Fußball Frauen 24.07.2026 - 21:00 Uhr
"Wenn ich nicht so viel nachdenke, mache ich es meist ziemlich gut"
Lara Martin erzählt unter anderem von ihren ersten Wochen als Mainzerin, der Stimmung im Trainingslager und ihren persönlichen Zielen für die kommende Saison

"Die Mädels waren alle super lieb und nett - ich habe gar keine Probleme gehabt, ins Team zu finden, obwohl ich etwas später dazugekommen bin als die meisten anderen", so Lara Martin über ihre ersten Wochen als Spielerin von Mainz 05. Die 27-Jährige ist als eine von elf neuen Spielerinnen des FSV sehr gut in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27 gestartet. Dabei helfe ihr auch der knapp einwöchige Aufenthalt der Mainzer Frauen in der Region Hohe Salve, von denen mittlerweile fünf Tage vergangen sind: "Gerade das Trainingslager trägt noch einmal extrem viel dazu bei, sich gut einzufinden. Der Verein ist sehr familiär, das gefällt mir total." Die Offensivspielerin fühlt sich im österreichischen Hopfgarten allerdings noch aus einem weiteren Grund sehr wohl, wie sie erzählt: "Eigentlich bin ich eher im Winter in den Bergen, aber im Sommer hier zu sein, hat auch was - vor allem schätze ich die Ruhe. Ich finde es mega gut hier."
"Ausgelassene Grundstimmung"
Trotzdem mag sie es gleichermaßen, Zeit mit ihren Mitspielerinnen zu verbringen. Ob bei einem geselligen Kartenspiel, während der Mahlzeiten oder auf dem Platz: Langeweile kommt definitiv nicht auf. "Wir sind viel zusammen, sei es auf dem Zimmer, beim Essen oder zu mehreren Personen in Kleingruppen während unserer Freizeit. Natürlich haben wir auch kleine Tiefs, in denen die eine oder andere mal ein bisschen müde ist, aber prinzipiell haben wir super viele Charaktere im Team, die total lustig sind und gute Laune reinbringen - deshalb ist die Grundstimmung hier echt ausgelassen."
Ihre eigenen Stärken sieht die zentrale Mittelfeldspielerin vor allem im Torabschluss: "Ich denke, mich zeichnet unter anderem meine Intuition aus - wenn ich nicht so viel nachdenke, mache ich es meist ziemlich gut. Außerdem bringe ich viel Tempo mit, das kommt der Position, die ich hier bei Mainz innehabe, auch ziemlich entgegen. Das schnelle Umschalten und dann vorne ein Tor vorzubereiten oder zu erzielen, würde ich ebenfalls zu meinen Stärken zählen." Gleichzeitig gebe es allerdings auch Aspekte, an denen die 27-Jährige noch arbeite, wie sie selbst sagt: "Ich könnte noch etwas stabiler werden, wenn ich den Ball am Fuß und eine Gegnerin im Rücken habe. Das ist etwas, was aus meiner Sicht noch ausbaufähig ist und worin ich mich aktuell gezielt versuche, zu verbessern."
"Merke, dass ich schneller im Kopf und stärker werde"
Doch zwischen dem Spaß und einigen schönen Unternehmungen abseits des Fußballs verfolgen die Mainzerinnen in den Kitzbüheler Alpen ein gemeinsames Ziel: Sich bestens auf die erste Saison in der Frauen-Bundesliga vorzubereiten und als Mannschaft noch enger zusammenzuwachsen. Das 3:3-Remis im Testspiel gegen den BVB, einen sehr ambitionierten Regionalligisten, hat den 05-Frauen aufgezeigt, was bereits gut funktioniert und wo noch Verbesserungspotenzial herrscht - daran sollte in den nachfolgenden Trainingseinheiten gearbeitet werden. "Als Team war dieser Test wichtig für uns, weil wir uns jetzt alle ein bisschen besser kennen und wissen, wie unsere Mitspielerinnen auf dem Platz ticken. Ich persönlich kann auch enorm viel durch die Einheiten auf dem Platz mitnehmen - vor allem merke ich, dass ich mit der Zeit schneller im Kopf und stärker werde. Ich denke, dass das zuhause in Mainz dann auch genau so weitergehen wird."
Eine zweite Prüfung wartet am Samstag (17 Uhr) auf den FSV: Im Testspiel gegen den LASK sollen die Trainingsinhalte der Woche Anwendung finden. Unter anderem sollen Aktionen bei ruhendem Ball verbessert werden, so Lara Martin: "Standards sind im Moment ein großes Thema. Insbesondere im Training wird uns immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass man durch oder mit diesen Situationen Partien entweder gewinnen oder verlieren kann - in dem Bereich waren wir in den vergangenen Testspielen oft noch zu zögerlich", so die 27-Jährige über aktuelle Schwächen, die es noch auszumerzen gilt. "Daran haben wir versucht, im Training zu arbeiten und uns intensiv damit befasst. Ich denke, das ist für uns ein erster Schritt, unsere Taktik im Offensivspiel besser durchzuziehen."
Der Klassenerhalt als oberste Priorität
Für die kommende Saison hat sich Lara Martin sowohl persönliche als auch mannschaftliche Ziele gesetzt: "Der Klassenerhalt steht natürlich über allem. Abgesehen davon möchte ich so viele Spielminuten wie möglich sammeln und mich in fußballerischer Hinsicht weiterentwickeln." Der interne Wettkampf könne zudem hilfreich sein, um sich gegenseitig zu Höchstleistungen zu treiben: "Das vergisst man hin und wieder ein bisschen, aber wenn man zu einer so ambitionierten Mannschaft dazustößt und Mitspielerinnen hat, die sich so pushen, erkennt man, was für ein Potenzial hier eigentlich vorhanden ist." Entsprechend eindeutig formuliert die Offensivspielerin ihre Wunsch-Überschrift, die nach dem letzten Spieltag der Saison 2026/27 bestenfalls in den Zeitungen zu lesen sein wird: "Die Mainzerinnen überraschen in der Frauen-Bundesliga und landen in der Tabelle weiter vorne als gedacht."








