Profis 03.12.2019 — 14:00 Uhr

"Wir sind auf einem guten Weg"

Zweiter Sieg unter Achim Beierlorzer: Powerfußball in der zweiten Halbzeit bringt erneuten Derby-Erfolg gegen sich heftig wehrende Frankfurter

Feiern nach dem Derbysieg: Gegen Eintracht Frankfurt fuhr der FSV den zweiten Dreier in Folge ein.

Auch im zwölften Anlauf ist es der Frankfurter Eintracht nicht gelungen, in der Bundesliga das Rhein-Main-Derby in Mainz zu gewinnen. Die 05ER dagegen setzten nach dem 5:1-Triumph in Hoffenheim nun sein zweites Highlight unter seinem neuen Trainer und gewann das extrem spannende Nachbarschaftsduell am Montagabend mit 2:1. "Wir sind absolut happy, dass wir diese drei Punkte haben. Sie sind Gold wert. Wir sind jetzt tatsächlich auf einem guten Weg. Diesen Weg wollen wir weiter gehen", sagte Achim Beierlorzer anschließend.

Auch dieses Derby bot den Zuschauern in der fast ausverkauften OPEL ARENA mal wieder alles, was solche Begegnungen ausmacht. Kampf, Leidenschaft, Emotionen. Ein nervenaufreibender Spielverlauf und aus Sicht des FSV das erhoffte Ende. Einen Sieg nach Rückstand, der die 05ER in der Tabelle auf nunmehr 15 Punkte und Platz zwölf bringt und den die FSV-Anhänger ausgelassen feierten.

Notbremse gegen Öztunali

Die Erleichterung war groß, als Schiri Manuel Gräfe die Partie nach Ablauf der vier Minuten Nachspielzeit abpfiff. Denn die Frankfurter hatten in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne geworfen, obwohl sie seit der 45. Minute in Unterzahl gespielt hatten. Dominik Kohr hatte sich bei einem Konter nur mit der Notbremse gegen Levin Öztunali zu helfen gewusst, um den Gegentreffer zu vermeiden und Rot kassiert. Die Mainzer hingegen hatten es am Ende verpasst, mit Kontern den Sack frühzeitig zu zumachen.

Ein endgültiger Knockout hätte uns etwas weniger Nerven gekostet

"Da sind wir ganz schön in Hektik verfallen", gestand der 05-Trainer ein. "Nicht nur auf dem Feld, auch wir draußen. Als Trainer wünscht man sich natürlich, dass wir in dieser Phase die Konter wie in Hoffenheim eiskalt ausspielen. Das ist uns nicht gelungen. Deshalb mussten wir bis zur letzten Sekunde zittern, um den Sieg über die Zeit zu bringen." Da musste wieder einmal Robin Zentner entscheidend eingreifen, um den Ausgleich zu verhindern, und Aarón klemmte am eigenen Strafraum einen letzten Konter ab, sonst hätten zwei Eintracht-Stürmer frei gestanden. Auf der anderen Seite verpassten der eingewechselte Daniel Brosinski und Öztunali in zwei Überzahlsituationen das fällige 3:1. "Wir haben da die Bälle zu leicht verloren, hätten mehr Kontrolle behalten müssen. Ein endgültiger Knockout hätte uns etwas weniger Nerven gekostet", sagte der 05-Trainer.

Der 52-Jährige sprach dennoch von einem verdienten Sieg: "Weil die Mannschaft gerade in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte einen richtigen Powerfußball gespielt hat." In der spannenden Partie, in der sich beide Teams vor der Pause nahezu neutralisiert hatten, hatten die 05ER bei einer Ecke einmal nicht richtig aufgepasst und das 0:1 durch Martin Hinteregger kassiert. "Das hat uns wehgetan. Wir waren gut im Spiel, waren auf Augenhöhe, hatten immer wieder unsere Aktionen. Frankfurt hat das toll verteidigt und man hat gesehen, wie gefährlich sie im Umschaltspiel unterwegs sind, wenn sie mal richtig ins Tempo kommen", erklärte Beierlorzer. "Wir haben uns in der Pause genau das vorgenommen, was wir dann auch auf den Platz gebracht haben. Auch das nicht gegebene 2:1 hat der Mannschaft trotzdem den Glauben gegeben, dass wir heute tatsächlich gewinnen können."

Erstes Tor für Szalai

Jeremiah St. Juste brachte nach 50 Minuten den Ball vors Tor, Karim Onisiwo verlängerte zum Ausgleich. Onisiwos Treffer drei Minuten später annullierte der Video-Assistent, Aaróns Zuspiel von der Grundlinie war bereits im Aus gewesen. Ádám Szalai sorgte schließlich mit seinem ersten Tor nach seinem 05-Comeback für die Entscheidung, obwohl die Frankfurter sich noch vehement dagegen sträubten. "Das war kein Spaß am Schluss. Die hatten nochmal richtig Punch", sagte Beierlorzer, der sich mehr Ruhe im Spiel seines Teams gewünscht hätte. Dass die Mannschaft jedoch mit dieser Power den  Rückstand gedreht habe, sage alles über ihre Bereitschaft aus.

"Wenn wir einen dieser Konter zu Ende fahren, dann ist es vorbei. So war es aber nicht, also mussten wir bis zum Ende durchverteidigen. Und das habe die Mannschaft toll gemacht." Das Team mache im Moment mehr richtig als fasch. "Ich finde es toll, dass diese Mannschaft unheimlich viel annimmt. Ihr liegt diese Art, mit Tempo gegen den Ball zu verteidigen, nach vorne unterwegs zu sein und sie möchte es auch unbedingt."

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