Vorberichte 28.02.2019 — 14:30 Uhr

Schwarz: "Ausschließlich über Fußball unterhalten"

Personell wohl wieder improvisieren zu müssen, bereitet dem 05-Trainer keine Sorgen - Schröder: Tabellensituation ein "absoluter Vorteil"

Das Hinspiel zwischen dem FSV und Hertha BSC in der OPEL ARENA endete mit einem torlosen Remis.

Tabellarisch und sportlich hatten die 23. Spieltage der Saison 2017/2018 und der der laufenden Saison wenig gemeinsam. Zu brisant war die Lage im Februar 2018, zu souverän absolvieren die 05er die laufende Saison und haben vor der Partie in Berlin (Samstag 15.30 Uhr) am 24. Spieltag ganze sieben Zähler mehr eingefahren als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Ein gemeinsamer Nenner lässt sich dann aber doch finden, trafen doch sowohl Robin Quaison (im Vohrjahr) als auch Karim Onisiwo (gegen Schalke) jeweils doppelt und sorgten so in beiden Fällen für souveräne "zu Null"-Erfolge.Angesichts der Personalsituation vor der Reise in die Hauptstadt könnten beide am Wochenende gemeinsam auflaufen.

Einen "absoluten Vorteil" aus der Tabellensituation leitete während der Pessekonferenz am Donnerstagmittag Sportvorstand Rouven Schröder ab: "Wir machen uns zwar ohnehin täglich Gedanken zur Zukunft. Dennoch können wir frühzeitig konkretere Gespräche im Hinblick auf die kommende Saison führen. Klar ist aber auch, dass wir die Liga noch nicht endgültig gehalten haben und wachsam bleiben müssen. Erfolgreiche Spiele wie das gegen Schalke sind aber beste Werbung für unseren Verein und bilden auch die Art und Weise des Fußballs am Standort Mainz ab."

Mit Zuversicht ins Olympiastadion

Am vergangenen Wochenende hatten die Rot-Weißen unter rund 26.000 Zuschauer in der OPEL ARENA einen begeisternden Auftritt der 05er gesehen. Der Lohn: Ein auch in der Höhe völlig verdienter 3:0-Sieg gegen Champions-League-Achtelfinalist Schalke 04. Davon, dass reihenweise Stammkräfte (Brosinski, Quaison, Hack, Kunde) ausgefallen waren oder auf der Bank (Mateta) Platz genommen hatten, war dabei wenig zu spüren gewesen. Donati, Öztunali, Ujah und Co. hatten sich trotz fehlender Spielpraxis als absolut gleichwertiger Ersatz erwiesen und rundum zufriedene Verantwortliche zurückgelassen. Und dann war da ja noch Onisiwo, der Doppeltorschütze, der im Nachgang vom Fachmagazin Kicker gar zum Spieler des Tages gekürt wurde. Der Gesamtauftritt gegen Schalke stimmt Trainer Sandro Schwarz nun zuversichtlich, in Berlin an die Leistung gegen die Königsblauen anknüpfen zu können.

Apropos Hertha: Im Februar vergangenen Jahres hatte der FSV am Wochenende nach Fastnacht dank der beiden Tore von Quaison den ersten Auswärtssieg der Saison gefeiert. Ein wichtiger Erfolg mitten im Abstiegskampf, bedeuteten die 23 Zähler nach 23 Spieltagen Rang 16 im Klassement und somit Anschluss ans rettende Ufer. Gut ein Jahr später sind derartige Sorgen am Bruchweg kein Thema. Mit nun 30 Zählern aus 23 Partien haben die 05er sich ein beruhigendes 14-Punkte-Polster zur Abstiegsregion aufbauen können. Worauf man sich freilich, wie Schwarz betont, keinesfalls auszuruhen gedenke: "Die Situation erlaubt uns, uns ausschließlich über Fußball zu unterhalten, darüber, was wir besser machen können." Die Weiterentwicklung der eigenenen Spielidee mitsamt der beim FSV im Mittelpunkt stehenden Prinzipien stehe nach wie vor voll im Fokus. "Wir befinden uns jetzt mitten in der fünften Jahreszeit, die für unsere Stadt etwas ganz Besonderes ist. Am Wochenende wollen wir dazu beitragen, dass das Grundgefühl ab Samstag noch positiver ist."

Hertha "frühzeitig unter Druck setzen"

Zwar warnt der 05-Trainer vor dem Gegner und muss selbst wohl erneut einige Ausfälle kompensieren. Gleichzeitig unterstreicht er, dass die Konzentration in erster Linie auf der eigenen Leistung, dem Verhalten seines Teams und dessen Qualität gelte. Definitiv ausfallen werden in Berlin neben Adler, Mwene, Berggreen und Holtmann (grippaler Infekt) auch der gesperrte Boëtius (5. Gelbe), während hinter Brosinski und Mateta (grippegeschwächt) genauso Fragezeichen stehen wie hinter Latza (Schlag auf die Wade). Kein Problem, wie Schwarz unter der Woche bereits betonte: "Wir haben viele Optionen, sind auf einem guten Leistungsniveau. Es ist gut und genau richtig in dieser Phase, eine solche Dynamik drin zu haben. Das hält alle wach. Wir brauchen alle Spieler." Welche 18 es am Samstag sein werden, muss das Trainerteam spätestens bis zum Abflug gen Hauptstadt am Freitagnachmittag entschieden haben. Was die Elf seiner Wahl beim Tabellennachbarn (Platz zehn) erwartet, weiß der Chefcoach hingegen genau. "Wir treffen auf eine Mannschaft, die aggresiv und mannporientiert verteidigt, aus unterschiedlichen Grundordnungen agiert. Hinzu kommen eine sehr gute Qualität und Geschwindigkeit nach vorne sowie eine gute Struktur im Ballbesitz." Gegen diese "Wucht und Körperlichkeit" müsse sein Team sich wehren und den Gegner "frühzeitig unter Druck setzen", um möglichst keine Bälle in die Tiefe zu ermöglichen.

Mit der Defensive als Basis und womöglich den beiden eingangs erwähnten Doppelpackern Onisiwo und Quaison (nach Pause gegen Schalke wiedergenesen) in der Offensive wollen die 05er ihren rund 700 mitreisenden Anhängern wie auch allen in der Heimat mitfiebernden Rot-Weißen die fünfte Jahreszeit versüßen. Dies war zuletzt vor zwei Jahren gelungen, als der FSV mit einem 2:0-Auswärtssieg im Gepäck am Fastnachtssamstag aus Leverkusen an den Bruchweg zurückgekehrt war.

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