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Fußball Frauen 16.10.2026 - 16:00 Uhr

05-Frauen vor Wolfsburg: "Müssen in jedem Spiel mehr als 100 Prozent geben"

Der FSV empfängt am Sonntagabend den amtierenden Deutschen Vizemeister am Bruchweg

Will mit seiner Mannschaft am Sonntag erfolgreich sein: Cheftrainer Takashi Yamashita.

Die Frauen-Bundesliga ist wieder zurück aus der Länderspielpause: Nach einem spielfreien Wochenende bestreiten die Mainzerinnen am Sonntag (18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg im Bruchwegstadion. Vor der Pause hatte es in Leipzig eine ernüchternde 0:5-Niederlage in Leipzig gegeben, aus der die Mannschaft laut Cheftrainer Takashi Yamashita allerdings viel lernen konnte: "Wir haben uns gut auf die Partie vorbereitet, auf dem Platz habe ich dann allerdings leider nur wenig von unseren Spielprinzipien und unseren Basics gesehen - vor allem, was das aggressive Spiel mit und gegen den Ball angeht. Das haben wir in den vergangenen Tagen nochmal verstärkt trainiert und es war gut, dass wir die Länderspielpause mehr dafür nutzen konnten, uns auf uns selbst zu konzentrieren und weniger einen Gegner im Fokus zu haben." In Leipzig hatten die Mainzerinnen gleich mehrere Tore innerhalb kurzer Zeit kassiert - auch das habe man im Trainerteam analysiert, wie Yamashita berichtet. "Das sind Phasen, in denen wir nach einem Gegentor oft passiver werden und wenig Entlastung haben. Das macht unser Spiel schwächer. Klar ist, dass wir versuchen müssen, das abzuschütteln, schneller zurück ins Spiel zu finden und aktiv zu bleiben."

Pokalspiel gegen Wolfsburg "schon sehr weit weg"

Die nächste Gelegenheit, das zu zeigen und die ersten Punkte in der Frauen-Bundesliga zu holen, bietet sich am Sonntag im Duell mit Wolfsburg. Der amtierende Deutsche Vizemeister ist jedoch, anders als die meisten anderen Erstligisten, kein neuer Gast am Bruchweg: Im November 2024 kam es bereits zu einem Aufeinandertreffen der beiden Teams im Achtelfinale des DFB-Pokals. Die Rheinhessinnen, damals noch in der Regionalliga Südwest aktiv, boten den "Wölfinnen" lange die Stirn und führten dank eines Treffers von Kara Bathmann (29.) bis zur 82. Spielminute sensationell mit 1:0, ehe der VfL seine Klasse in den letzten Minuten eiskalt ausspielte und durch einen 4:1-Sieg doch noch das letzte Wort hatte. Yamashita, der zu diesem Zeitpunkt bereits für den FSV an der Seitenlinie stand, hat diesen denkwürdigen Abend noch gut in Erinnerung, ließ ihn allerdings nicht in die Vorbereitung auf Sonntag einfließen. "Das ist schon sehr weit weg und sowohl unsere, als auch die Wolfsburger Mannschaft hat sich seitdem stark verändert. Daher ist dieses Spiel aus heutiger Sicht kein Maßstab mehr für uns." Trotzdem sollen viele Aspekte aus der damaligen Begegnung erneut beherzigt werden: "Wir müssen als Aufsteiger in jedem Spiel mehr als 100 Prozent geben, das ist ganz klar. Außerdem wollen wir natürlich, wie beim letzten Mal gegen Wolfsburg, wieder gut verteidigen, aber auch vorne die eine oder andere Idee haben, um Gefahr zu verursachen."

Für den Mainzer Cheftrainer messe sich der Erfolg eines Spiels nun eindeutig anhand von Zählbarem und weniger an der Leistung insgesamt. "Wir wollen gegen Wolfsburg auf jeden Fall punkten. Wir haben schon oft gesehen, dass wir auch in der ersten Liga gut spielen können, bislang haben wir das allerdings meist nur phasenweise und noch nicht über die vollen 90 Minuten hinweg gezeigt. Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt haben wir zum Beispiel in der ersten Halbzeit wirklich gut performt und unter Beweis gestellt, dass wir gute Spielzüge auf den Platz bringen können. Jetzt brauchen wir allerdings Punkte - das ist kein Geheimnis, aber ich sehe die Entwicklung der Mannschaft und wenn wir gegen den VfL punkten können, wäre das ein absoluter Erfolg." Diese Aufgabe müssen die Mainzerinnen am Sonntag allerdings weiterhin mit einem ersatzgeschwächten Kader angehen: Emma Junold, Mamiko Matsumoto, Saskia Matheis, Sabina Jackson und Laura Pawlowski stehen den 05-Frauen nicht zur Verfügung. Mit Vital Kats und Gentiana Fetaj, die zuletzt mit ihren Nationalmannschaften auf Länderspielreisen waren, sei am Sonntag allerdings fest zu rechnen. 

"Fleißig mit und gegen den Ball"

In der Analyse des kommenden Gegners fällt es dem Mainzer Cheftrainer schwer, Schwächen des Klubs aus Niedersachsen auszumachen: "Ich sehe Wolfsburg in sämtlichen Bereichen als Topmannschaft. Sie sind sehr fleißig, und das nicht nur mit, sondern auch gegen den Ball. Man erkennt eine klare Idee und dass die Mannschaft einer gemeinsamen Taktik folgt." Aktuell stehen die "Wölfinnen" auf dem zweiten Tabellenplatz, das jüngste Ergebnis - ein 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV - zeigt aber auch, dass sich der VfL zuletzt nicht immer klar durchsetzen konnte. "Anhand der jüngsten Resultate kann man erkennen, dass immer wieder auch knappe Siege dabei waren. Trotzdem kreiert Wolfsburg im Spiel deutlich mehr Chancen, als es der Endstand vermuten lässt. Dass sie weniger Tore erzielen, als sie könnten, liegt zum einen daran, dass der Gegner gut verteidigt, zum anderen aber sicherlich auch daran, dass hin und wieder das Spielglück fehlt." Yamashita möchte dem VfL dennoch keinesfalls die Qualität absprechen: "Wolfsburg hat in den letzten Jahren zu den besten Mannschaften Europas gehört, und da sehe ich sie auch weiterhin. Trotzdem haben sie in der Liga schon ein paar Gegentore bekommen und jetzt ist es unsere Aufgabe, Lösungen zu finden, wie wir gegen sie erfolgreich sein können."