Profis 15.10.2026 - 13:00 Uhr
Schalke im Porträt: Abwehr aus Stahl - Angriff mit Ladehemmung
Nach drei Jahren Abstinenz gastieren die 05ER wieder in Gelsenkirchen

Der FC Schalke 04 ist zurück: Nach zwei Spielzeiten im Tabellenkeller der 2. Bundesliga kehrte S04 im Sommer als Zweitligameister ins Oberhaus zurück. Dort halten die Königsblauen bislang gut mit: Nach fünf Spieltagen stehen fünf Punkte zu Buche, darunter ein torloses Remis gegen den Rekordmeister aus München - tabellarisch reicht das für den 13. Platz. Für die Rheinhessen ist Wiedergutmachung angesagt: Nach der 3:4-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende wollen die 05ER ihre makellose Auswärtsserie fortsetzen und gleichzeitig eine offene Rechnung begleichen. Wir blicken auf das Duell am Samstag in der Veltins-Arena (15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN & 05ER.fm).
Der Trainer
Miron Muslic hat in Gelsenkirchen in kürzester Zeit vieles verändert: Der 44-jährige Österreicher mit bosnischen Wurzeln trainierte zuvor den belgischen Erstligisten Cercle Brügge und den englischen Zweitligisten Plymouth Argyle. Ende Mai 2025 übernahm er die Knappen und fand einen Verein vor, der in den beiden Jahren zuvor gegen den Absturz in die Drittklassigkeit gekämpft hatte. Muslic riss das Ruder herum und führte Schalke gleich im ersten Jahr zurück in die Bundesliga.
Im Spiel setzt Muslic vor allem auf Kompaktheit und Leidenschaft. Das gelingt vor allem durch das hohe Angriffspressing, gepaart mit einer Fünfer- bzw. Dreierkette und einem kompakten Zentrum. Nach Ballgewinn wird stets schnell umgeschaltet, wobei der eigene Ballbesitz dabei eine eher untergeordnete Rolle spielt. Nach dem Saisonstart lobte er die gute Struktur und die Galligkeit seiner Spieler - und zeigte nach dem Freiburgspiel wahre Größe: "Ich habe heute einen taktischen Fehler gemacht", sagte der 44-Jährige auf der Pressekonferenz und nahm die Niederlage auf seine Kappe.

Der Aufstiegstrainer am Seitenrand: Miron Muslic (Foto: IMAGO/ Nordphoto).
Der Kader
Im Tor steht mit Loris Karius ein ehemaliger 05ER. Davor bilden Vizekapitän Timo Becker, Nikola Katic und Hasan Kurucay meist die Dreierkette, Österreichs Nationalspieler Maximilian Wöber drängt auf mehr Einsatzzeit. Auf den Schienenpositionen rotiert Music gerne durch: Mit Robin Gosens, Dejan Ljubicic, Vitalie Becker, Junior Dina Ebimbe und zuletzt Adrian Gantenbein hat der Cheftrainer fünf potenzielle Startelfkandidaten in den eigenen Reihen.
Im Zentrum sind zwei Spieler klar gesetzt: Soufiane El-Faouzi gibt im Mittelfeld den Takt vor, neben ihm räumt Satoshi Tanaka ab. Der Japaner nutzte nach der Rot-Sperre von Ron Schallenberg am ersten Spieltag seine Chance und ist nun fester Bestandteil des Mittelfelds. Im Angriff glänzt Königsblau mit Erfahrung en masse: Kapitän Karaman ist Anführer und Torjäger zugleich, Moussa Sylla glänzt mit Wucht im Strafraum. Dahinter warten Junior Adamu, Edin Dzeko und Hee-chan Hwang auf ihre Chance. Doch das größte Augenmerk gilt Adil Aouchiche. Der 24-jährige Algerier spielte in fast jedem Spiel von Anfang an und hat als einziger Offensivmann ein Tor auf dem Konto.

Kenan Karamann (li.) stand beim letzten Aufeinandertreffen ebenfalls auf dem Platz.
Der Auftakt
Defensiv stabil, offensiv harmlos: Auf diesen Nenner lässt sich der Schalker Saisonstart bringen. Nur sechs Gegentore kassierte der Aufsteiger, die Hälfte davon beim 0:3 zum Auftakt in Augsburg. Vor eigenem Publikum ist die Mannschaft noch ohne Gegentor, aber auch ohne eigenen Treffer. Dem FC Bayern trotzte sie ein kaum für möglich gehaltenes 0:0 ab, gegen Liganeuling SV Elversberg blieb es ebenfalls torlos.
Den einzigen Sieg feierte Königsblau in Köpenick - dort wurde Union Berlin mit 3:1 besiegt. Am vergangenen Spieltag gingen sie dagegen trotz Überzahl leer aus: Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit erzielten die dezimierten Freiburger das 2:1 und ließen Königsblau hadern - denn vier Treffer in fünf Partien zeigen, wo es bei Schalke noch fehlt.

Erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die 05ER: Leandro Barreiro (re.).
Das letzte Mal
Das bislang jüngste Duell endete für die Rheinhessen mit einem Stich ins Herz: Am 5. Mai 2023 gastierte Schalke in der MEWA ARENA. Zweimal gingen die Gäste durch Marius Bülter (26.) und Tom Krauß (60.) in Führung, zweimal glichen Leandro Barreiro (53.) und Aaron Martin (70.) für die 05ER aus. Tief in der Nachspielzeit entschied dann der Videobeweis die Partie: Nach Ansicht der Bilder zeigte Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck auf den Punkt, Bülter verwandelte den fälligen Strafstoß zum 3:2-Endstand. Retten konnten sich die Knappen trotzdem nicht – Schalke stieg als Tabellenvorletzter ab, der FSV beendete die Saison auf Platz neun.

