Profis 21.09.2020 — 12:30 Uhr

Zentner sorgt für Schadensbegrenzung

Matetas Treffer zu wenig bei Saisonauftakt-Niederlage in Leipzig - Schröder: "Steigerung, aber wir haben null Punkte"

Augen zu und durch: Robin Zentner bewahrte die 05ER vor weiteren Gegentreffern.

Der 1. FSV Mainz 05 verhinderte zwar vor 8460 Zuschauern in der RB Arena ein ähnliches Ergebnis-Debakel wie beim 0:8 in der Vorsaison, war allerdings beim 1:3 zum Bundesligaauftakt bei RB Leipzig von der Möglichkeit, etwas Zählbares mitzunehmen, weit entfernt. "Es war eine Steigerung zum letzten Jahr, aber wir haben null Punkte und sind deshalb enttäuscht", sagte Rouven Schröder.

Die Partie gegen die Leipziger, gegen die das 05-Team in der Vorsaison zwei deutliche Niederlagen kassiert hatte, zeigte, dass sich die Machtverhältnisse nicht groß verändert haben. "Wir wissen schon, gegen wen wir gespielt haben. Wir kommen aus einer Saison mit 0:13 Toren gegen RB und spielen gegen einen Champions-League-Halbfinalisten, einen Top-Bundesligisten mit unfassbar gutem Kader. Das muss einfach jedem klar sein", erläuterte der Sportvorstand zur Einordnung. "Wir haben uns vorher nicht zu klein gemacht, mussten aber von der ersten Minute an sehen, wie Leipzig auf die Tube gedrückt, in den Räumen kombiniert und uns gezeigt hat, wer Herr im Hause ist. Wir haben versucht, das zu unterbinden, haben es aber nicht geschafft."

Anfangsdruck ausgehalten

Mit zwei ganz engen Viererketten und mit Jean-Philippe Mateta sowie Robin Quaison als den Aufbau störende Anläufer wollte der 05-Coach dem Leipziger Offensivdruck entgegenwirken. "Das ist uns in den ersten 15 Minuten auch ganz gut gelungen", sagte Achim Beierlorzer. Die Mainzer mussten gegen die enorm ballsicheren und kombinationsstarken Leipziger zwar extrem viel arbeiten und Drucksituationen aushalten, ließen aber trotz der deutlichen Überlegenheit zunächst keine Chancen zu. "Und dann gibt es dieses unsägliche Missverständnis in der Abwehrreihe, wo Leo Barreiro den Spieler wegblocken möchte, Moussa Niakhaté aber den Ball nicht nimmt", erklärte der Trainer später die Situation in der 16. Minute, die zum Rückstand führte. Nach dem Missverständnis der 05-Verteidiger gegen Kevin Kampl passte der zu Dani Olmo, Barreiro eilte zur Rettung und brachte den spanischen Nationalspieler zu Fall. Emil Forsberg ließ Robin Zentner beim fälligen Elfmeter keine Chance.

Wenig später klärte Jonathan Burkardt im eigenen Strafraum einen Freistoß per Kopf vor die Füße von Olmo, dessen Flanke Yussuf Poulsen per Kopfball-Bogenklampe über Zentner hinweg zum 2:0 im Tor versenkte. "Zu leicht", wie Schröder befand. Der RB-Stürmer vollstreckte ungehindert gegen Moussa Niakhaté und Ridle Baku, die nicht eingriffen. "Alle Tore waren gefühlt vermeidbar. Witzigerweise waren die anderen Chancen deutlich besser rausgespielt als die, die wir rein bekommen haben. Das müssen wir besser verteidigen", sagte der Sportvorstand.

Die Pressekonferenz aus Leipzig

Das muss man erst mal abschütteln

Die Folge war jedoch ein nahezu ungebremster Angriffswirbel der Gastgeber. "Wir wollten es möglichst lange zu null halten und Umschaltmomente erspielen, auch im Ballbesitz die eine oder andere Situation nach vorne erarbeiten, aber Leipzig war enorm stark, so dass wir uns kaum durchsetzen konnten. Sie haben nach der Führung sehr sicher in die Schnittstellen gespielt, technisch sehr stark. Robin Zentner hat da sehr gute Arbeit gemacht." Die Nummer eins der Mainzer verhinderte einen deutlicheren Rückstand. "Es ist normal, dass die Gedankengänge nach dem 0:2 schnell Richtung Vorsaison gingen. Das muss man erst mal abschütteln", sagte Schröder.

Bälle zu schnell weg

Das größte Problem des 05-Spiels in dieser Phase war, dass es kaum gelang, sich dem extremen Pressing und Gegenpressing zu entziehen. Die Mainzer verloren einfach zu oft und zu schnell die gewonnenen Bälle, genauso wie die zweiten Bälle nach langen Pässen. "Wir haben uns vorgenommen nach der Halbzeit aggressiver zu sein, die Außenverteidiger weiter nach vorne zu schieben, um Angelino und auf der anderen Seite Haidara ein bisschen mehr unter Druck zu setzen", so der Trainer. "Und haben ja auch gleich die positive Rückmeldung gekriegt."

Damit meinter Beierlorzer den Treffer kurz nach der Pause. Robin Quaison setzte sich in der 48. Minute an der linken Außenlinie gegen zwei Leipziger geschickt durch, zog in die Mitte, spielte einen perfekt getimten Pass in die Schnittstelle der Abwehr, wo sich Mateta absetzte und abgeklärt zum 1:2 vollstreckte. Die beste Mainzer Aktion im ganzen Spiel. "Im Endeffekt hat es leider Gottes auch nicht gereicht", betonte Beierlorzer. Denn nur wenige Minuten danach fehlten Barreiro und Niakhaté die Konsequenz gegen Vorbereiter Forsberg und Haidara staubte zum 3:1 ab. "Wieder zu einfach", kritisierte Schröder. Mateta vergab nach einer Flanke von Daniel Brosinski per Kopf noch eine letzte Großchance, das Ergebnis etwas positiver zu gestalten. Auf der anderen Seite war es der einmal mehr überragende Zentner, der ein ums andere Mal für Schadensbegrenzung sorgte.

Am Samstag (15.30 Uhr) erwarten die 05ER nun Aufsteiger VfB Stuttgart zum ersten Heimspiel in der OPEL ARENA.

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