Profis 13.05.2019 — 12:30 Uhr

Zum Abschluss noch einmal dasselbe

Nach dem 2:0-Derbysieg in Frankfurt wollen die 05er auch im Finale gegen Hoffenheim den Erfolg - Schwarz: Haben die Möglichkeit 22 Rückrundenpunkte zu holen

Feiern möchten Tony Ujah und die 05er am kommenden Wochenende auch beim Saisonfinale in der heimischen OPEL ARENA.

Sechseinhalb Jahre musste der 1. FSV Mainz 05 auf diesen Derbysieg warten. "Wir haben hier Momente erlebt, in denen wir wie geprügelte Knaben in die Kurve gegangen sind. Das war heute ein wichtiges, positives Erlebnis. Wir sind stolz darauf, in dieser Phase der Saison eine sehr gute Leistung gezeigt zu haben", sagte Rouven Schröder nach dem 2:0-Erfolg am vorletzten Spieltag im  Nachbarschaftsduell bei Eintracht Frankfurt. "Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Man hat gesehen, dass wir das Spiel gewinnen und die Saison bis zum Ende durchziehen wollen. Kompliment an die Mannschaft. Jetzt sind wir heiß aufs letzte Heimspiel", erklärte der Sportvorstand. Zum Finale empfangen die 05er am Samstag die TSG Hoffenheim.

Die 05er verdienten sich nach diesem hochverdienten Sieg die Komplimente, denn die Mannschaft zeigt, dass sie sich nach dem Erreichen des Etappenziels keinerlei Spannungsabfall hingibt, sondern mit Ehrgeiz und großer Mentalität weiterhin ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden möchte. Das gelang nun auch auswärts im Duell mit den durch das bittere Europa-League-Aus im Halbfinale beim FC Chelsea körperlich wie mental angegriffenen Frankfurtern. Schwarz hatte im Vorfeld schon klargestellt, dass die Mainzer Motivation nicht darin begründet sei, der Eintracht etwas zu vermasseln, sondern darin, den eigenen Ehrgeiz und die eigenen sportlichen Erwartungen zu befriedigen, die Weiterentwicklung der jungen Mannschaft auch in solchen Druckspielen zu dokumentieren.

Mit der Eintracht mitfühlen

"Wir können natürlich mitfühlen mit der Eintracht, weil es herausragend ist, was Sie geleistet haben und sie einen Matchball fürs internationale Geschäft hatten", sagte Schwarz nach dem 2:0-Erfolg. "Unser Anspruch ist es aber, nächste Woche gegen Hoffenheim genau das gleiche zu tun, was wir heute gemacht haben."

40 Punkte haben die Mainzer nun nach 33 Spieltagen auf ihrem Konto. "Das ist schon mal ein gutes Gefühl", betonte der Trainer. "Auch, dass wir zum ersten Mal gegen eine Top-Acht-Mannschaft gewonnen haben. Wir haben jetzt die Möglichkeit, in dieser Rückrunde 22 Punkte zu holen, in der Hinrunde waren es 21. Also werden wir am Samstag erneut alles rausfeuern."

Ohhh, wie ist das schön...

In Frankfurt waren die Ambitionen des Teams von Beginn an spürbar. Schwarz hatte sich für Kunde Malong als Sechser in der Raute entschieden und Jean-Philippe Gbamin als Achter aufgestellt. Kunde machte eines seiner besten Spiele für die 05er. "Er war ein wichtiger Faktor mit seiner Mentalität. Wegen seiner Ruhe und seiner Struktur im Passspiel haben wir uns für ihn als Sechser entschieden. Und auf der acht wollten wir Dynamik, die Möglichkeit, Läufe zu machen", begründete der Coach seine Entscheidung. Die Eintracht kam nicht zu ihrem gefürchteten Umschaltspiel, die 05er verteidigten zudem stark und konsequent über die komplette Spielzeit, gestatteten den Gastgebern nur die eine große Chance durch Ante Rebic (18.) nach einem Konter sowie noch eine kurze Druckphase ganz am Ende, als Florian Müller dreimal zupacken musste.

Matchwinner Tony Ujah

Die Mainzer bekamen die Partie mit hoher Intensität, hoher Zweikampfbereitschaft und läuferischer Stärke immer besser in den Griff, waren dann nach der Pause komplett dominant. Und Anthony Ujah belegte dies mit Zählbarem. In der 53. Minute verwandelte der Stürmer den Ball, den ihm Jean-Philippe Mateta, der sich zuvor gegen zwei Eintracht-Verteidiger im Strafraum behauptet hatte, servierte, volley zur Führung. Vier Minuten später drehte sich Ujah selbst um mehrere Abwehrspieler und erzielte mit einem Schuss ins lange Eck das 2:0 nach Gbmains prächtiger Vorarbeit. Anschließend verpassten die klar überlegenen 05er in etlichen Offensivaktionen und Kontern ein noch deutlicheres Ergebnis.

Der Matchwinner war in die Startelf gerückt, weil Robin Quaison im Abschlusstraining umgeknickt war und passen musste. "Tony hatte viele gute Trainingseinheiten, war auch vor dem Tor stark. Dass es heute bei ihm passt, ist die Belohnung für sein Verhalten und seine Arbeit", lobte Schwarz den Edeljoker. "Ich freue mich ungemein für Tony. Er hatte einige Nackenschläge einzustecken. Dass er heute da ist in einem so wichtigen Spiel und die Tore macht, das ist kein Zufall." Weil sich Ujah so mit der Mannschaft identifiziere, ein hohes Verantwortungsbewusstsein habe für das, was außerhalb des Platzes passiere und im Training nie nachlasse. "Er hat eine große Offenheit, auf Menschen zuzugehen, anderen zu helfen, unabhängig davon, ob er spielt oder nicht, das finde ich herausragend. Wegen seiner hohen Sozialkompetenz haben die Jungs alle eine sehr hohe Meinung von ihm", sagte Schwarz.

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