Profis 11.12.2019 — 10:50 Uhr

Ursachenforschung in Einzelgesprächen

05-Trainer sucht die Gründe für die Passivität seines Teams in der ersten Halbzeit von Augsburg - Vorbereitungen auf das Heimspiel-Highlight gegen den BVB haben begonnen

Der erste Arbeitstag der 05-Profis nach dem 1:2 von Augsburg dauerte länger als gewöhnlich. "Wenn wir so ein Spiel gut nachbereiten wollen, braucht das seine Zeit", erklärte Achim Beierlorzer nach dem ersten Training dieser Woche am späten Dienstagnachmittag. Intensive Videoanalyse des verlorenen Auswärtsspiels, gefolgt von Athletik- und Schnellkrafttraining in der Halle, bevor es  auf den Platz ging, wo dann aber auch schon die ersten Vorbereitungen auf das Heimspiel-Highlight des FSV am Samstag gegen Borussia Dortmund begannen. 

Rund dreieinhalb Stunden insgesamt dauerte der Start in die neue Trainingswoche am Bruchweg. "Eine große Trainingseinheit", so der 05-Coach. Dem Team alleine die Dinge aufzuzeigen, die in Augsburg nicht funktionierten, habe Zeit in Anspruch genommen.

Es war teilweise Wahnsinn

"Es waren schon einige Aspekte, die wir nicht gut gemacht haben und die wir zeigen mussten." Dabei handelte es sich um grundlegende Dinge in der Arbeit gegen den Ball, aber auch um das Anlaufverhalten, speziell im ersten Durchgang. "Es war teilweise Wahnsinn, wie wir im Spiel zuvor die Frankfurter Innenverteidiger angesprintet sind. In Augsburg haben wir das nicht gemacht. Wir waren nicht aufmerksam und nicht bereit, die Sprints alle mitzunehmen. Der Gegner hat das gemacht. Wir waren nicht kernig in den Zweikämpfen drin, von der Positionierung her zögerlich, unentschlossen mit vielen individuellen Fehlern." Insgesamt sei er sehr unzufrieden gewesen mit der Art und Weise, wie sein Team verteidigt habe. "Zumal wir im Vorfeld gesagt haben: Defense First. Dann war es wohl nicht so, dass wir in die Köpfe der Spieler gekommen sind."

Augsburger "Harakiri"

In der Offensive sei es in dieser ersten Hälfte ähnlich gewesen. "Wir haben zu wenige Sprints nach vorne gemacht, die Tiefe nicht gesucht", so der 52-Jährige, der seiner Mannschaft auch die Möglichkeiten aufzeigte, die dagewesen wären bei anderem Verhalten. "Was die Augsburger offensiv gemacht haben, ist gewissermaßen Harakiri gewesen, weil sie hinten immer Mann gegen Mann gespielt haben. Wir konnten das aber nicht ausnutzen, weil wir nicht dorthin gespielt haben."

Nach den zwei starken Vorstellungen mit den Erfolgen in Hoffenheim und gegen Frankfurt, so der 05-Trainer, "habe ich die Mannschaft jetzt zum ersten Mal von der anderen Seite erlebt". Deshalb ist am Bruchweg nun Ursachenforschung angesagt, woher diese auffällige Passivität vor der Pause gekommen ist. "In der ersten Hälfte waren wir chancenlos, in der zweiten Hälfte waren wir auf Augenhöhe. Wenn man nur die zweite Halbzeit betrachtet, hätte das Spiel gar keinen Sieger verdient gehabt", sagte er. Doch die fragwürdige Elfmeterentscheidung brachte am Ende die Niederlage.

Kampf dem Aufmerksamkeitsdefizit

"Man hätte natürlich gerne, dass die Mannschaft jedes Mal ihr Potenzial abruft. Aber diese Konstanz sucht jede Mannschaft, auch Top-Teams. Wir wollen das Team und jeden Einzelnen dahin bringen", sagte Beierlorzer, der nun damit begonnen hat, in individuellen Gesprächen und Videoanalysen nachzuforschen, woran dieses partielle Aufmerksamkeitsdefizit liegt, das immer wieder zu spüren ist. Denn die Aufgaben und Anforderungen, die die 05-Profis im Spiel erwarteten, sind im Vorfeld bis ins Detail herausgearbeitet worden. "Wir müssen da an der Persönlichkeit jedes Einzelnen arbeiten, um die Aufmerksamkeit und die Fokussierung auf die Aufgaben Richtung 100 Prozent zu schieben."

Ein weiterer Schwerpunkt im Training bleibt zudem der Gedanke vom eigenen Spielaufbau. "Den Blick nach vorne richten. Wir haben zu oft nach hinten gespielt in Augsburg", kritisierte der 05-Trainer. "Der Torhüter war oft derjenige, der den Ball nach vorne spielen musste. Wir müssen den Gegner mehr fordern durch mutiges Spiel nach vorne." Deshalb vergrößerte der Coach im Training am Dienstag stetig den Raum der einzelnen Spielformen, bis es am Ende über den kompletten Rasenplatz ging. "Die Spielform über den ganzen Platz beinhaltet natürlich als einzige alle Aspekte", erklärte Beierlorzer, der sich mit seiner Trainercrew ab sofort den speziellen Eigenheiten des Dortmunder Spiels widmen wird und die Erkenntnisse intensiv in die Trainingseinheiten mit dem Team bearbeitet.

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