• Home
  • News
  • Gekommen, um zu bleiben: Der SC Paderborn im Porträt

Profis 26.08.2026 - 15:00 Uhr

Gekommen, um zu bleiben: Der SC Paderborn im Porträt

Am Samstag ist der Aufsteiger aus Ostwestfalen in der MEWA ARENA zu Gast

Der SC Paderborn 07 in der Saison 2026/27 (Foto: IMAGO/Christian Schroedter).

Der SC Paderborn gehört wieder zu den besten 18 Vereinen des deutschen Fußballs. 2015 und 2020 ging es als Tabellenletzter direkt wieder runter in Liga zwei. Nun wollen die Ostwestfalen im dritten Anlauf endlich die Klasse halten. Das wird angesichts der sportlichen und vor allem finanzstarken Konkurrenz erneut kein einfaches Unterfangen. Selbstbewusst gehen die Paderborner die Saison dennoch an: "Wir freuen uns auf die tolle Aufgabe 'Bundesliga' und wollen gemeinsam Geschichte schreiben. Wir sind überzeugt davon, dass wir wettbewerbsfähig sind und mithalten können", hatte Sportchef Sebastian Lange jüngst auf einer Pressekonferenz gesagt.

Wir blicken auf das Team um Erfolgstrainer Ralf Kettemann, der am Samstag (15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN & 05ER.fm) zum Auftakt der Saison 2026/27 in der im Heimbereich bereits ausverkauften MEWA ARENA zu Gast sein wird.

Der Aufstieg:

Am Ende der vergangenen Spielzeit belegte der SCP mit 62 Punkten den dritten Platz in der zweiten Liga. Damit hatte sich das Team für die Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga qualifiziert. Nach einem torlosen Unentschieden in Wolfsburg, war das Rückspiel vor 15.000 Zuschauern in der Home Deluxe Arena an Dramatik kaum zu überbieten. Laurin Curda traf in der Verlängerung nach 100 Minuten zum entscheidenden 2:1. Nach sechs Jahren in der zweiten und dritten Liga hatte Paderborn die Rückkehr ins Oberhaus perfekt gemacht und feierte das gebührend, wie Chefcoach Kettemann es im TV-Interview nach dem Spiel auf kreative Art und Weise angekündigt hatte: "Wir werden heute Abend erstmal einen durch den Tisch treten, morgen auch und übermorgen wahrscheinlich auch noch mal."

Dritter Aufstieg der Vereinsgeschichte: In der Relegation setzten sich die Paderborner gegen Wolfsburg durch (Foto: IMAGO/Ulrich Hufnagel).

Der Cheftrainer:

In seiner ersten Saison als Chefcoach des SC Paderborn und seiner insgesamt ersten Station im Profifußball schaffte Ralf Kettemann mit dem Aufstieg das, was seinen Vorgängern Steffen Baumgart und Lukas Kwasniok zuvor in fünf Spielzeiten nicht gelungen war. Der 40-Jährige war vor seiner Zeit in Ostwestfalen vier Jahre lang als U19-Cheftrainer im Nachwuchsleistungszentrum des Karlsruher SC tätig und führte sein Team in der Saison 2024/25 in das Finale des DFB-Pokals der Junioren, das mit 0:2 gegen Werder Bremen verloren ging. Kettemann spielte vor seiner Trainerkarriere professionell bei den Stuttgarter Kickers und dem VfR Aalen in der Regionalliga und dritten Liga. Seine Karriere musste er nach Verletzungen 2011 vorzeitig beenden.

Der Paderborner Chefcoach gilt als nahbarer "Kumpel-Typ", empathisch, sozial kompetent und mit klaren Vorstellungen, was seine Spieler auf den Platz bringen. Wichtig ist dem 40-Jährigen vor allem eine aktive Spielweise, alle Spieler sollen ständig anspielbereit sein und Lust auf den Ball haben. Genau so sah der Fußball der drittbesten Offensive der zweiten Liga in der vergangenen Saison mit und gegen den Ball aus: intensiv und mit hoher Laufbereitschaft.

Impulsiv und genauso aktiv coachend an der Seitenlinie dabei ist Kettemann selbst. Gleichzeitig gilt er als reflektierter Mensch, arbeitet mit einem Life-Coach zusammen und war in einer Länderspielpause im März mal für drei Tage in einem Retreat an der Nordsee, um zur Ruhe zu kommen.

Ralf Kettemann an der Seitenlinie (Foto: IMAGO/ Agentur 54 Grad).

Der Kader:

Nach dem Aufstieg wurden einige Leistungsträger für andere Klubs interessant. Filip Bilbija, den mit 15 Treffern besten Torschützen der Vorsaison, zog es nach England in die Championship zu Derby County. Mika Baur wechselte zu Celtic Glasgow, Torhüter Dennis Seimen kehrte nach seiner Leihe zum VfB Stuttgart zurück und Calvin Brackelmann ist nun beim FC Augsburg unter Vertrag.

Sechzehn Neuzugänge veränderten das Gesicht des Kaders. Mit Nahuel Noll von der TSG Hoffenheim schnappten sich die Paderborner per Leihe ein weiteres Talent auf der Torhüterposition. Den Abgang von Bilbija soll unter anderem Ex-05ER Gabriel Vidovic kompensieren, der aus Zagreb nach Ostwestfalen wechselte. Ansonsten kamen vor allem talentierte Akteure mit Zweit- und Drittligaerfahrung zum SCP. Die größte Erfahrung können Kapitän Felix Götze in der Defensive sowie Sven Michel und Steffen Tigges im Angriff vorweisen. Mit Laurin Curda blieb ein Leistungsträger und Gesicht des Aufstiegs dem Klub, Stand jetzt, erhalten. Er könnte als dynamischer und torgefährlich Außenbahnspieler ein wichtiges Teil in Kettemanns Puzzle sein.

In der vergangenen Saison, hier beim Pokalspiel gegen die Bayern, noch im 05-Dress: Paderborn-Neuzugang Gabriel Vidovic.

Die Vorbereitung und der Pflichtspielauftakt:

Insgesamt acht Testspiele absolvierten die Paderborner in der Sommervorbereitung. Dabei gingen sie sechs Mal als Sieger vom Platz, unter anderem im Doppeltest gegen den 1. FC Köln, gegen Hannover 96 oder den VfL Osnabrück. Der SCP spielte ein Mal Unentschieden gegen Bremen und unterlag nur dem 1. FC Magedburg. Abgesehen von den reinen Ergebnissen zeigte sich Kettemann mit der Defensive zufrieden. Offensiv war vor allem in Sachen Effizienz noch Luft nach oben. Auch Verletzungen, beispielsweise von Sven Michel, Felix Götze, Nick Bätzner, Timur Gayret und Nyamekye Awortwie-Grant trübten das Bild.

In der ersten Runde des DFB-Pokals setzte sich der SCP mit 4:2 beim Nord-Regionalligisten Phönix Lübeck durch. "Wir waren defensiv heute nicht gut, haben zu viel zugelassen und nach vorne hätte ich mir mehr Effizienz gewünscht. Wir mussten etwas kämpfen, aber sind in der zweiten Runde des DFB-Pokals, das zählt", sagte Kettemann im Anschluss.