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  • Alexander Schwolow vor dem Auswärtsspiel beim FC Schalke: "Unerwartet und erlebnisreich"

Profis 16.10.2026 - 13:50 Uhr

Schwolow: "Unerwartet und erlebnisreich"

Alexander Schwolow hat beim 1. FSV Mainz 05 zuletzt mehr Spielzeit bekommen als erwartet. Der Torhüter blickt vor dem Spiel bei seinem Ex-Klub Schalke 04 positiv auf seine bisherigen Einsätze zurück und spricht unter anderem über den Gegner, Mainzer Tugenden und die Stimmung in der MEWA ARENA

Alexander Schwolow zieht eine stabile Defensivleistung dem Torspektakel vor. Dem 34-jährigen Sommerneuzugang der 05ER gefällt ein 1:0-Erfolg deutlich besser als ein wildes 4:3 wie in Mönchengladbach. Klar, Siege stehen für den Torhüter an erster Stelle, aber die Anzahl der Gegentreffer in den vergangenen drei Partien sei nicht der Anspruch und müsse wieder minimiert werden. "Auf lange Sicht hat man einfach mehr Erfolg, wenn man mit einem anderen Mindset an die Sache herangeht", sagt Schwolow vor dem Auswärtsspiel am Samstag (15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN und 05ER.fm) bei seinem Ex-Klub FC Schalke 04, bei dem er aufgrund des Ausfalls von Robin Zentner bereits zum vierten Mal in der laufenden Spielzeit das Mainzer Tor hüten wird.

Mit viel Spaß aber nicht vollends zufrieden

Damit war vor der Saison nicht zu rechnen. Schwolow kam als erfahrener Backup von Zentner von Hearts of Midlothian aus Schottland nach Mainz. Unerwartet und erlebnisreich sei die Anfangszeit in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt gewesen, erzählt der gebürtige Wiesbadener. "Man freut sich natürlich immer auf dem Platz zu stehen." Bei seinem Debüt in Hamburg kassierte er keinen Gegentreffer, gegen Mönchengladbach und Leverkusen waren es drei beziehungsweise vier. Schwolow überzeugte bei seinen Auftritten bisher aber mit stabilen Leistungen. Bei den Gegentoren war nicht viel zu machen. "Trotzdem kann man nicht zufrieden sein, wenn man wie gegen Leverkusen vier Gegentore kassiert", gibt er zu. Die Stimmung in der MEWA ARENA nahm er aber als "richtig gut" wahr. Das hat, abgesehen von der Niederlage, sehr viel Spaß gemacht."

Mainzer Tugenden für defensive Stabilität

Cheftrainer Urs Fischer hatte schon auf der Pressekonferenz am Donnerstag beschrieben, worauf es in der Schalker Arena ankommen wird: "Egal, welche Spielweise man wählt, muss man eine Organisation auf den Platz bekommen. Man braucht Kompaktheit und muss Fußball arbeiten. In erster Linie gilt es, eine defensive Stabilität hinzubekommen. In den letzten drei Spielen war das nicht so, da müssen wir wieder hinkommen." Schwolow stimmt dem Schweizer zu und hat auch eine Erklärung, woher das in Phasen zu inkonsequente Verteidigen rührt: "Vielleicht befinden wir uns ein Stück weit noch in einer Findungsphase. Tugenden, die in der Rückrunde letztes Jahr perfekt funktioniert haben, sind ein bisschen abhanden gekommen. Dann gibt man dem Gegner einfach mehr Räume."

Wichtig sei die richtige Balance zwischen Angriff und einem kompakten Abwehrverbund, erklärt der Torhüter weiter. Denn die 05ER schießen auch viele Tore. Jetzt gehe es darum, die Mainzer Tugenden zu beleben: "Darauf sollte der Fokus liegen: gegen den Ball zu arbeiten, unangenehm zu sein und eklig zu bespielen", so Schwolow. "Damit würden wir schon einiges richtig machen und weniger Tore kassieren", ist sich der 34-Jährige sicher.

Freude über den Auswärtssieg in Hamburg. Bei seinem Debüt im FSV-Tor ließ Schwolow (re.) kein Gegentor zu.

Topleistung mit und gegen den Ball vonnöten

Viele Tore sind in der Schalker Arena in dieser Saison noch nicht gefallen - genau gesagt Null an der Zahl. Beide Heimspiele des Teams von Cheftrainer Miron Muslic gingen torlos unentschieden aus, unter anderem der FC Bayern schaffte es nicht, Ex-05ER Loris Karius im Schalker Kasten zu überwinden. Die saisonübergreifend auswärtsstarken 05ER müssen also mit und gegen den Ball eine Topleistung abrufen. Schwolow, der in der Saison 2022/23 im Schalker Tor stand, weiß aus eigener Erfahrung, dass im "Hexenkessel" Veltins-Arena ein starker Gegner wartet, der den Rheinhessen einiges abverlangen wird: "Sie sind immer sofort im Gegenpressing und in allen Bereichen sehr stabil. Das haben sie bis jetzt gezeigt. Es wird eine schwierige Aufgabe", der sich die 05ER auch mit der Unterstützung von rund 6.000 Fans entgegenstellen. "Ich habe auch gelesen, alle wollen in Rot kommen, das ist natürlich auch optisch eine schöne Sache für uns auf dem Platz."

Die Mainzer wollen auf dem Platz mit ihrer Leistung dafür sorgen, dass die restlichen 54.000 Besucher ruhiger werden. Ruhe will auch der erfahrene Schwolow auf seine Vorderleute ausstrahlen, wenn sie gebraucht wird. "Es gibt natürlich auch Situationen im Spiel, in denen ich vielleicht die Jungs wachrütteln oder das Spiel schnell machen muss", sagt er. Die richtige Balance eben, darauf komme es an. Und die Mentalität sei sowieso gut in Reihen der 05ER. "Die Jungs geben immer Gas und sich nie geschlagen." Mit dieser Einstellung und den richtigen Schlüssen aus dem Leverkusenspiel wollen die 05ER um ihren Rückhalt Alexander Schwolow am Samstag möglichst drei Punkte aus dem Ruhrpott mitnehmen.