Profis 10.07.2020 — 17:00 Uhr

Alles hart erarbeitet

05-Neuzugang Dimitri Lavalée erhöht Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung

Oktober 2019: Lavalée im Duell mit Eintracht-Stürmer Goncalo Paciencia. ©imago images / Eibner

Den ersten Neuzugang für die kommende Bundesligasaison hat der 1. FSV Mainz 05 bereits im Januar verpflichtet: Dimitri Lavalée, zuletzt beim belgischen Traditionsklub Standard Lüttich aktiv, unterschrieb bereits im Winter einen Vierjahresvertrag am Bruchweg. Der 23-jährige Linksfuß bewirbt sich um einen der Plätze in der Innenverteidigung.  

"Er ist ein Spieler, der mental stabil ist, sehr reif und sehr professionell. Er ist ein ruhiger Verteidiger, sehr dominant und trotz seines jungen Alters bereits mit viel Reife in seinem Spiel. Er hat einen guten linken Fuß, ist fleißig und stets respektvoll seiner Mannschaft gegenüber." Diese Aussagen stammen von Aleksandar Jankovic und sind vier Jahre alt. Der damalige Cheftrainer von Standard Lüttich äußerste sich seinerzeit in einem Video über den jungen Innenverteidiger, der sich aufmachte, direkt von der U19 des Klubs den Sprung in den Profikader des zehnfachen belgischen Meisters zu wagen.

31 Einsätze in Maastricht

Wenn Rouven Schröder heute über den Neuzugang spricht, der nach der Sommerpause Anfang August seine Arbeit mit dem Team aufnehmen wird, dann stellt auch der 05-Sportvorstand Begriffe wie Einstellung, Teamgedanke oder Mentalität in den Vordergrund. "Dieser Junge hat sich alles sehr hart erarbeiten müssen", sagt Schröder. Das habe ihn geprägt. Diese Einstellung zum Profi-Sport hat den Mainzer Verantwortlichen in den Gesprächen mit dem zentralen Abwehrspieler imponiert. Lavalée ist nicht das begehrte europäische Top-Talent, wie es Abdu Diallo war oder wie 05-Stammspieler Moussa Niakhaté ist. Der Belgier ist aber ein Kämpfer, der in Mainz die große Chance sieht, sich zu etablieren und ein fester Bestandteil der Mannschaft zu werden.

05ER.tv: Das war die Saison 2019/2020

Lavalée hat das komplette Nachwuchsleistungszentrum in Lüttich durchlaufen, ist dann in der Saison 18/19 zum niederländischen Zweitligisten MVV Maastricht ausgeliehen worden, wo der Abwehrmann 31 Saisonspiele bestritt. Nach seiner Rückkehr spielte der Innenverteidiger in der abgelaufenen Saison fünfmal für Standard in der Jupiler Pro League, saß ansonsten meist auf der Bank. Der routinierte Zypriote Konstantinos Laifis erhielt von Trainer Michel Preud´homme als linker Innenverteidiger meist den Vorzug. Im Gruppenspiel der Europa League bei Eintracht Frankfurt setzte der Standard-Coach Lavalée dann neben Laifis auf der für ihn ungewohnten rechten Innenverteidigerposition ein. "Dimitri hat da in Frankfurt praktisch aus der kalten Hose ein richtig gutes Spiel gemacht", sagt Schröder. Der Belgier habe mit diesem Auftritt trotz der 1:2-Niederlage Argumente für sich geliefert.

 

Es geht nur um Leistung

"Ausschlaggebend war dann, dass er ablösefrei war und mit 23 in einem sehr guten  Alter ist", so der Mainzer Sportvorstand, der den Abwehrspieler noch vor der Corona-Pandemie verpflichtete. Der Verteidiger, der in diesem Jahr noch kein Profi-Spiel absolviert hat, unter anderem, weil in Belgien die Saison frühzeitig abgebrochen wurde, weiß laut Schröder, dass ihm in Mainz nichts geschenkt werde, dass er sich durchsetzen müsse. "Wir haben über gewisse Dinge gesprochen. Auch über den Leistungsgedanken. Wir wollen in der neuen Saison keine Erbhöfe zulassen. Jeder muss sich anbieten. Es geht nicht um Namen, sondern nur um Leistung." Wenn die 05-Profis Anfang August mit der Saisonvorbereitung beginnen, ist Lavalée einer von drei Linksfüßen in der Innenverteidigung und muss sich im Konkurrenzkampf mit Niakhaté und Alexander Hack auseinandersetzen.

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