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Profis 04.08.2026 - 17:00 Uhr

Schwolow: "Da sein, wenn ich gebraucht werde"

Der 34-Jährige spricht über die Gründe für seinen Wechsel und sein erstes Trainingslager mit den Rheinhessen

Schwolow bestritt nur zwei Tage nach seiner Ankunft in Österreich sein erstes Testspiel gegen Udinese Calcio.

Alexander Schwolow kommt mit reichlich Erfahrung und einem stattlichen Resümee an den Rhein. Der gebürtige Wiesbadener wechselte vom schottischen Klub Heart of Midlothian, mit dem er die Meisterschaft in der vergangenen Saison am letzten Spieltag haarscharf verpasste, mit einer besonderen Klausel zum FSV: Der 34-Jährige bestritt mit den Hearts jüngst noch die zweite Champions-League-Qualifikationsrunde (Aus gegen Sturm Graz um Nelson Weiper) und kam dann auf direktem Weg ins Trainingslager der 05ER, wo er ebenfalls schon beim Testspiel gegen Udinese Calcio auf dem Platz stand. Über seine Familie, seine Ambitionen und seine vermeintlich schweren Beine berichtete der Sommerneuzugang am Montagabend in einer Medienrunde.

Alexander Schwolow berichtete über...

...seine Zeit bei den Hearts: "Es war auf jeden Fall eine verrückte und historische Saison, die am leider nicht mit dem Titel gekrönt werden konnte. Die Erfahrungen, die ich in Schottland sammeln konnte, waren sehr erfrischend. Die Stadt, der Verein und die Fans werden mir immer positiv in Erinnerung bleiben. Letztendlich muss ich aber immer an meine Familie denken. Vor allem bei meinen Kindern lief leider nicht alles glatt vor allem aufgrund der Sprachbarriere, weshalb ich mich entschieden habe, wieder in den deutschsprachigen Raum zu wechseln."

...seine Entscheidung, nach Mainz zu wechseln: "Für mich gab es im Grunde nur zwei Vereine, bei denen sofort klar war: Da will ich hin. Diese waren der SC Freiburg und Mainz 05. Die Gespräche mit Niko Bungert verliefen optimal und dann ist mir im Endeffekt die Entscheidung nicht schwergefallen, an den Rhein zurückzukehren."

...sein neues Umfeld: "Der erste Eindruck vom Team ist durchweg positiv - auch außerhalb des Platzes haben wir schon was unternommen. Die Einheiten von Urs Fischer kenne ich noch aus meiner Zeit bei Union Berlin. Das Torwarttraining mit Kuhni hingegen ist für mich neu und auch sehr hart - gleichzeitig haben wir aber Spaß auf dem Platz."

...seinen Status in der Mannschaft: "Robin Zentner hat sich seinen Status als Nummer eins mehr als verdient und ich akzeptiere meine Rolle als Backup. Dennoch bin ich Leistungssportler und weiter ambitioniert. Für mich heißt es, da zu sein, wenn ich gebraucht werde, und Robin natürlich immer wieder Druck zu machen. Es ist nicht immer der dankbarste Job, wie ich auch schon in Berlin erfahren musste. Es fällt mir aber mit 34 Jahren deutlich einfacher, diese Rolle zu anzunehmen."

...die Persona Urs Fischer: "Die Zusammenarbeit bei Union war von großer Wertschätzung geprägt. Er arbeitet sehr präzise, sehr ehrlich und hart, und das schätze ich sehr. Es war auf jeden Fall ein Argument, dass Urs hier ist. Letztendlich habe ich auch die erfolgreiche Rückrunde in der vergangenen Saison verfolgt und war nicht überrascht."

...das Trainingslager: "Das Training hier hat, verglichen mit Schottland, viel mehr Volumen und Intensität. Ich trainiere schon seit knapp sechs Wochen und merke die eine oder andere Einheit etwas mehr in den Beinen. Trotzdem konnte ich in dieser kurzen Zeit schon einiges lernen und mich weiterentwickeln."

...seine Zukunft: "Ich möchte um Spielzeit kämpfen und natürlich so lange es geht in Mainz und im Profigeschäft bleiben. Der Fußball kann jedoch in manchen Aspekten sehr kurzlebig sein und deswegen kann ich dahingehend noch keinen Ausblick geben. Jetzt heißt es erstmal, meine Rolle bestmöglich zu erfüllen."