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Fußball Frauen 09.03.2026 - 16:30 Uhr

Berg: "Stehen mittlerweile sehr gut da"

Die 25-jährige Defensivakteurin spricht unter anderem über ihre Rolle als Kapitänin, die Entwicklung der Mainzer Frauen im bisherigen Saisonverlauf und die nächste Aufgabe in Potsdam

Johanna Berg (Mitte) jubelt über ihr Tor zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart.

Vom Main an den Rhein: Mit Johanna Berg haben die 05-Frauen in der vergangenen Sommerpause eine Spielerin für sich gewinnen können, die für die Zweitvertretung von Eintracht Frankfurt bereits viel Erfahrung in der 2. Frauen-Bundesliga gesammelt hat. Kaum am Bruchweg angekommen, wurde der 25-Jährigen gleich eine wichtige Aufgabe als eine der Kapitäninnen des FSV übertragen - dieses Vertrauen zahlt die gelernte Offensivspielerin, die bei den Mainzer Frauen deutlich defensiver eingesetzt wird, zweifelsohne zurück. Berg verpasste in der laufenden Saison keines der bislang 20 Pflichtspiele, in denen sie gerade mal sieben Minuten nicht auf dem Platz stand. Der Verantwortung, die mit dem Tragen der Kapitänsbinde einhergeht, ist sich die 25-Jährige dabei durchaus bewusst: "Es bedeutet mir sehr viel, direkt in meiner ersten Saison in Mainz das Vertrauen von meinen Mitspielerinnen und dem Trainerteam zu bekommen. Als Kapitänin sehe ich - auch dank meiner Erfahrung - meine Aufgabe unter anderem darin, die Mannschaft in schwierigen Momenten auf dem Platz mitzureißen und zu unterstützen", so Berg über ihre Rolle. 

Allerdings geht die Kapitänin nicht nur mit ihrer Erfahrung voran. Obwohl sie in Mainz hauptsächlich in der Verteidigung spielt, gelang der 25-Jährigen am siebten Spieltag gegen den VfB Stuttgart ihr erstes Saisontor, das die Rheinhessinnen in der 16. Spielminute zwischenzeitlich mit 1:0 gegen den damaligen Tabellenzweiten in Führung brachte. "Das war ein sehr schönes Gefühl, weil ich durch meine neue Rolle nicht mehr so viele Tore wie in der Vergangenheit schieße", erinnert sich Berg an ihr Tor, das den Startschuss für ein sehr turbulentes Heimspiel mit dem schlechteren Ende und einer 4:5-Niederlage aus Sicht des FSV darstellte: Im Oktober vergangenen Jahres hatten die 05-Frauen den Sieg nach einer deutlichen 4:1-Führung zur Halbzeitpause noch in dramatischer Art und Weise in letzter Sekunde aus der Hand gegeben. 

"Haben einen großen Schritt in unserer Entwicklung gemacht"

Dieser herbe Rückschlag sollte allerdings den Grundstein für eine herausragende Siegesserie legen, die eine Woche später begann: In den folgenden sechs Spielen holten die Mainzerinnen 18 von 18 möglichen Punkten und setzten sich damit im oberen Tabellendrittel fest. "Ich glaube, dass wir als Mannschaft in den vergangenen Monaten schon einen großen Schritt in unserer Entwicklung gemacht haben. In den ersten Spielen konnte man sehen, dass noch nicht alles so funktioniert hat, wie wir es uns gewünscht hätten - das hatte sicherlich auch ein wenig mit Nervosität und der Ungewissheit zu tun, was in dieser Liga auf uns zukommt. Mittlerweile stehen wir allerdings angesichts der Tatsache, dass wir unsere erste Saison in der 2. Frauen-Bundesliga bestreiten, sehr gut da", schätzt Berg die Entwicklung des Teams ein. 

Nach der Fortsetzung des Pflichtspielbetriebs im neuen Jahr hatten die 05-Frauen einen etwas holprigen Start erwischt: In den ersten drei Spielen erzielte der FSV kein Tor, trennte sich jeweils mit einem 0:0-Remis vom SV Meppen sowie von Viktoria Berlin und unterlag 0:2 bei Eintracht Frankfurt II. Dank eines deutlichen 5:2-Heimsiegs gegen die SG 99 Andernach gelang den Rot-Weißen vor der Länderspielpause allerdings ein Befreiungsschlag, der laut Berg für neues Selbstvertrauen gesorgt hat: "Nach dem ersten Tor ist eine sehr große Last von uns abgefallen. Wir waren alle sofort euphorisch und ich denke, dass das 1:0 eine Art Dosenöffner für weitere Treffer war, die wir dann auch erzielt haben. Als es kurzzeitig nochmal eng wurde und wir den Ausgleich zum 2:2 kassiert haben, konnten wir direkt im Anschluss mit der erneuten Führung antworten - wir haben nicht aufgegeben und eine super Reaktion gezeigt."

"Wollen an unsere Leistung anknüpfen"

Zuletzt befanden sich die Mainzer Frauen in einer Länderspielpause - mit zwei Wochen eine ungewöhnlich lange Zeit ohne Pflichtspiel, die die Mainzerinnen allerdings für sich auf dem Trainingsplatz gut nutzen konnten: "Wir haben einige taktische Themen bearbeitet, uns aber auch mit der Verteidigung von Standardsituationen auseinandergesetzt, weil wir in der Hinrunde leider sehr anfällig für Gegentore nach ruhenden Bällen waren. Außerdem waren der Spielaufbau und das Umschaltspiel Themen, zwischendurch hatten wir zwei Tage frei - das hat auch gutgetan." 

Nun steht den Mainzerinnen allerdings ein Auswärtsspiel in Potsdam bevor (Sonntag, 14 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion, im kostenlosen Livestream bei LEAGUES) - im Hinspiel hatten sich beide Teams nach einem 2:2-Remis die Punkte geteilt, nachdem den "Turbinen" in der Schlussphase der Ausgleich gelang. Berg ist optimistisch, dass es nach dem jüngsten Erfolgserlebnis dieses Mal mit einem Sieg und drei Zählern gegen den Aufsteiger klappen wird: "Wir wollen an unsere Leistung aus dem vergangenen Spiel anknüpfen - insofern wir das schaffen, werden wir sicherlich ein besseres Ergebnis als im Hinspiel erzielen."