Fußball Frauen 28.08.2026 - 15:30 Uhr
Berg: "Wollen es den Bayern nicht leicht machen"
Die Kapitänin der 05-Frauen spricht über den besonderen Auftakt in der Frauen-Bundesliga, die Erkenntnisse aus der Partie gegen Bremen und das Auswärtsspiel beim FC Bayern München

Nach langer Vorbereitung und zahlreichen Testspielen war es am Montag endlich so weit: Die Mainzer Frauen haben ihr Debüt in der Frauen-Bundesliga gefeiert und am ersten Spieltag den SV Werder Bremen im Bruchwegstadion empfangen. Zwar unterlagen die Rheinhessinnen nach 90 Minuten mit 1:2 (1:2), dennoch wird dieser historische Tag allen Beteiligten lange im Gedächtnis bleiben, wie Kapitänin Johanna Berg schildert: "Es hat uns allen sehr viel bedeutet - auch für den Verein war es sicherlich ein besonderer Tag. Für mich persönlich war es ein Kindheitstraum, der am Montag in Erfüllung gegangen ist." Dass der FSV zum Auftakt der neuen Saison von 2.500 lautstarken Fans unterstützt wurde, blieb auch auf dem Platz nicht unbemerkt: "Die Stimmung war sehr gut, das haben wir auf jeden Fall wahrgenommen. Die Kommunikation untereinander war dadurch ab und zu nicht ganz so leicht, aber ich hoffe, dass auch in Zukunft ähnlich viele Zuschauer unsere Spiele besuchen, sodass wir uns daran gewöhnen müssen", so die Defensivspielerin weiter.
Auftakt gegen Bremen als Gradmesser
Die Partie gegen Bremen habe den Mainzerinnen derweil gezeigt, auf welchem Niveau sie sich aktuell befinden. "Wir konnten dadurch herausfinden, woran wir zukünftig noch arbeiten müssen - das sind aus meiner Sicht vor allem das Umschaltspiel und die Kompaktheit in der Defensive. In den ersten 30 Minuten waren unsere Abstände zu groß, weshalb wir nicht den notwendigen Zugriff hatten", so Berg über die Stellschrauben, an denen noch gedreht werden müsse. Klar sei aber auch: "Bremen ist ein starker Gegner, in der vergangenen Saison haben sie den sechsten Tabellenplatz belegt. Daher war die Messlatte für uns am ersten Spieltag schon ziemlich hoch. Ich denke, wir müssen uns nicht verstecken, weil wir gerade in der ersten Halbzeit mehrere Torchancen herausgespielt haben - darauf können wir definitiv aufbauen."
Nun erwartet die 05-Frauen die auf dem Papier wohl schwierigste Aufgabe der Saison: Am Montag (18 Uhr, FC Bayern Campus, live bei MagentaSport, DAZN und im Free-TV bei Sport1) tritt der FSV auswärts beim FC Bayern München an, der in der vergangenen Saison das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen hat. Die Rheinhessinnen reisen mit Respekt, aber ohne Angst zum FCB: "Ich denke, es wird ein sehr schwieriges Spiel für uns - wir werden viel laufen müssen, weil wir wenig Ballbesitz haben werden. Die Chancen, die wir bekommen, müssen wir nutzen - ansonsten wird es schwer." Die Mainzerinnen sind sich ihrer Rolle demnach bewusst, wissen aber auch: "Wenn jede 100 Prozent gibt, ist etwas möglich. Wir wollen es den Bayern nicht leicht machen und sie ärgern." Die 25-Jährige zeigt sich zuversichtlich, dass das am Montag gelingen kann - vor allem dank einer gründlichen Vorbereitung auf die Partie in München: "Unser Trainerteam hat sich einen guten Matchplan zurechtgelegt, den wir natürlich bestmöglich umsetzen, auf unsere Chancen lauern und diese dann eiskalt ausnutzen möchten."
"Müssen alles reinhauen"
Nervosität und Aufregung, die gerade in der Anfangsphase des Heimspiels gegen Bremen eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hätten, seien in diesem Ausmaß am zweiten Spieltag nicht mehr zu erwarten, so die Kapitänin: "Ich glaube, dass sich das am Montag in Grenzen halten wird. Natürlich ist eine gewisse Anspannung da, weil wir auf die aktuell beste Mannschaft Deutschlands treffen. Allerdings haben wir im Spiel gegen Bremen gemerkt, dass die Nervosität mit der Zeit immer weiter abgeflacht ist." Dass Berg und ihre Mitspielerinnen am Montag auf Weltklasse-Spielerinnen wie Klara Bühl und Pernille Harder treffen werden, sei dabei zweitrangig: "Es ist schon interessant, sich mit solchen Spielerinnen, die auch international erfolgreich sind, messen zu können. Auf dem Platz müssen wir uns aber auf uns selbst konzentrieren und unsere Stärken nutzen. Da ist es dann egal, gegen wen wir spielen - wir müssen alles reinhauen."


