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Fußball Frauen 11.08.2026 - 17:30 Uhr

Suguri Hashitani: "Fußball ist mein Leben"

Die 28-Jährige Japanerin beschreibt ihren Werdegang, den plötzlichen Wechsel an den Rhein und ihre Ambitionen

Fester Bestandteil des Teams: Suguri Hashitani (li.) freut sich mit ihren Mitspielerinnen über ein Tor im Aufstiegsspiel beim VfR Warbeyen.

Im Winter spielte sie noch in der WE-League in Japan und traf dort auf die Frauenmannschaften von Urawa Red Diamond und Cerezo Osaka - jetzt erwartet sie in der Google Pixel Frauen-Bundesliga der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg. Suguri Hashitani hat ein spektakuläres halbes Jahr hinter sich und stellt sich nun mit vier anderen japanischen Landsfrauen dem Abenteuer Bundesliga. Die 28-Jährige geht die Saison - wie es sich für eine Japanerin gehört - mit Respekt, Demut und Ambitionen an: "Ich bin voller Vorfreude auf die neue Saison, sehr gespannt, wie weit wir als Mannschaft, aber auch ich persönlich mit unseren Fähigkeiten kommen und wie effektiv wir sie einsetzen können." Dass sie sich nun auf diesem Top-Niveau messen darf, krönt eine unglaublich rasante Entwicklung, bei der man leicht den Überblick verliert - also der Reihe nach.

"Gib immer dein Bestes, egal wie gut du bist"

Bereits im Alter von sechs Jahren entdeckte Hashitani den Fußball durch ihren Vater, der selbst ein leidenschaftlicher Fußballer war: "Mein Vater hat selbst auf einem sehr hohen Niveau gespielt - nicht auf einer professionellen Ebene, aber auf einem Niveau, wo der Spaß nicht mehr an erster Stelle stand. Durch dieses Umfeld habe ich mit dem Fußball angefangen." In ihrer Grundschulmannschaft stand jedoch der Spaß an vorderster Stelle. Sechs Jahre spielte Hashitani an ihrer Heimatschule in der Präfektur Miyazaki, bevor auch bei ihr aus Spaß recht schnell Ernst wurde: Denn sie wechselte zur Mittel- und Oberstufe auf eine der renommiertesten Fußball-Eliteschulen des Landes - und das in einer anderen Präfektur. Dort traf sie auf einen Mann, der ihre Denkweise für immer veränderte: "Mein Lehrer, der gleichzeitig auch die Fußballmannschaft betreute, hatte großen Einfluss auf mich. Er lehrte mich immer, mein Bestes zu geben, egal wie gut man ist, und immer dran zu bleiben. Dieses Mindset habe ich mir bis heute bewahrt."

Diese Einstellung verhalf der 28-Jährigen, wieder in einer renommierten Bildungseinrichtung aufgenommen zu werden: diesmal die Nippon Sport Science Universität in Tokio. Nach zwei Jahren in der zweiten Mannschaft schaffte sie im dritten Jahr den Sprung in die erste Mannschaft - und stellte sich diesem Wendepunkt mit großem Selbstvertrauen: "Mit dem Sprung zur Stammkraft stand für mich fest, dass ich sportlich das absolute Maximum erreichen will." In den zwei Jahren als Stammspielerin machte Hashitani auf sich aufmerksam und schloss sich, ein Jahr nach ihrem Universitätsabschluss, AC Nagano Parceiro an und spielte in der 2021 neu gegründeten WE-League, Japans höchster Spielklasse.

Für Fußball um die halbe Welt

Im Winter 2026 dann die 180-Grad-Drehung: "Eine Freundin hat mich angeschrieben und gefragt, ob ich Interesse hätte, in Deutschland Fußball zu spielen. Diese Anfrage war natürlich mit dem Trainer und dem Staff abgeklärt. Ich habe ohne zu zögern zugesagt. Innerhalb von einer Woche stand fest, dass ich nach Mainz fliege und zu Mainz 05 wechsele." Dieser Schritt brachte privat natürlich auch einiges in Bewegung: "Ich hatte vor meiner Abreise sehr viele Rathausbesuche und musste mich um sehr viele Dokumente kümmern. Desto dankbarer war ich dem Verein Mainz 05, dass sie mir in Deutschland mit den Dokumenten sehr geholfen haben und ich reibungslos anfangen konnte, hier Fußball zu spielen."

Inzwischen fühlt sich die Abwehrspielerin der 05ER pudelwohl in Mainz: "Die Stadt hat eine sehr ruhige und entspannte Atmosphäre. Allein ein Spaziergang durch die Stadt reicht aus, um mich zu entspannen. Was ich auch sehr bewundere, ist die Verbundenheit von Mainz 05 und der Stadt Mainz. Das habe ich seit dem Tag meiner Ankunft gespürt und finde so etwas ganz besonders." Wenn die 28-Jährige mal nicht auf dem Rasen steht, geht sie gerne im Park spazieren oder hört Musik: "Ich muss leider sagen, dass ich sonst nicht so viel mache. In Japan habe ich noch Gitarre gespielt, die hat es aber nicht mit nach Deutschland geschafft, sodass mein Leben eigentlich nur aus Fußball besteht", erklärte Hashitani ihre Leidenschaft.

"Wir können mithalten"

Sportlich könnte es für die Japanerin kaum besser laufen: In ihrer ersten Halbserie trug die Abwehrspielerin mit ihrer Kopfballstärke und konsequenten Zweikampfführung maßgeblich zum historischen Aufstieg der 05-Frauen bei. Trotzdem sieht die 28-Jährige noch viel Verbesserungsbedarf bei sich im Hinblick auf die bevorstehende Spielzeit: "Bei der Sprache habe ich noch meine Probleme. Als Abwehrspielerin habe ich die Verantwortung, meine Vorderfrauen zu coachen, und das fällt mir noch sehr schwer." Verstecken möchte sich Hashitani jedoch auf keinen Fall: "Wir haben in der Vorbereitung gesehen, dass wir auch mit Bundesliga-Mannschaften mithalten können. Wir haben natürlich auch Stellen, an denen wir noch arbeiten müssen. Diese gilt es, Woche für Woche zu verbessern, um am Spieltag für positive Überraschungen zu sorgen."

Für die 05-Frauen steht am kommenden Samstag, den 15. August, das letzte Spiel der Vorbereitung gegen Racing Straßburg an. Bereits am zweiten Spieltag dann das persönliche Highlight-Spiel für Hashitani: Der FSV gastiert am 31. August (18 Uhr) am FC Bayern Campus und spielt gegen den FC Bayern München und Momoko Tanikawa. Eine Woche vorher empfangen die Mainzerinnen den SV Werder Bremen zum Ligaauftakt (24. August, 18 Uhr, Bruchwegstadion, live bei MagentaSport, DAZN und im Free-TV bei Sport1).