Vorberichte 28.09.2018 — 13:00 Uhr

Schwarz setzt gegen flexible Schalker auf eigene Prinzipien

Vor dem Duell mit Ex-Manager Christian Heidel erwägt der 05-Trainer eine Abkehr von der bislang bevorzugten Grundordnung und will auf Schalke keine Gastgeschenke verteilen

Keine 72 Stunden werden vergangen sein seit dem Abpfiff der Partie gegen den VfL Wolfsburg, wenn Schiedsrichter Benjamin Cortus am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) die Partie der 05er bei Schalke 04 anpfeift. Wenig Zeit für Sandro Schwarz und seine Profis für Regeneration, Abschlusstraining und Gegnervorbereitung, die das Team dennoch nutzen will, um morgen mit der nötigen körperlichen und mentalen Frische in der VELTINS-Arena aufzulaufen. "Das Spiel gegen Wolfsburg haben wir kurz und knapp analysiert, ohne Videoanalyse. Wir wollen die Jungs in der jetzigen Phase ganz einfach nicht mit Informationen überladen", berichtete der Cheftrainer in der Pressekonferenz am Tag vor der Partie beim punktlosen Tabellenletzten, den man keinesfalls an der bisherigen Ausbeute messen dürfe, wie Schwarz hinzufügte. "Wir stellen uns auf ein emotionales Spiel ein, da wird Druck auf dem Kessel sein in der Arena. Wir dürfen davon ausgehen, dass Schalke sofort Druck ausüben wird."

Wenn auch die Analyse des letzten Spiels kurz und bündig ausfiel, wies Schwarz darauf hin, dass die Quote an eigenen Ballverlusten minimiert werden müsse. Den Gegner zu Chancen einladen wollen die 05er auf Schalke nicht und so am Ende einen Kontrahenten, der schwer aus den Startlöchern gekommen ist, selbst aufbauen. "Mit zunehmender Spieldauer werden bei Schalke natürlich Gedanken an die Situation aufkommen, auch wenn wir wissen, dass sie nicht da unten hingehören und einen Kader haben, der Champions League spielt", warnt Schwarz zum einen davor, die Königsblauen am Tabellenstand zu messen. Zum anderen verweist er aber auch auf die eigenen Ansprüche: Denn diese seien ebenfalls sehr hoch. "Daher wollen wir auch morgen den Spaß und die Frische in den Vordergrund stellen, selbst Akzente setzten." Aus Schwarz' Sicht ohnehin der vielversprechendere Ansatz, sich auf die eigenen Prinzipien zu verlassen, falle doch die Gegneranalyse aufgrund der Flexibilität auf Seiten des Teams von Domenico Tedesco durchaus schwer. "Schalke agiert sehr variabel, kann sowohl Dreier- als auch Vierkette spielen und ist extrem aktiv im Vorwärtsverteidigen", schilderte er nur einige der Erkenntnisse seines Trainerteams.

Neue Grundordnung denkbar

Letztendlich sind die Letztgenannten nur weitere Gründe, neben der Regeneration zum Ende der Englischen Woche die eigene Herangehensweise in diesen Stunden in den Mittelpunkt zu stellen. Die Grundordnung lässt auch der 05-Trainer vor der Reise in den Ruhrpott am Freitagnachmittag offen, zumal er aufgrund der im Wolfsburg-Spiel erlittenen Verletzung von Daniel Brosinski gezwungen sein wird, personelle Umstellungen in der defensiven Viererkette vorzunehmen. Dass Phillipp Mwene ("Er hat das sehr ordentlich gemacht"), wie ab der 30. Minute im Spiel am Mittwoch, auf der Rechtsverteidigerposition agiert, sei allerdings nicht selbstverständlich, vielmehr auch auf Seiten der Rot-Weißen eine Abkehr vom in dieser Saison bislang bevorzugten 4-3-3 bzw. 4-4-2 denkbar, um etwa auf eine Dreierkette zu setzen. Festgelegt hätten er und sein Trainerteam sich jedenfalls noch nicht, betonte Schwarz, der auch Giulio Donati, der noch nicht zum 18er Kader gehört hat, als Kandidaten nannte.

Fest steht hingegen zweifelsfrei, dass Florian Müller auch in Gelsenkirchen zwischen den Pfosten stehen wird. Der junge Torhüter aus dem eigenen Nachwuchs erhielt am Freitag sowohl von Trainer Schwarz als auch von Sportvorstand Rouven Schröder ein Lob für die bis dato gezeigten Leistungen. In Sachen Ausstrahlung, Routine und Reife habe er die in ihn gesteckten Erwartungen voll erfüllt und seinen Status als Nummer eins untermauern können. "Er ist ein Paradebeispiel, wie wir hier mit jungen Spielern umgehen", betonte Schwarz. Während dem Einsatz des Torhüters also nichts im Wege steht, muss der FSV auf Schalke beim Duell mit Ex-Manager Christian Heidel neben Brosisnski weiterhin auf die verletzten René Adler, Emil Berggreen, Gerrit Holtmann und Niko Bungert verzichten. Mitgefühl mit Heidel angesichts des misslungenen Saisonstarts sei vollkommen fehl am Platz, wie der Trainer durchblicken ließ. "Die Situation bei Schalke ist morgen egal, weil wir das Beste für uns herausholen wollen und müssen. Christian hat so viel Erfahrung, weswegen ich überzeugt bin, dass sie da unten rauskommen werden. Wir hoffen aber, dass sie noch eine Woche warten müssen", will Schwarz am Wochenende keinesfalls Gastgeschenke verteilen.

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