Profis 31.05.2020 — 15:00 Uhr

"Kleinigkeiten, die uns momentan auf die Füße fallen"

05-Trainer fordert mehr Entschlossenheit in allen Bereichen - Fünf Spiele, um über dem Strich zu bleiben

Auch der dritte Auftritt dieser Englischen Woche brachte keine Verbesserung der Situation des 1. FSV Mainz 05 im Abstiegskampf. Im Gegenteil: "Ich bin total angefressen und total enttäuscht", sagte Rouven Schröder nach der 0:1-Niederlage in der OPEL ARENA gegen die TSG Hoffenheim. Nach einem Spiel, das die Mainzer mit größtem Engagement, Einsatz und Überlegenheit bestritten, aber kein Tor schossen. "Wir verlieren, weil wir defensiv ein paar Fehler zu viel gemacht haben und vorne einfach das nötige Glück nicht hatten."

Eigentlich, sagte der 05-Sportvorstand, sei es eine Partie gewesen, in der sich die Mannschaft Selbstbewusstsein habe holen können. Weil Florian Müller in der Anfangsphase den Foulelfmeter gehalten habe, das Team unbeeindruckt drangeblieben sei, sich Dominanz und Chancen herausgearbeitet habe, dazu Robin Quaisons Pfostenschuss. Das nicht gegebene Tor von Taiwo Awoniyi, bei dem zuvor Karim Onisiwo gestoßen worden war und dadurch Torhüter Oliver Baumann umgerannt hatte. Oder die Situation, in der der Schiri nach Meinung aller Mainzer einen "glasklaren Elfmeter" verweigerte, als Baumann grätschte und Awoniyi zu Boden ging.

Erst einmal verarbeiten

"Es ist bitter und enttäuschend, dass wir wieder keine Punkte haben. Wir müssen das auch erst mal verarbeiten", sagte Achim Beierlorzer am Tag danach in einer Skype-Medienrunde. Der 05-Trainer hatte sich zuvor noch einmal die entscheidenden Szenen der Partie angeschaut. Die Haupt-Videoanalyse erfolgt aber erst am Dienstag. "Wir haben die Leidenschaft und die Mentalität gesehen. Am Schluss verlieren wir trotzdem 0:1", sagte er. Das muss erst sacken, bevor es gedanklich an die Partie am Samstag in Frankfurt gehen kann. In der Kürze der Zeit gab es dennoch Aspekte, denen der Trainer nachgehen muss. "Man kann das Ganze schon mit dem Begriff Entschlossenheit thematisieren. Entschlossen die Torchancen verwerten. Da denke ich an zwei, drei Situationen, in denen Flanken durch den Strafraum flattern drei Meter vor dem Tor, an die Riesenchance von Taiwo, der den Ball mehr oder weniger stoppt, statt in die Maschen zu donnern. Wir hatten zwar 17 Torschüsse, aber das hat zu keinem Tor geführt. Das Ganze gilt auch für die Entschlossenheit in der Abwehr, in der Entstehung des Gegentores und beim Elfmeter", erklärte der Coach. "Das alles sind Kleinigkeiten, die uns momentan auf die Füße fallen. Man braucht am Ende auch das Glück. Dass wir den klaren Elfer kriegen oder in solchen Situationen, wie der von Quaison, der Baumann aus kurzer Distanz auf den Bauch schießt."

So bleibt die Lage prekär. Die Mainzer stehen einen Punkt vor Düsseldorf über dem Strich. Sollte Bremen das Nachholspiel gegen die Eintracht gewinnen, wäre man bei einem nur knappen Werder-Sieg punktgleich immer noch hauchdünn vorne. "Also gilt es, in diesen fünf verbleibenden Spielen mehr Punkte zu holen als die direkte Konkurrenz."

Untergangsstimmung nicht hilfreich

Beierlorzer bleibt optimistisch, dass dies gelingen wird. "Gegen Hoffenheim haben wir eine Leistung geboten mit  Engagement, Mentalität und Willen. Das ist schon mal positiv. Mit mir gibt es auch keine andere Herangehensweise, als den Blick immer wieder nach vorne zu richten. Ich sehe keinen anderen Ansatz. Ich könnte alles in Grund und Boden kritisieren und Weltuntergangsstimmung verbreiten, aber wird es dann besser? Meine Meinung: Nein", erklärte der Trainer.

"Aber am Ende brauchen wir Punkte. Wir können nicht damit rechnen, dass alle anderen verlieren, und wir mit 28 Punkten in der Liga bleiben. Es hat auch keinen Sinn, sich mit Dingen zu beschäftigen die man nicht beeinflussen kann. Wir dürfen uns jetzt nicht beirren lassen. Wir werden bei uns bleiben und weiter alles versuchen, um die nötigen Punkte für unser Ziel und Mainz 05 zu holen."

Der Sportvorstand lobte unterdessen den Aufwand und das Engagement, was allerdings der Standard sei, den das Team brauche, um bestehen zu können. "Wir sind noch voll dabei im Abstiegskampf, es ist noch keiner abgestiegen. Jetzt geht es weiter in Frankfurt. So viele werden dort mit uns nicht rechnen, von daher ist es eine Chance", ist Schröder überzeugt.

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