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Engagement 24.07.2026 - 09:00 Uhr

Hitzeschutz für obdachlose Menschen

Ein Tag mit Streetworkerin Ute Hamann: Helfen ist oft einfacher, als man denkt

Unser 05ER CSR-Team mit Streetworkerin Ute Hamann (re.).

Als Sportverein möchten wir Verantwortung nicht nur auf dem Spielfeld übernehmen, sondern auch darüber hinaus: ein freundliches Gespräch, eine Flasche Wasser an heißen Tagen oder einfach die Aufmerksamkeit, nicht wegzusehen. Genau das verkörpert Streetworkerin Ute Hamann von Armut und Gesundheit in Deutschland e. V. Ihre Arbeit hat eindrucksvoll veranschaulicht, wie wichtig Respekt, Menschlichkeit und kleine Gesten im Alltag sind – und dass jede und jeder von uns dazu beitragen kann. Deswegen schauen sie nicht weg und sprechen sie Menschen an, die Hilfe benötigen.

Eine Initiative mit Herz

Armut und Gesundheit in Deutschland e. V. setzt sich für Menschen ein, die von Armut und Wohnungslosigkeit betroffen sind. Mindestens einmal pro Woche fährt Ute Hamann mit dem Fahrrad eine feste Route durch die Mainzer Innenstadt. Je nachdem, wie vielen Menschen sie begegnet und welche Gespräche sich ergeben, dauert eine Tour zwischen 45 Minuten und zwei Stunden. Dabei gleicht keine Tour der anderen – niemand weiß im Voraus, wen sie antreffen oder welche Unterstützung gerade benötigt wird.

05 Team als Unterstützer

Gemeinsam mit Ute Hamann haben wir auf ihrer Tour Kappen von Mainz 05 sowie Mineralwasserflaschen unseres Partners Rosbacher  verteilt. Dabei wurde uns schnell offengelegt, dass der Aufbau von Vertrauen Zeit braucht. Beziehungen entstehen nicht innerhalb eines Tages, sondern durch regelmäßige Begegnungen, Verlässlichkeit und ehrliches Interesse an Menschen. Besonders deutlich wurde uns, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen auf der Straße landen: Ob ohne Schulabschluss oder mit Doktortitel – Obdachlosigkeit kann viele Ursachen haben und umfasst die unterschiedlichsten Biografien. Umso wichtiger ist es, ihnen ohne Vorurteile zu begegnen. Beeindruckt hat uns auch, dass Streetwork nicht mit dem Ende der Tour aufhört. Ute Hamann hält selbst auf privaten Wegen immer die Augen offen.

Ein verlässlicher Partner vor Ort

Streetwork bedeutet weit mehr als die Verteilung von Hilfsmitteln. Im Mittelpunkt stehen die persönliche Ansprache der Menschen sowie der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Neben Informationen zu Aufenthalts- und Versorgungsmöglichkeiten, etwa zu Trinkwasserstellen, Toiletten oder Schlafplätzen, gehört auch die Vermittlung an passende Hilfsangebote zu den zentralen Aufgaben. Auf der Zitadelle finden Betroffene verschiedene Anlaufstellen – von fachärztlicher Versorgung über Unterstützung bei Anträgen und Papieren bis hin zu gesetzlicher Betreuung und weiterer sozialer Beratung. Darüber hinaus begleitet Ute Hamann einmal wöchentlich die Tour des Arztmobils, das niedrigschwellige medizinische Versorgung direkt zu den Menschen bringt. Die enge Zusammenarbeit von Armut und Gesundheit in Deutschland e. V. mit anderen Einrichtungen ermöglicht es außerdem, auf Veränderungen aufmerksam zu werden, etwa wenn vertraute Gesichter über längere Zeit nicht mehr gesehen werden und möglicherweise Unterstützung benötigen.

Ein Apell an das Miteinander

Unser Tag mit der Streetwork hat uns vor allem eines gezeigt: Helfen beginnt oft mit einer kleinen Geste. Sprechen Sie Menschen an, die an heißen Tagen in der prallen Sonne liegen, und wecken Sie sie gegebenenfalls vorsichtig. Bieten Sie Wasser an und fragen Sie, ob etwas benötigt wird. Auch ein freundliches Lächeln oder ein kurzes Gespräch können viel bewirken. Vor allem aber: Schauen Sie nicht weg. Aufmerksamkeit, Respekt und Mitmenschlichkeit kosten nichts – können für einen anderen Menschen aber einen großen Unterschied machen.