Profis 05.09.2019 — 14:30 Uhr

Schwarz: Szalai bringt Energie rein

05-Trainer bezeichnet den Mittelstürmer als schlauen Spieler, der wisse, wie man sich im Wettkampf zu verhalten habe: "Das brauchen wir"

Nach dem ernüchternden 1:6 von München war es ausgerechnet der Mann, der erst drei Tage zuvor beim 1. FSV Mainz 05 eingestiegen war, der einen der Gründe erkannte, warum das Team in dieser Startphase der Bundesligasaison bei zeitweise guten Leistungen nach Gegentoren regelmäßig einbricht und deshalb Spiele verliert. Adam Szalai beklagte mangelndes Coaching der Mitspieler untereinander und die Aufgabe des Matchplans bei Widerständen. "Er hat Recht", sagt Sandro Schwarz. "Es ist so, wir müssen uns da Hilfestellungen geben. Das macht es ja dann auch einfacher für jeden Einzelnen."

Der Cheftrainer sagt ebenso wie sein frischester Neuzugang, die Mannschaft lasse in diesen Phasen Dinge über sich ergehen. Das müsse dringend abgestellt werden. Szalai sprach unmittelbar nach der Partie in der Allianz Arena davon, dass er keinen Grund sehe, warum das Team nicht zügig wieder auf den richtigen Weg kommen solle. Die Qualität im Kader sei groß, dem Trainer und den Spielern werde es gelingen, "die Dinge wieder so hinzubiegen, wie es sich für Mainz gehört".

"Am Ende definiert sich alles über Leistung"

Der ungarische Nationalspieler, der heute Abend ein EM-Qualifikationsspiel gegen Montenegro bestreitet, hat bei seinem 30-minütigen Einsatz in München sportlich und später mit seiner Stellungnahme angedeutet, dass er sein zweites Engagement in Mainz mit viel Verantwortungsbewusstsein angeht. Als erfahrener Profi möchte er einer jungen Mannschaft in allen Bereichen helfen. Als Führungsspieler auf dem Rasen und außerhalb.

Es sei aber nicht nur das Alter, das einen Führungsspieler ausmache, betont Schwarz. "Auch junge Spieler können die passenden Verhaltensweisen an den Tag legen, die Mitspieler coachen und Verantwortung entwickeln für die Gruppe. Spieler sein, die es vorleben auf dem Platz und in den Gesprächen nicht nur das erzählen, von dem sie glauben, dass es der Trainer hören wolle. "Sondern zu sagen, was sie fühlen und sehen. Alle können coachen, alle können Verantwortung übernehmen", betont der 40-Jährige. "Und alle sind auch in der Verantwortung, sich gegen die Widerstände zur Wehr zu setzen. Am Ende definiert sich alles über Leistung. Du brauchst eine verlässliche, konstante Leistung. Plus Verhaltensweisen auf und außerhalb des Platzes. So wird man Führungsspieler."

Szalai kann diese Rolle ausfüllen. 220 Bundesligaspiele hat der in Budapest geborene Mittelstürmer auf dem Buckel. 80 davon seinerzeit für die 05ER, 100 zuletzt für die TSG Hoffenheim. Bei TSG-Trainer Julian Nagelsmann war Szalai immer ein wichtiger Faktor, auch wenn der Angreifer nicht immer in der Startelf auftauchte. In der vergangenen Saison stand der Stürmer in 30 Bundesliga- und fünf Champions-League-Spielen für die Hoffenheimer auf dem Platz. "Adam ist sehr erfahren, er sieht viel, er macht sich Gedanken, er bringt sich ein. Er bringt Energie rein. Es ist gut, solche Spieler zu haben, die die Dinge erkennen, das frei heraus sagen, dann aber auch in der Kabine und auf dem Platz entsprechend reagieren. Das brauchen wir", erklärt der 05-Trainer.

Den letzten Kick aus sich rausholen

Die in den bisherigen Begegnungen aufgetretenen Mängel Schritt für Schritt aufzuarbeiten und abzustellen ist die Aufgabe am Bruchweg. Der Trainer tut dies auf dem Platz, in vielen Gesprächen und nutzt entsprechendes Videomaterial als Unterstützung. "Ein Teil der Gruppe hat es ja in der vergangenen Saison erlebt, wie man mit Rückständen umgeht, wie es sich anfühlt, wenn man weiter weg ist von der Ergebnischance. Da geht es gar nicht um Grundordnung oder Prinzipien, sondern eher um den inneren Antrieb, den letzten Schritt noch mal zu machen. Im Tiefenlaufweg, im Freilaufverhalten und Passspiel oder im Defensivverbund, ohne nachzudenken den letzten Kick aus sich herauszuholen", so Schwarz.

Szalai beispielsweise, das habe sein 05-Debüt in München gezeigt, sei keiner, der Lust darauf habe, sich vom Gegner "bespielen" zu lassen und wie bei den Bayern ständig den Ball aus dem Tor herauszuholen, sagt Schwarz über den Mittelstürmer, den er als schlauen und cleveren Spieler bezeichnet. "Er weiß, wie man sich auf dem Platz im Wettkampf zu verhalten hat. Er will alles dafür geben, das verdammte Spiel zu gewinnen."

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