Vorberichte 21.08.2026 - 19:30 Uhr
DFB-Pokal: Eine Frage der Einstellung
05ER wollen ihrer Favoritenrolle im ersten Pflichtspiel der Saison bei einem "ekligen Gegner" gerecht werden

Die erste echte Vorbereitung mit dem 1. FSV Mainz 05 liegt hinter Urs Fischer, der seit Dezember als Cheftrainer der Rheinhessen fungiert und das Team in der Vorsaison zum letztendlich souveränen Klassenerhalt führen konnte. Am Freitagnachmittag sprach der Schweizer auf der Pressekonferenz vor dem Pflichtspiel-Auftakt 2026/27 im DFB-Pokal beim VfB Krieschow (Sonntag 15.30 Uhr, live bei SKY & 05ER.fm) über die ersten Herausforderungen der neuen Spielzeit, den Konkurrenzkampf im Kader sowie die Personalsituation vor der anstehenden Reise in den Osten.
Wenn die Mainzer am Samstagnachmittag den Flieger besteigen, werden neben den noch verletzten Eric Martel und Paul Nebel auch die weiter an ihrer Fitness feilenden Benedict Hollerbach (nach Achillessehnen-Riss im Januar zurück im Teamtraining) sowie die WM-Teilnehmer Stefan Posch und Silvan Widmer fehlen. Zwar fehlt der Schweizer dem FSV zum Auftakt, bleibt aber wie schon in den vergangenen Jahren Kapitän. Vertreten wird er durch Nadiem Amiri oder Robin Zentner. Den Mannschaftsrat komplettieren neben ihnen Nebel, Dominik Kohr und Phillipp Mwene. Wichtige organisatorische Weichen, die es vor Beginn einer jeden Saison zu stellen gilt.

Bis zu 4.000 Zuschauer können das Pokal-Duell zwischen Krieschow und dem FSV am Sonntagnachmittag live vor Ort verfolgen (Bildquelle: imago/Steffen Beyer).
Klare Gegneranalyse
Vor gänzlich anderen Herausforderungen stand man zuletzt im 500-Einwohner-Dorf Krieschow nahe Cottbus. Der heimische Sportpark, der vielmehr einem klassischen Sportplatz ähnelt, musste herausgeputzt und erweitert werden für das größte Spiel der Vereinsgeschichte, in dem sich die Brandenburger natürlich sowohl auf als auch neben dem Platz von ihrer besten Seite zeigen wollen. Die Kapazität wurde dank zusätzlicher Stahlrohrtribünen von 2.000 auf 4.000 erhöht. Rund 1.000 Mainzer werden die knapp 600 Kilometer auf sich nehmen und unter den Zuschauern sein.
Es dürften insofern durchaus ungewohnte Bedingungen sein, die den Bundesligisten im ersten Pflichtspiel der Saison erwarten. Zumal der Gegner zwar Underdog ist, aber nicht zu unterschätzen sei, wie Fischer weiß. "Wir stellen uns auf einen ekligen Gegner ein. Sie spielen ein klares 4-4-2, gegen den Ball auch mal ein 5-3-2. Sie spielen einfachen Fußball und operieren viel mit langen Bällen. Defensiv stehen sie tief und kompakt, da können sie dir das Leben schwer machen. Im Spiel gegen Cottbus hat man das gesehen", so der 05-Cheftrainer mit Verweis auf das Landespokalfinale im Mai, als sich Andy Hebler & Co. bei Energie Cottbus genauso knapp wie sensationell mit 2:1 hatten durchsetzen können. Zudem warnt Fischer vor den Standards der Gastgeber, die nicht zuletzt auch nach Einwürfen für brandgefährliche Situationen im Strafraum sorgen können, wie die Analyse des 05-Trainerteams ergeben hat.
Konkurrenzkampf im Sinne des Trainers
Dass der FSV sich als Favorit aller Wahrscheinlichkeit nur selbst wird schlagen können beim Fünftligisten, versteht sich von selbst. Weswegen der Cheftrainer eine seriöse Herangehensweise einfordert und allen voran die Einstellung jedes Einzelnen als Voraussetzung für das Weiterkommen nennt. "Das ist gar nicht in erster Linie Aufgabe des Trainers. Natürlich haben wir die Jungs auch vorbereitet, was sie erwartet. Gehen wir die Aufgabe mit aller Ernsthaftigkeit an, werden wir weniger Probleme haben. Stimmt die Einstellung nicht, können sie uns das Leben verdammt schwer machen."
Und Fischer ist guter Dinge, dass seine Mannschaft bestens präpariert ist, sowohl für den Pokal als auch für die kommenden Aufgaben: "Ich nehme die Mannschaft als Einheit wahr. Nach acht Wochen Vorbereitung sind alle heiß, dass es losgeht. Abgesehen von den beiden Verletzungen, können wir durchaus zufrieden sein. Dennoch haben wir gesehen, dass es weiter viele Punkte gibt, an denen wir arbeiten müssen." Angesprochen auf die vielen Positionskämpfe in seinem Kader, gibt sich der Trainer optimistisch, dass diese Ausgangslage zum Erfolg beitragen wird. Schließlich wünsche man sich als Trainer so viele enge Duelle wie möglich. "Jeder muss jeden Tag und jede Woche um seinen Platz kämpfen, da ist nichts in Stein gemeißelt. Unsere Aufgabe als Trainerteam bleibt es, vor jedem Spiel die beste Elf für den kommenden Gegner zu finden", so Fischer.



