Profis 14.08.2019 — 12:20 Uhr

St. Juste: "Ich bin bereit"

Neuzugang aus Rotterdam steht vor seinem Bundesligadebüt: Können in Mainz sehr schöne Dinge erreichen

Gut gelaunt erlebt man St. Juste dieser Tage sowohl auf als auch neben dem Platz.

Am 3. Mai dieses Jahres saß Jeremiah St. Juste als Zuschauer in der OPEL ARENA und ließ sich einfangen vom Spiel und der Stimmung beim begeisternden 3:3 nach zwischenzeitlichem 1:3-Rückstand der 05er gegen RB Leipzig. Gut drei Monate später könnte der Neuzugang auf der Innenverteidiger-Position sein erstes Bundesligaspiel für den FSV bestreiten. Am Samstagnachmittag (15.30 Uhr), auswärts beim SC Freiburg. "Ich bin wirklich sehr aufgeregt und freue mich total darauf", sagt der 22-Jährige, der vergangene Woche von Feyenoord Rotterdam an den Bruchweg gewechselt war.

Das sind die Zufälle, die das Leben manchmal so bereithält. St. Juste ist seit Jahren eng befreundet mit Jean-Paul Boëtius. Der Spielplan in Holland ließ es damals zu, der Abwehrspieler wollte die Gelegenheit nutzen, ein paar Tage bei seinem Kumpel in Mainz zu verbringen, den Freund spielen zu sehen, Essengehen, relaxen. Weil die Mainzer ein unfassbares Spiel hingelegt, einen Rückstand am Ende noch egalisiert hatten, war anschließend eher Party angesagt. St. Juste jedenfalls war restlos begeistert. Vom Spiel, von den 05-Fans, von Mainz.  

"Das tut mir sehr leid für ihn"

Das Interessante an dieser Geschichte: "Zu diesem Zeitpunkt gab es noch überhaupt keinen Kontakt mit dem Verein", sagt der 22-Jährige im Mediengespräch. Er habe Mainz 05 bis dahin nur von den Erzählungen seines Kumpels gekannt. Nun hat das Schicksal es so gewollt, dass St. Juste zum Start der neuen Bundesligasaison sofort ein Mann für die Startelf ist, der bereits beim Pokal-Aus in Kaiserslautern seinen ersten Einsatz im 05-Team hatte. Weil sich Stefan Bell beim Elfmeter, der zu Unrecht gegen den 05-Innenverteidiger gepfiffen worden war, eine schwere Verletzung zugezogen hat und lange ausfällt. "Das tut mir sehr leid für ihn", sagt St. Juste. Er selbst allerdings sei bereit. "Ich habe sechs Wochen Vorbereitung mit Feyenoord absolviert, Testspiele, nun diese 35 Minuten im Pokal. Ich kann 90 Minuten spielen, wenn es der Coach will." Natürlich sei eine perfekte Abstimmung mit den Teamkollegen nach so kurzer Zeit noch nicht möglich. Doch jede Trainingseinheit verbessere das Zusammenspiel. "Wir müssen viel reden, Videoclips gucken, dem Trainer zuhören, mit ihm in den Dialog gehen, was man von sich erwartet gegenseitig. Ich bin da voll in Verbindung mit den Jungs", sagt der Spieler.

Die ersten Tage als 05er liegen hinter dem Niederländer

Der 22-Jährige, der schon über 100 Erstligabegegnungen auf dem Buckel hat, international mit Rotterdam aktiv war, wirkt wie der geborene Führungsspieler. Eine starke Persönlichkeit, aber auch ein offener Typ mit gesundem Selbstbewusstsein und Realitätssinn. Auf dem Betzenberg deutete der Abwehrspieler seine Zweikampfstärke, sein Stellungsspiel sowie Offensivdrang an. Die Kollegen loben seine Schnelligkeit, die Raumüberwindung mit Ball am Fuß, die Technik im Spielaufbau. Bei Feyenoord musste St. Juste lange Zeit als rechter Verteidiger aushelfen, weil sich der Stammspieler auf dieser Position schwer verletzt hatte. "Ich kann das spielen auf rechts, aber ich bin hergekommen als Innenverteidiger", stellt der 05-Profi klar.

"Gute Leute um mich herum"

Dass er nach Mainz gehen würde, sei ihm direkt klar gewesen, als der Verein Interesse bekundet habe. "Ich wusste ziemlich schnell, dass ich das wollte, weil Djanga mir sehr viel erzählt hatte. Dass der Klub gut ist für junge Spieler. Und sie spielen Bundesliga, jeder will jede Woche Bundesliga spielen. Hier in Mainz, davon bin ich überzeugt, sind gute Leute um mich herum mit einer guten Entwicklung. Ich denke, das ist der Schritt, den ich jetzt machen muss. Ich habe ein gutes Gefühl. Ich bin gekommen, um mich selbst weiterzuentwickeln und dem Team zu helfen, damit wir alle zusammen besser werden."

Der Feyenoord-Stammspieler hatte auch andere Angebote, hätte in Rotterdam bleiben können. "Ich denke, wir können auch in Mainz sehr schöne Dinge erreichen", sagt er. "Vielleicht hätte ich anderswo mehr verdienen können, aber ich muss das Gesamtbild sehen, was meine Zukunft, meine Karriere und speziell meine Entwicklung angeht. Das ist wichtig. Meine Familie hat mich darin bestätigt, nicht nur dem Geld hinterherzulaufen."

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