Profis 08.10.2026 - 17:30 Uhr
Sheraldo Becker: Zurück im Rhythmus
Der Angreifer über den Saisonstart der 05ER, sein Zusammenspiel mit Phillip Tietz und die Vorfreude auf das erste Heimspiel nach der Länderspielpause

Drei Wochen Länderspielpause liegen hinter Mainz 05 – nun geht es wieder um Bundesliga-Punkte. Sheraldo Becker blickt mit viel Selbstvertrauen auf den Saisonstart der 05ER zurück. Sowohl für den FSV als auch für den 31-Jährigen läuft es bisher sehr ordentlich. Gegen Bayer Leverkusen wartet am Samstag (15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN und 05ER.fm) nun die nächste anspruchsvolle Aufgabe in der MEWA ARENA auf den FSV. Der FSV-Angreifer ist voller Vorfreude auf das erste Heimspiel nach der Pause und spricht unter anderem darüber, worauf es gegen die Bayer-Elf ankommen wird.
Nach vier Spieltagen stehen für Mainz 05 starke sieben Punkte auf dem Konto, Becker selbst kommt bereits auf zwei Tore und drei Vorlagen. Seine persönliche Ausbeute aus der vergangenen Saison – drei Tore und drei Assists – hat er damit fast schon eingestellt. Kein Wunder also, dass der Angreifer die Länderspielpause lieber aufgeschoben hätte. "Für mich und auch das Team kam sie eher in einem ungünstigen Moment, weil ich in guter Form bin und wir als Mannschaft gut unterwegs waren“, sagt Becker. Die Zeit ohne Bundesliga wurde genutzt, um intensiv zu trainieren und an allen Bereichen des eigenen Spiels zu arbeiten. Nun richtet sich der Fokus auf die Partie gegen den Tabellennachbarn, der auf Platz fünf einen Rang vor den Rheinhessen steht.
Eine andere Situation als im Winter
Als Becker im vergangenen Winter nach Mainz kam, war die Situation eine völlig andere. In Spanien hatte er zuvor vier Monate lang kein Spiel bestritten. Eine komplette Vorbereitung konnte er damals nicht absolvieren. Und die 05ER steckten mitten im Abstiegskampf, darauf lag der Fokus. Auch die Kommunikation mit seinen Mitspielern spielt für Becker eine wichtige Rolle. Viel sprechen, Abläufe kennenlernen und gemeinsam auf dem Platz Lösungen finden – all das brauche Zeit. Inzwischen ist diese vergangen. Becker kennt die Vorlieben seiner Mitspieler besser und hat seinen Platz im Team gefunden.
"Es war wichtig, wieder in meinen Rhythmus zu kommen. Daran haben wir gearbeitet“, sagt der Offensivspieler. Dass sich diese Arbeit auszahlt, zeigen nicht nur seine Scorerpunkte, sondern auch sein Zusammenspiel mit Phillip Tietz. Mit seinem Sturmpartner, der bereits viermal getroffen hat, verbrachte Becker bereits in der Vorbereitung und im Trainingslager viel Zeit. Die Grundlage für ein funktionierendes Duo wurde also schon vor der laufenden Spielzeit gelegt.
Der schnellste Spieler der Bundesliga
Und dann ist da noch das Thema Geschwindigkeit. Mit 36,58 Kilometern pro Stunde ist Becker aktuell der schnellste Spieler der Bundesliga. Ein Wert, der selbst im Profifußball beeindruckt. Zum Vergleich: Ein 100-Meter-Läufer erreicht auf seinem Weg zur Weltklasse deutlich mehr als 36 km/h – ein durchschnittlicher Freizeitradfahrer kommt dagegen nur auf etwa 20 km/h. Becker erreicht sein Tempo hingegen im Sprint mit Ball und Gegnerdruck – und das mit 31 Jahren.
Ein spezielles Training, um diese Geschwindigkeit zu erhalten, braucht es für ihn allerdings längst nicht mehr. "In den letzten zehn Jahren nicht“, sagt Becker lachend. Früher bei Ajax Amsterdam wurde Lauftechnik mit Krafttraining kombiniert. Heute weiß der Surinamer, was sein Körper braucht. "Aber auch mit 31 Jahren bin ich immer noch schnell.“ Seine Geschwindigkeit ist dabei mehr als nur eine Statistik. Sie ist eine wichtige Waffe im Mainzer Spiel. Wenn die 05ER den Ball gewinnen und Becker Raum bekommt, kann er innerhalb weniger Sekunden für Gefahr sorgen. Genau diese Dynamik soll auch gegen Leverkusen zum Faktor werden.

Zwei Tore und drei Vorlagen: Sheraldo Becker hat am guten Saisonstart der 05ER einen großen Anteil.
Phasen ohne Ball akzeptieren
Mit der Werkself um ihren neuen spanischen Trainer Carles Martínez wartet am Samstag ein Gegner, der spielerisch stark ist und viel Wert auf Ballbesitz legt. Für die 05ER könnte das durchaus ein Vorteil sein. "Wir haben schon oft gezeigt, dass die Top-Teams uns liegen“, sagt Becker.
Gleichzeitig weiß er, dass dafür die eigenen Abläufe stimmen müssen. Für den 31-Jährigen geht es dabei um das Gesamtpaket: "Mehr laufen, mehr Duelle gewinnen, mehr Tore schießen.“ Die Marschroute ist klar. Mainz muss akzeptieren, dass Leverkusen möglicherweise mehr Ballbesitz haben wird – darf sich davon aber nicht aus dem eigenen Konzept bringen lassen.
"Endlich geht es wieder los"
Besonders groß ist die Vorfreude auf die Rückkehr in die MEWA ARENA. Das letzte Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt datiert auf den 12. September. Nun will Becker die Energie von den Rängen spüren. "Zu Hause vor unseren Fans zu spielen, ist immer schön“, sagt er. Doch im Mittelpunkt stehen die drei Punkte. "Wir als Mannschaft brauchen diese Energie von den Rängen. Das gibt uns ein gutes Gefühl, um wieder Gas zu geben für die Leute im Stadion.“ Der Rhythmus ist wieder da, die Form stimmt. Jetzt fehlt nur noch der erste Heimsieg der Saison.

