Fußball Frauen 15.05.2026 - 20:50 Uhr
05-Frauen wollen famose Saison mit dem Aufstieg krönen
Cheftrainer Yamashita blickt nüchtern auf die Aufgabe beim Tabellenletzten & hält an gewohnten Abläufen fest

Mit dieser Ausgangssituation vor dem letzten Spieltag hatte noch vor wenigen Wochen kaum einer gerechnet rund um den Bruchweg. Die Frauen des 1. FSV Mainz 05 um Cheftrainer Takashi Yamashita haben am Sonntagnachmittag (14 Uhr, live auf LEAGUES) beim VfR Warbeyen die große Chance, mit einem Sieg aus eigener Kraft den direkten Durchmarsch aus der Regionalliga in die Bundesliga klar zu machen. Fahren die Mainzerinnen den angestrebten Dreier ein, spielt das Ergebnis im Duell zwischen Sand und den Meisterinnen aus Stuttgart für den FSV keine Rolle. An der Herangehensweise in der Arbeit unter der Woche hat die besondere Ausgangssituation nichts verändert", wie Yamashita im Vorfeld der Partie betonte: "Wir wollen weiter unseren Fußball spielen, weil wir davon überzeugt sind und dann eine sehr gute Chance haben, als Sieger vom Platz zu gehen", so der Japaner nüchtern. Gedanken an die Bundesliga und was dieser historische Erfolg letztlich bedeuten würde, möchte sich der Chefcoach erst nach dem Spiel, "das wir natürlich gewinnen wollen", machen.
Sollte den Mainzerinnen der große Coup tatsächlich gelingen, käme der Erfolg einer Sensation gleich. Nicht zuletzt Führungsspielerin Chiara Bouziane betonte noch vor wenigen Tagen, dass die Zielstellung vor der Saison ganz klar der Klassenerhalt gewesen sei. Erst der starke Auftritt beim 4:2 vor einer Rekordkulisse beim VfB habe zu einem Umdenken geführt, wenngleich Platz zwei auch damals noch außer Reichweite schien. Acht Siege und mehrere Patzer der Konkurrentinnen aus Sand später haben die Rot-Weißen es nun in der eigenen Hand, sich auch mit der ersten Frauen-Mannschaft des FSV die Erstklassigkeit zu verdienen. Yamashita hat klare Vorstellungen davon, wie seine Elf das letzte Saisonspiel angehen solle. Ohne zu verkrampfen, ohne zu viele Gedanken im Hinterkopf, die naturgemäß längst eine Rolle spielen. "Der Fokus muss am Sonntag darauf liegen, nicht hektisch zu werden und konzentriert unser Spiel zu spielen", so der 41-Jährige, der auch darum bemüht ist, den Druck von seinen Spielerinnen zu nehmen, die zum ersten Mal in dieser Saison etwas zu verlieren haben.
"Top-Entwicklung" auch auf den Rängen
An der Tatsache, dass aus dem Ziel Klassenerhalt spätestens seit dem vergangenen Wochenende das Ziel Bundesliga geworden ist, kann aber auch der Cheftrainer nicht mehr vorbei. Wie in jedem Spiel zuvor wird er sich dennoch auch am Sonntag ausschließlich mit dem eigenen Spiel beschäftigen, um das zu beeinflussen, was man selbst beeinflussen kann. Dass bei der Partie im rund 300 Kilometer entfernten Warbeyen wohl weit mehr als 100 Mainzer auf den Rängen für Stimmung sorgen werden - unter anderem zwei vollbesetzte Busse treten die Reise an -, dürfte die Chance noch einmal erhöhen, beim Tabellenletzten den finalen Schritt ins Oberhaus zu gehen. "Die Mädels wissen, dass die Unterstützung nicht selbstverständlich ist, ich freue mich vor allem für die Mannschaft. Da sehen wir neben der sportlichen eine weitere Top-Entwicklung wie ich finde", so Yamashita.
Am vergangenen Wochenende gegen Ingolstadt waren erstmals mehr als 1.000 Fans ins heimische Bruchwegstadion gepilgert. Bei in der neuen Saison möglichen Duellen mit den Spitzenteams Bayern München, VfL Wolfsburg oder Eintracht Frankfurt dürften Zahlen wie jene deutlich getoppt werden. Darüber reden und sich mit den womöglich ganz neuen Herausforderungen beschäftigen wird man beim FSV, wenn klare Verhältnisse herrschen. Bis dahin warten 90 Minuten im Matchball-Spiel im Bresserbergstadion von Warbeyen.

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