U23 30.11.2025 - 16:40 Uhr

U23 bezwingt auch Kassel & klettert auf Rang drei

Umstellung in der Pause führt den FSV auf die Siegerstraße - Hoffmann: "Etwas schaffen, das uns in diesem Jahr noch nicht gelungen ist"

Andre Gittau durfte kurz nach der Pause seinen sehenswerten Führungstreffer bejubeln.

Am Ende musste die höchste Ausbildungsmannschaft des FSV im Bruchwegstadion gegen Hessen Kassel doch mal wieder zittern. Dank der 2:0-Führung, Andre Gittau und Nayrobi Vargas hatten nach der Pause getroffen, mit der die Mainzer in Schlussphase gingen, deutete lange alles auf einen ungefährdeten Heimsieg hin. Zumindest bis der Ex-Mainzer Phinees Bonianga drei Minuten vor dem Ende verkürzte und noch einmal für Hochspannung sorgte in einer Partie, die die U23 der 05ER am Ende nicht unverdient für sich entschied und den Platz in der Spitzengruppe der Regionalliga-Südwest festigt. Besonders erfreulich aus Mainzer Sicht neben dem Pflichtspiel-Tor-Debüt von Vargas war in den Schlussminuten das Comeback von Lovis Bierschenk, der zuvor monatelang verletzungsbedingt nur Tribünengast gewesen war.

Cheftrainer Benjamin Hoffmann lobte sein Team nach dem Abpfiff und erklärte eine Umstellung in der Pause zum Dosenöffner: "Den Sieg haben wir uns heute hart erarbeitet. Schlüssel zum Erfolg war sicherlich die Umstellung in der Halbzeit mit Dani Gleiber und Yunus, dass wir da die Position getauscht haben. Danach haben wir mit zwei defensiv denkenden Jungs, Dani und Niklas Tauer als Sechser gespielt. Damit haben wir Yunus defensiv entlastet, denn Kassel hat das vorher hervorragend gemacht durch ihre Positionswechsel. Dadurch haben sie immer wieder den Rücken von unseren Stürmern gut gefunden. Spielerisch wurde es anschließend viel besser, insofern großes Lob an die Jungs, dass sie die Umstellung so angenommen haben.

"großes Lob an die Jungs, dass sie die Umstellung so angenommen haben"

Aber wichtig ist jetzt für uns, dass wir noch einmal nachlegen und eine gute Trainingswoche haben. Wir haben eine kurze Woche bis Freitagabend, das soll aber keine Rolle spielen. Wir möchten unseren Lauf jetzt weiter fortführen und es etwas schaffen, das uns dieses Jahr noch nicht gelungen ist - nämlich drei Siege in Folge zu holen."

Der FSV gab in den Angangsminuten klar den Ton an, drückte die Gäste tief in die eigene Hälfte, kam aber zunächst nur zu Halbchancen. So landete ein Versuch Jason Amanns von der Strafraumgrenze im Anschluss an einen Eckball deutlich über dem Gehäuse (6. MInute). Erst danach gelang es den Hessen, sich etwas zu befreien und selbst zumindest zaghaft in Richtung 05-Tor zu spielen. Ex-Profi Yannick Stark probierte es nach acht Minuten aus 25 Metern, brachte das Tor aber ebenso wenig in Gefahr wie zuvor Amann. Nach 18 Minuten war es erneut Stark, der in einer offener werdenden Partie nach einer Eckball-Variante aus 15 Metern unbedrängt vorbeizielte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt waren die Kasseler voll im Spiel und auch das gefährlichere Team. Den Torschrei auf den Lippen hatte nach 23 Minuten Luis Podolski, der im Anschluss an sein 50-Meter-Solo von halbrechts an einer klasse Fußabwehr Maximilian Kinzigs scheiterte. Nach einer guten halben Stunde wäre mutmaßlich auch der Torhüter geschlagen gewesen, doch Emanuel Marincau klärte im Fünfmeterraum in höchster Not gegen Elsamed Ramaj (34.). Erst danach meldeten sich auch die Rheinhessen wieder an in dieser durchaus unterhaltsamen Begegnung, in der Derstroff kurz darauf aus 18 Metern am Innenpfosten scheiterte (37.). Gittau setzte nach und legte ab auf Niklas Tauer, dessen Direktabnahme aussichtsreich unterwegs Richtung Tor war, letztlich aber zur Ecke geklärt werden konnte (auch 37.). Im Anschluss an den ruhenden Ball kam der am zweiten Pfosten lauernde Gleiber zum Zug, verzog aber aus leichter Rücklage deutlich (38.). 

Gittau ebnet den Weg

Auch nach Wiederbeginn gehörte die Anfangsphase den Gastgebern, die sich diesmal auch belohnen sollten. Gittau dribbelte in hohem Tempo auf den Strafraum zu, spielte einen Doppelpass mit Derstroff, bevor der Amerikaner das Leder sehenswert, und unter Mithilfe des Innenpfostens, zur Führung im Tor unterbrachte (51.). Es war ein Treffer, der Schwung brachte, denn das Hoffmann-Team blieb dran und wollte nachlegen. Nach rund einer Stunde versuchte es Tauer nach Malli-Zuspiel mit einem Schlenzer, doch Jonas Weyand im Gäste-Tor war zur Stelle. Während Kassel danach wieder aktiver wurde, dadurch aber auch Räume bot, lauerten die Mainzer in der verbleibenden Spielzeit zunehmend auf Konter, die sie aber zunächst nicht präzise genug zu Ende spielten. So kamen auch die Gäste durchaus immer mal wieder in Abschlusspositionen, ohne dabei richtig zwingend zu werden. Im Anschluss an einen Freistoß von der linken Seite tauchte Bonianga per Kopf frei vor Kinzig auf, brachte den Ball aber nicht aufs Tor (65.). Darüber hinaus waren es zumeist Halbchancen der Gäste, wovon die 15 Minuten vor dem Ende einmal blitzsauber konternden 05ER profitieren sollten. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte erreichte auf dem rechten Flügel Amann, der von der Grundlinie im richtigen Moment ins Zentrum passte, wo Joker Vargas durchgestartet war und aus fünf Metern einschob (75.). Die Entscheidung? Danach sah es zumindest aus, nachdem Kinzig ein Bonianga-Geschoss im direkten Gegenzug aus 18 Metern entschärft hatte. Beim nächsten Abschluss des einst auch im Mainzer NLZ ausgebildeten Talents drei Minuten vor dem Ende sollte dann aber auch der Mainzer Keeper machtlos sein, der Anschlusstreffer hatte eine hochspannende, umkämpfte Schlussphase zur Folge, in der sich beide Teams alles abverlangten, jedoch nichts zwingendes vor den Toren mehr zustanden brachten. Der FSV brachte den Sieg über die Zeit, schraubt sein Punktekonto dank Saisonsieg Nummer neun auf 34 in die Höhe und klettert auf Rang drei. 

Weiter geht es für die 05ER bereits am Freitagabend (19 Uhr). Dann sind sie im Nachbarschaftsduell bei Kickers Offenbach am Bieberer Berg gefordert. Danach pausiert die Regionalliga Südwest bis zum Wiederauftakt am 21. Februar 2026. 

FSV - Hessen Kassel 2:1 (0:0)

Mainz 05: Kinzig - Amann, Marincau, Schulz, Ugjanin (84. Burger), Müller - Tauer, Gleiber, Malli (84. Bierschenk) - Gittau (68. Bamba), Derstroff (68. Vargas)

Tore: 1:0 Gittau (51.), 2:0 Vargas (75.), 2:1 Bonianga (86.)

Zuschauer: 635
Schiedsrichter: John Bender (Maurice Rummel, Marvin Monninger)