Profis 04.03.2026 - 18:30 Uhr
"Zuhause fällt alles nochmal ein wenig leichter"
Winter-Neuzugang Silas spricht über das Wiedersehen mit den alten Kollegen aus Stuttgart, seine ersten Monate als Mainzer & den Heimvorteil

Bis zur Wochenmitte ist Urs Fischer noch nicht auf ihn zugekommen, um sich Informationen über den kommenden Gegner einzuholen, beteuert Silas vor den anstehenden Duell mit seinem Ex-Klub VfB Stuttgart am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, live auf SKY & 05ER.fm). "Wenn er etwas wissen möchte, stehe ich aber natürlich zur Verfügung, und natürlich freue ich mich", so der Winter-Neuzugang, der beim FSV endlich wieder die Spielpraxis bekommt, die ihm nach erfolgreichen Jahren im Schwabenland zuletzt verwehrt worden war. Zu hoch hängen möchte er das Wiedersehen aber ohnehin nicht, schließlich geht es wie jede Woche um drei wichtige Bundesliga-Punkte und darum, die Ausgangslage im Abstiegskampf weiter zu verbessern. Mit der Zwischenbilanz nach rund zwei Monaten als 05ER ist der 27-Jährige zufrieden, aus persönlicher Sicht ebenso wie mit Blick auf das mit der Mannschaft bereits erreichte.
Keine einzige Einsatzminute in der Hinrunde - auch verletzungsbedingt - absolvierte der Angreifer beim VfB. Und auch der Neustart am Rhein Anfang Januar verlief dann alles andere als planmäßig. Grippebedingt verpasste er die ersten beiden Partien bei Union Berlin und gegen Heidenheim, bevor er bei der 1:2-Niederlage in Köln sein 05-Debüt gab und seither zwischen Startelf und Edeljoker-Diensten pendelt. "Ich konnte meinem Job monatelang nicht so ausüben, wie ich das gewohnt bin. Als Fußballer ist man glücklich, wenn man spielen darf und Erfolg hat. Vieles ist bereits eingetreten in den ersten Wochen. Das Wichtigste ist aber ganz, dass wir die Ausgangslage mit der Mannschaft verbessert haben, und weiter verbessern wollen, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen." Die Erkenntnis, dass Silas mit seinen Fähigkeiten einen gehörigen Anteil zur Mission Klassenerhalt würde beitragen können, erforderte keine allzu große Portion Fantasie. Seine Schnelligkeit oder seine Fähigkeiten im eins-gegen-eins für Überraschungsmomente zu sorgen, bedeuten eine neue Komponente im Mainzer Spiel. Das beste Beispiel lieferte der neue Mann beim Sieg in Leipzig, als er 40 Meter vor dem Tor zum Solo ansetzte und den 2:1-Endstand markierte. "Ich fühle mich sehr gut und ich denke, das kann man auch auf dem Rasen sehen. Meine Stärken kommen immer besser zur Geltung – ich fühle mich schon wieder viel wohler. Es gibt aber natürlich Potenzial, beispielsweise die Finesse bei Abschlüssen."
Fans als Faustpfand
Dass Silas am Wochenende alles dafür geben wird, seinen alten Kameraden wehzutun, versteht sich von selbst. Und obwohl die Stuttgarter eine ganz starke Saison absolvieren - Liga-Vierter, DFB-Pokal-Halbfinale sowie Europa-League-Viertelfinale -, sieht er Möglichkeiten, sie auf dem falschen Fuß zu erwischen. "Sie haben viel Qualität, sind unheimlich stark im Ballbesitz und erspielen sich viele Chancen", weiß Silas. Gleichzeitig aber bedeuten eben jene Stärken auch Chance für den FSV, wie er findet. "Wehtun können wir ihnen vor allem mit schnellen Angriffen, Kontern, dem Spiel in die Tiefe. Dafür braucht es natürlich Ballgewinne in den richtigen Zonen und Effizienz vor dem Tor." Selbstbewusstsein tanken konnten die Mainzer zuletzt mit einem starken Auftritt bei Bayer 04 Leverkusen, wo drei Punkte am Ende unglücklich verpasst wurden.
Am Wochenende in der MEWA ARENA soll es nach zuletzt drei sieglosen Partien wieder so weit sein: "Zuhause fällt uns, mit den Fans im Rücken, alles nochmal ein wenig leichter. Wir wissen, dass wir an unsere Grenzen und darüber hinausgehen müssen, aber auch, dass die Fans immer hinter uns stehen." Alle Zuschauer in der voraussichtlich restlos ausverkauften 05-Heimspielstätte erwartet im Übrigen ein neuer Rasen, nachdem das alte Geläuf in den vergangenen Monaten auch wetterbedingt stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Pünktlich zum Frühlingsbeginn der vergangenen Tage und der bevorstehenden Rückkehr auf die internationale Bühne, der auch Silas im Hinterkopf entgegenfiebert. "Aktuell zählt für uns nur Stuttgart, weswegen ich über Olmütz noch nicht viel sagen kann. Darum kümmern wir uns ab Montag. Klar ist aber, dass es für alle Fußballer besonders ist, international spielen zu dürfen. Das sind Highlights, auch dort können wir noch viel erreichen."



