• Home
  • News
  • Kreß: "Kleiner Traum, den wir in dieser Saison durchleben"

Fußball Frauen 06.05.2026 - 16:45 Uhr

Kreß: "Kleiner Traum, den wir in dieser Saison durchleben"

Die sportliche Leiterin Mädchen- und Frauenfußball spricht zum Endspurt der Saison über die Entwicklung der 05-Frauen, die letzten beiden Spieltage und ein mögliches Aufstiegsszenario

Nadine Kreß (2. v. l.) blickt knapp zwei Wochen vor Saisonende auf eine unglaubliche erste Spielzeit in der 2. Frauen-Bundesliga zurück.

"Hätte man uns das vor der Saison gesagt: Wir hätten es auf keinen Fall geglaubt", so Nadine Kreß, Sportliche Leiterin Mädchen- und Frauenfußball, über eine bislang "wahnsinnige Saison" in der 2. Frauen-Bundesliga. Als Aufsteigerinnen aus der Regionalliga Südwest sind die Mainzerinnen in der Spielzeit 2025/26 erstmals in der zweithöchsten Spielklasse an den Start gegangen und stehen zwei Spieltage vor Saisonende mehr als gut da: Aufgrund einer sagenhaften Siegesserie von mittlerweile sieben gewonnenen Partien in Folge belegen die Rheinhessinnen aktuell mit nur zwei Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz Rang drei in der Tabelle. Ein direkter Durchmarsch in die GOOGLE PIXEL Frauen-Bundesliga scheint damit plötzlich im Rahmen des Möglichen - obwohl Kreß von der Qualität und den Fähigkeiten des Teams absolut überzeugt ist, war damit zu Beginn der Saison in dieser Form nicht zu rechnen. "Das ist schon ein kleiner Traum, den wir in dieser Saison durchleben."

"Haben festgestellt, dass wir uns überhaupt nicht verstecken müssen"

Dass sich die 05-Frauen so gut in der 2. Frauen-Bundesliga einfinden würden, war nicht gleich absehbar: Zum Auftakt der aktuellen Spielzeit unterlag der FSV dem SC Sand zuhause mit 0:1. "Wir wollten einen guten Start hinlegen, um uns nicht sofort in den unteren Rängen der Liga einzureihen. Vor allem in unserem ersten Spiel hat man uns ein wenig die Nervosität angemerkt - wir hätten die Partie mit Blick auf den Spielverlauf aber nicht verlieren müssen und das hat uns für die folgenden Spieltage Mut gemacht", so Kreß über die Findungsphase in der 2. Frauen-Bundesliga, die allerdings von nicht allzu langer Dauer war: "Wir haben wenig später festgestellt, dass wir uns überhaupt nicht verstecken müssen und uns von Spiel zu Spiel immer mehr Selbstvertrauen erarbeitet. Im Laufe der Hinrunde konnten wir eine richtig gute Serie starten, viele Spiele hintereinander gewinnen und uns insgesamt sehr positiv entwickeln." Ein kleines Formtief - in den ersten vier Spielen der Rückrunde gelang den Mainzerinnen weder ein Sieg noch ein einziges Tor - gehöre als Aufsteiger jedoch absolut dazu, wie Kreß betont: "Wir hatten sogar einen Ticken eher mit einer solchen Phase gerechnet. Die Mannschaft ist sehr jung und noch unerfahren in der 2. Frauen-Bundesliga. Insofern wussten wir, dass uns so etwas passieren kann. Deshalb hat uns das nicht umgehauen, weil klar war, dass wir da gemeinsam auch wieder rauskommen."

"Wollen unser Bestmögliches geben, um den Druck hochzuhalten"

Die Mainzer Frauen sind aus dieser Phase noch stärker hervorgegangen - die jüngsten sieben Pflichtspiele konnte der FSV allesamt für sich entscheiden und ganze 28 Tore bei nur sechs Gegentreffern erzielen. Dank dieser ausgezeichneten Form können die Rheinhessinnen sich derzeit nicht nur weit oben in der Tabelle festsetzen, sondern auch auf die Aufstiegsränge schielen: Aufgrund des jüngsten Auswärtssieges in Wolfsburg und der gleichzeitigen Niederlage des SC Sand, der aktuell den zweiten Platz belegt, hat die Situation eine neue Dynamik erhalten. "Wir haben das am Wochenende beobachtet - natürlich ist das etwas, was wir nicht völlig ausblenden können, weil wir nur noch zwei Spiele vor uns haben und der absolute Endspurt der Saison begonnen hat", äußert sich Kreß zu der spannenden Konstellation und verweist dabei auch auf das anspruchsvolle Restprogramm des SCS: "Grundsätzlich ist es durchaus möglich, dass Sand in Andernach oder gegen Stuttgart noch etwas liegen lässt. Wir wollen unser Bestmögliches geben, um den Druck hochzuhalten - am Ende schauen wir dann, wofür das reicht."

"Haben ein gewisses Selbstverständnis entwickelt"

Am Sonntag erwartet die 05-Frauen mit der Partie gegen den FC Ingolstadt (14 Uhr, Bruchwegstadion, im kostenlosen Livestream bei LEAGUES) das letzte Spiel der Saison vor heimischer Kulisse - um die Chancen auf einen möglichen Aufstieg weiterhin so groß wie möglich zu halten, ist ein Sieg gegen die Schanzerinnen Pflicht. Die sportliche Leiterin ist optimistisch, dass die Mainzerinnen weiter an die Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen können: "Wir befinden uns aktuell in einer sehr guten Phase und haben auch ein gewisses Selbstverständnis entwickelt. Das Team arbeitet Woche für Woche sehr intensiv, man merkt, dass sie weiter hungrig, nie zufrieden sind und immer mehr wollen - deshalb bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch gegen Ingolstadt wieder eine entsprechende Leistung abrufen können." Drei Punkte gegen den FCI, derzeit Tabellensechster, seien dennoch keinesfalls selbstverständlich: "Sie haben es uns im Hinspiel nicht leicht gemacht und zur Halbzeit 1:0 geführt. Mit den eigenen Fans im Rücken wollen wir das Heimspiel am Wochenende natürlich ein bisschen anders gestalten." 

Daran anschließend formuliert Kreß eine klare Zielsetzung für die letzten zwei Spieltage - vor allem mit Blick auf das Saisonfinale beim VfR Warbeyen: "Wir wollen natürlich das bestmögliche Ergebnis für uns herausholen und beide Spiele gewinnen. Wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft, könnte man meinen, dass es am letzten Spieltag gegen Warbeyen (Tabellenletzter, Anm. d. Red.) leicht wird - allerdings haben sich dort schon viele andere Teams schwergetan und mitunter lange auf das erste Tor hinarbeiten müssen. Daher wollen wir uns von der tabellarischen Konstellation nicht blenden lassen und wissen, dass wir bis zum Schluss 100 Prozent auf dem Platz abrufen müssen, um uns durchzusetzen."