellige Millionensumme an den SC Freiburg verkauft wurde. Auf den restlichen Positionen wurde der Kader ebenfalls umgebaut. Moussa Ndiaye, Arthur, Youri Reeger, Eren Dinkci und Niclas Füllkrug wurden ausgeliehen. Zudem wurden Oskar Wojcik, Dariusz Stalmach, Ludovit Reis, Chuki, Darwin Soylu, Kenny Quetant und Cedric Itten neu verpflichtet. Und trotz des ernueten Umbruchs Thioune scheint seine Erfolgself mittlerweile gefunden zu haben.

In den vergangenen fünf Spielen trat der SVW stets in der gleichen Anfangsformation an: In der Innenverteidigung steht geballte Erfahrung mit Amos Pieper und Kapitän Marco Friedl. Die Abwehrreihe wird komplettiert durch die beiden Neuen – Arthur und Deman. Im Mittelfeld sind ebenfalls einige Neuzugänge zu sehen: Reis und Regeer bilden das defensive Zentrum. Davor soll neben "Rückkehrer" Dinkci und Chuki ein altbekannter Name aus den letzten Jahren offensive Akzente setzen – Marco Grüll. Altbekannt dürfte auch der Stürmer sein: Füllkrug, genannt "Lücke", geht nach drei Jahren wieder im grün-weißen Trikot auf Torejagd.

Silvan Widmer's (mi.) Treffer reichte letztendlich nicht zum Sieg beim letzten Aufeinandertreffen in der MEWA ARENA

Der Auftakt

Nach der 1:4-Auftaktniederlage beim SC Freiburg fühlten sich einige Kritiker direkt bestätigt. Doch die Grün-Weißen zeigten in den folgenden Spielen Moral – nicht nur was die Ergebnisse angeht, sondern auch wie diese zustande kamen. Im ersten Heimspiel wurde Leipzig mit 3:1 besiegt, es folgte ein 1:1 in Köln. Und es sollte nicht der einzige Punktgewinn nach Rückstand bleiben: In den folgenden drei Partien holte die Thioune-Elf jeweils eine Hypothek von zwei Toren auf - 3:2 gegen Augsburg, 2:2 in Dortmund und am vergangenen Wochenende ein 2:2 gegen Paderborn. Dieses Kunststück war zuvor noch nie einem Team gelungen - Bundesliga-Rekord. Dabei konnte sich der SVW stets auf Top-Stürmer Füllkrug verlassen: Der 33-Jährige hatte bei jedem Comeback seinen Fuß im Spiel (bzw. Kopf) und steht mit sechs Saisontoren an der Spitze der Torschützenliste.

Brachte mit seinem Treffer den Auswärtssieg unter Dach und Fach: Jae Sung Lee (li.):

Das letzte Mal

Drei wichtige Punkte im Abstiegskampf gab es beim letzten Aufeinandertreffen für den FSV. Dank eines 2:0-Erfolg im Weserstadion entledigten sich die Mainzer im März der größten Abstiegssorgen und drückten gleichzeitig den SVW wieder ein ganzes Stück weiter nach unten. Die Strapazen vom Conference-League-Spiel unter der Woche war den Rheinhessen dabei kaum anzumerken gewesen – denn bereits nach sechs Minuten brachte Paul Nebel die Mannschaft von Urs Fischer in Führung. In der zweiten Hälfte legte Jae-sung Lee kurz nach Wiederanpfiff den zweiten Treffer nach und brachte den FSV endgültig auf die Siegerstraße.