Engagement 08.10.2019 — 14:30 Uhr

Zweites Ausbildungsmodul der Football Club Social Alliance in Mexiko

"Football for All" – "Fußball für alle"

©FCSA

Extreme Gewalt und Armut, politische Instabilität und fehlende Lebensperspektiven in Honduras, El Salvador, Nicaragua und Venezuela zwingen Hunderttausende in die Flucht. Zu Fuß fliehen sie in den Norden und passieren dabei eine der Südgrenzen Mexikos. Obwohl die USA für viele von ihnen das Hauptziel ist, beantragten 2018 knapp 30'000 Schutzsuchende Asyl in Mexiko – eine Zahl, die auch 2019 stetig ansteigt. Sie verbleiben entweder im armen Süden des Landes oder migrieren in urbane Zentren, in der Hoffnung Arbeit zu finden. Dort stoßen die Flüchtenden jedoch oft auf gemischte Gefühle: Ein Teil der mexikanischen Bevölkerung zeigt sich solidarisch, andere wollen die Fremden nicht im Land haben.

Diesem wachsenden Konfliktpotenzial und der Fremdenfeindlichkeit will die Football Club Social Alliance (FCSA) entgegenwirken. In Zusammenarbeit mit den lokalen Hauptpartnern, dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und dem Refugee Education Trust (RET) bildet sie über 40 junge Frauen und Männer zu Kinderfußballtrainern und Mentoren aus. Diese Young Coaches haben die Aufgabe, über den Fußball Werte wie Akzeptanz, Offenheit und Toleranz zu vermitteln und dabei die Integration von Flüchtlingskindern sowie das friedliche Zusammenleben in den Gastgemeinden zu fördern.

"Football for All"

Das zweite Modul der Young Coach-Ausbildung wurde Ende September in Mexiko-Stadt durchgeführt, wobei 40 junge Frauen und Männer aus ganz Mexiko teilnahmen. Diese wurden vom UNHCR, RET und deren Partnerorganisationen nominiert und absolvierten das 1. Ausbildungsmodul bereits im Mai dieses Jahres.

Die FCSA-Instruktoren Willy Schmid (FC Basel 1893), Robert Urbanek (FK Austria Wien) und Felix Jeckel (1. FSV Mainz 05) reisten nun für das zweite Modul in die Hauptstadt Mexikos. Nach einem eintägigen Erste-Hilfe-Kurs des Mexikanischen Roten Kreuzes lag der Fokus der Ausbildung vor allem auf dem Thema "Football for All" – "Fußball für alle": Die Young Coaches lernten, wie sie durch spezifische Trainingsmethoden auf verschiede Altersgruppen und Leistungslevel eingehen und wie sie Kinder mit einer Beeinträchtigung in ihre Aktivitäten integrieren können. Dies wurde bei einem Fußballfestival mit 50 Kindern mit einer Hörbeeinträchtigung sowie einem Trainingsevent mit rund 90 Kindern aus lokalen Schulen direkt angewandt.

Die Projektpartner UNHCR und RET vervollständigten die Ausbildung mit Workshops zum Thema Kinderschutz und sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt. Dadurch können die Young Coaches nun besser auf die Probleme in ihrem Umfeld reagieren und die Kinder pädagogisch unterstützen.

Das Young Coach-Ausbildungsprogramm in Mexiko wird von den FCSA-Clubs und Scort in enger Zusammenarbeit mit den Hauptpartnern UNHCR und RET durchgeführt und von der Fondation Botnar unterstützt.

"Ich glaube, dass dieses Programm sehr gut kulturelle Differenzen überbrücken kann. Es hilft den Menschen zu realisieren, dass Vorurteile nicht hilfreich sind und dass wir stattdessen lieber an unseren Gemeinsamkeiten arbeiten sollten. Ich denke, dass Sport – insbesondere Fußball – uns alle in unserer Leidenschaft für das Spiel sowie für die Entwicklung vereinigt", so Mehni Gonzalez, Lokaler Koordinator von RET.

"Das Festival, bei dem Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung teilgenommen haben, war eine ganz neue Erfahrung. Am Anfang habe ich mich noch gewundert, warum man nichts hört, da ich von den Festivals in Vietnam gewöhnt war, dass es extrem laut ist und alle am Lachen und am Schreien sind. Doch hier wandten sie die Gebärdensprache an und dadurch war fast gar nichts zu hören. Trotzdem hat man aber gesehen und gespürt, wie froh und dankbar die Kinder waren, dass Leute zu ihnen kommen und mit Ihnen Sport machen und Fußball spielen", sagte Felix Jeckel im Anschluss.

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