Fußball Frauen 24.09.2026 - 17:00 Uhr
Bathmann: "Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle"
Die 24-jährige Defensivspielerin spricht über das Rekordspiel gegen Frankfurt sowie ihren Treffer, die Entwicklung der Mainzerinnen und die kommende Partie im DFB-Pokal beim FC Ingolstadt

Ein Tag für die Geschichtsbücher: Am vergangenen Freitag liefen die Mainzer Frauen erstmals in der MEWA ARENA auf und standen Eintracht Frankfurt im Rhein-Main-Duell gegenüber. 16.500 Zuschauer wurden Zeugen einer furiosen ersten Halbzeit, in der die Mainzerinnen mit 2:0 in Führung gingen, ehe die Eintracht nach dem Seitenwechsel zurückschlug und die Partie noch zum bitteren 2:3-Endstand drehte. Der FSV konnte sich für eine herausragende erste Halbzeit demnach nicht belohnen und verpasste die ersten Punkte. Mit entsprechend gemischten Gefühlen blickt Kara Bathmann, die das Tor zum 1:0 in der 6. Spielminute erzielte, auf die Partie zurück: "Auf unsere Leistung in der ersten Halbzeit können wir definitiv stolz sein. Da waren wir das dominante Team auf dem Platz und haben auch verdient geführt. Mit Blick auf die zweiten 45 Minuten überwiegt dann aber leider die Tatsache, dass wir aus so einem Spiel keine Punkte mitnehmen konnten - das ist schon sehr hart."
"Bekomme immer noch Gänsehaut"
Trotzdem gibt es für die 24-Jährige auch Gründe, um mit Stolz auf die jüngste Partie in der Frauen-Bundesliga zurückzublicken. "Das Tor zum 1:0 zu schießen war natürlich sehr besonders. Es war ein wirklich krasses Gefühl, das hatte ich im Fußball bislang selten in dieser Form. In dem Moment habe ich nicht wirklich viel nachgedacht, ich wusste nicht mal richtig, wie ich jubeln sollte", lacht die Defensivspielerin, die die Partie insgesamt als Auf und Ab beschreibt. "Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle - wenn ich Videos von unseren Toren sehe, bekomme ich immer noch Gänsehaut." Speziell aus der ersten Halbzeit könne das Team definitiv viele positive Aspekte für die kommenden Wochen mitnehmen: "Wir waren mutig, alle waren jederzeit bereit, den Ball zu haben. Außerdem waren wir aggressiv auf dem Platz, haben nach vorne verteidigt und konnten dadurch viele hohe Ballgewinne erzielen - das alles hat dazu geführt, dass wir die Eintracht nicht wirklich ins Spiel haben kommen lassen."
"Haben eine Identität auf dem Platz geschaffen"
Gegen Frankfurt haben die Mainzerinnen an die inhaltlich gute Leistung in Freiburg angeknüpft. Zwar gab es in beiden Begegnungen jeweils eine Niederlage, dennoch sei zu erkennen, dass der FSV mit jeder Partie in der ersten Liga an Erfahrung dazugewinne, so Bathmann: "Die ersten zwei bis drei Spieltage waren für uns mehr oder weniger eine Findungsphase - viele unserer Spielerinnen haben ja vorher auch noch nie in dieser Liga gespielt. Trotz der ersten Ergebnisse haben wir dennoch immer mehr Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen können. Wir spielen unseren eigenen Fußball und haben in den vergangenen Wochen eine Identität auf dem Platz geschaffen, die wir als Mannschaft auch zeigen wollen", so die Außenverteidigerin über die bisherige Entwicklung, die sich an den Spieltagen deutlicher zeige. "Ich finde, dass man erkennen kann, dass wir uns immer weiter steigern - trotzdem ist natürlich noch viel Potenzial vorhanden. Wenn wir es schaffen, grundsätzlich so wie in der ersten Halbzeit gegen Frankfurt zu spielen, bin ich mir sicher, dass wir noch viele Punkte in dieser Saison holen können."
Mit Blick auf die nächste Aufgabe stehen die Vorzeichen ein wenig anders als in der Frauen-Bundesliga: Am Samstag (14 Uhr, ESV-Stadion, live bei DFB.TV+) treten die Rheinhessinnen in der ersten Runde des DFB-Pokals beim FC Ingolstadt an. Die letzte Begegnung mit den Schanzerinnen liegt noch nicht lange zurück: Erst im Mai diesen Jahres setzten sich die Rot-Weißen in der 2. Frauen-Bundesliga am heimischem Bruchweg mit 5:0 gegen den FCI durch. Entsprechend frisch sind die Erinnerungen an den kommenden Gegner: "Ingolstadt ist auf jeden Fall eine Mannschaft, die gerne den Ball hat und technisch versiert ist. Man darf sie nicht ins Spiel kommen lassen und muss sie frühzeitig unter Druck setzen - ansonsten sind sie schwierig zu bespielen", so Bathmann.
"Nehme die Spiele immer so, wie sie kommen"
Dass den 05-Frauen als Erstligist im Duell mit einem Zweitligisten nun die Rolle des "Favoriten" zuteil wird, sei für die 24-Jährige nicht von Bedeutung: "Ich persönlich nehme die Spiele immer so, wie sie kommen. Vielleicht haben wir eher den Druck, das Spiel mit einem Erfolgserlebnis für uns zu beenden, aber letztendlich ist das egal - es ist Fußball." Der Plan für die Partie bei den Schanzerinnen sei hingegen klar: "Wir müssen unser eigenes Spiel aufziehen und griffig in den Zweikämpfen sein. Außerdem sollten wir unseren Fußball immer weiterentwickeln und eine gute Mischung aus kurzen und langen Bällen finden. Wenn wir das schaffen, bin ich zuversichtlich, dass wir in die nächste Runde einziehen können."


