Profis 31.07.2026 - 18:30 Uhr
Knapper Sieg gegen Al Ahli
05ER ringen Kontrahenten aus Dubai in Kufstein nach kräftezehrenden 90 Minuten nieder

Erfolgreiche Premiere für das neue Auswärtstrikot: Der 1. FSV Mainz 05 hat auch das fünfte Testspiel des Sommers für sich entscheiden können, musste im Duell mit Al Ahli an Tag fünf des Trainingslagers in Brixental aber kräftig leiden, um den knappen 1:0-Erfolg über die Zeit zu bringen. Das Tor des Tages gelang dabei Andreas Hanche-Olsen nach einem Eckball Paul Nebels. Die Strapazen der vergangenen Tage waren beiden Teams durchaus anzusehen. Den rund 350 mitgereisten Mainzern auf der Tribüne der Kufstein Arena sollte es letztlich egal sein, geht es in diesen Tagen doch in erster Linie darum, ihrer Mannschaft so nah wie möglich kommen zu können.
Der Cheftrainer sagte nach dem Schlusspfiff: "Ich glaube schon, dass man den Jungs eine gewisse Müdigkeit angemerkt hat. Dann musst du im Spiel mit Ball eben präzise sein, sonst läufst du. Und wir waren heute nicht präzise. So sind wir zu viel gelaufen und waren selbst Schuld. Ich möchte nicht alles auf die Müdigkeit schieben, es war mit Ball einfach nicht so gut. Dabei haben wir das die Woche wirklich gut trainiert und Dinge probiert. Heute war es dann fast ängstlich, wir wollten keine Fehler machen. Man muss sich etwas zutrauen, Fehler können wir versuchen zu korrigieren - aber es war einfach sehr passiv."
Zahlreiche schweißtreibende Einheiten hatten die 05-Profis aus den vergangenen Tagen in den Knochen, und das schien sich in der Anfangsphase durchaus bemerkbar zu machen. Der Gegner störte den Spielaufbau der Mainzer früh, die ihre Probleme hatten mit der aggressiven Herangehensweise des Teams aus Dubai, dem sich immer wieder Umschaltaktionen boten. Nach einer solchen fiel dann auch früh die vermeintliche Führung, doch dem Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert (14.). Zu diesem Zeitpunkt hatte der FSV bereits wechseln müssen, weil Eric Martel bei einer klärenden Aktion im eigenen Strafraum im Rasen hängen geblieben war und nicht weitermachen konnte. Für den enttäuschten Neuzugang kam NLZ-Akteur Daniel Imafidon in die Partie, in der den Rheinhessen im Spiel nach vorne noch zu häufig Präzision oder aber Anspielstationen fehlten. So auch in Minute zehn, als Danny da Costa - er führte den Bundesligisten als Kapitän aufs Feld - Nebel mit einem schönen Ball rechts Richtung Grundlinie schickte, bevor das Eigengewächs den Ball flach in den Strafraum passte, wo allerdings weit und breit kein Mainzer Angreifer zu sehen war. Es war, wie in Testspielen in der Sommervorbereitung und bei Temperaturen jenseits der 30 Grad nicht unüblich, eine zähe Angelegenheit in Kufstein. Robin Zentner musste nach 18 Minuten erstmals eingreifen, als er einen Versuch Said Ezats aus 20 Metern entschärfte. Für die 05ER, die danach etwas besser ins Spiel fanden und sich die Müdigkeit ein wenig aus den Beinen gelaufen zu schienen haben, war es sechs Minuten später Philipp Tietz, der es nach Zuspiel von Nebel aus der zweiten Reihe probierte, den Ball aber nicht aufs Tor brachte. Danach gab es bis zur Pause noch zwei nennenswerte Szenen hüben wie drüben. Nach genau einer halben Stunde kombinierte sich Al Ahli bis in den Mainzer Strafraum durch und kam zum bis hierhin aussichtsreichsten Abschluss der Partie per Dropkick, der das Gehäuse nur knapp verfehlte (30.). Drei Minuten später bediente Nebel auf der gegenüberliegenden Seite Alynho Haidara, der das Leder aus wenigen Metern ans Außennetz setzte (33.). Das torlose Remis zur Pause war komplett leistungsgerecht.
Defensivreihen dominieren auch nach der Pause
Auch der zweite Durchgang sollte nicht zum Chancenfestival werden. Erst nach einer guten Stunde war es Imafidon, der sich über links schön bis in den Strafraum durchsetzte und ins Zentrum passte, wo ein Abwehrspieler vor dem eingelaufenen Tietz zur Ecke klärte (62.). Kurz darauf dann fast der Rückstand aus 05-Sicht, als Taiyu Yamasaki sich bei einem langen Ball verschätzte und Zentner sich gegen den frei auf ihn zusteuernden Guilherme da Silva Goncalves ganz breit machen musste, um den Einschlag zu verhindern (69.). Dafür sollte es wenig später auf der anderen Seite klingeln, wenngleich es lange nicht danach ausgesehen hatte. Nebel schlug einen Eckball scharf auf den zweiten Pfosten, wo Hanche Olsen den Ball aus drei Metern per Kopf über die Linie drückte (71.). Der FSV führte, musste aber nur zwei Minuten später wieder auf der Hut sein, als Cesar Santos de Oliveira einen 18-Meter-Freistoß auf die Torwart-Ecke brachte, worauf Zentner allerdings spekuliert hatte (73.). Es war die letzte echte Torchance dieser Begegnung, in der Schlussphase verfehlte ein Freistoß-Schlenzer von Tietz das Gehäuse deutlich, und auch die Angriffsbemühungen von Al Ahli in den Schlussminuten blieben unbelohnt. Die 05ER warfen sich letztlich in jeden Schuss und erkämpften sich den knappen Sieg auf der letzten Rille schließlich unter dem Einsatz letzter Kraftreserven.
Auch die erschöpfte Nummer neun des FSV, Philipp Tietz, äußerte sich nach der Partie: "Es war ein Härtetest mit schweren Beinen und müdem Kopf. Wir mussten über die Grenzen gehen, haben das getan. So erarbeitet man sich die Grundfitness für die Saison. Der Gegner hat es gut gemacht, darauf waren wir vorbereitet. Nach der Pause waren wir dann besser und haben, auch mit der Unterstützung unserer Fans, die verdiente Führung erzielt. Insofern ist der Sieg aus meiner Sicht auch gerecht, auch eine knappe Führung über die Zeit zu bringen, ist eine gute Erfahrung. Wir drücken Eric heute natürlich die Daumen, das ist ein ganz feiner Kerl, der sich super integriert hat."
Weiter geht es in personell völlig neuer Besetzung bereits am Samstagnachmittag (16 Uhr), wenn die Mainzer es auf dem Fußballplatz Mittersill mit Udinese Calcio zu tun bekommen. Auch diese Partie wird live auf 05ER.tv übertragen.
FSV - Al Ahli 1:0 (0:0)
Mainz 05: Zentner - Richter (61. Hong), da Costa, Hanche Olsen, Gruber, Yamasaki - Martel (8. Imafidon), Ruoppi (46. Kawasaki), Nebel - Tietz, Haidara (46. Debrah)
Tor: 1:0 Hanche-Olsen (71.)
Zuschauer: ca. 500
Schiedsrichter: Stefan Gamper (Tayfun Yilmaz, Benedikt Guggenmos)






















