Profis 27.08.2019 — 15:00 Uhr

Positive Grundhaltung contra "Horrorszenarien"

Mit einer klaren und offenen Analyse wartete 05-Trainer Schwarz am Dienstag nach der Gladbach-Niederlage auf - "Nur so kommt das Selbstvertrauen zurück"

Den Saisonstart anders vorgestellt hatten sich alle 05ER, allen voran Cheftrainer Sandro Schwarz. Der 40-Jährige richtete den Blick in einer Medienrunde am Bruchweg am Dienstagmittag allerdings nicht nur nach zurück, sondern schaute gleichzeitig nach vorne. Es sei nicht ausschließlich Pech gewesen, das zu den letzten Ergebnissen geführt habe. "Für die Gegentore ist unser eigenes Fehlverhalten ausschlaggebend gewesen. Dennoch ist eines auch klar: Unsere bestmögliche Leistung werden wir in den nächsten Spielen nicht mit einer negativen Grundhaltung abrufen können", so der 05-Trainer. Die Lösung dürfe niemals lauten, es nicht weiter zu versuchen.

Drei Tage nach dem im Ergebnis enttäuschenden Heimauftakt gegen Mönchengladbach ging Schwarz auf die nach dem Wochenende gesammelten Erkenntnisse ein: "Wir machen mehr Dinge richtig als falsch, machen uns gute Auftritte allerdings mit Fehlern zunichte Wir müssen die Konter besser unterbinden und vorne unsere Situationen klarer und präziser zu Ende zu spielen." Die Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte seien dagewesen, die Konsequenz und Präzision in der Umschaltbewegung habe jedoch zu häufig gefehlt.

Offen schildert der 40-Jährige anschließend die Gefühlslage nach den enttäuschenden Ergebnissen der ersten Pflichtspiele "Wir sind ärgerlich und sauer, dass wir uns für unser Spiel nicht belohnt haben." Trotzdem bringe es nun nichts, "Horrorszenarien" aufzustellen. Vielmehr müsse man den "Frust kanalisieren, klar in der Analyse bleiben und die Dinge ansprechen, die wir besser machen müssen." Negative Ergebnisse würden an ihm nagen, so Schwarz weiter. Die Folge: Ein Stück Lebensqualität gehe verloren in den Tagen unmittelbar nach den Spielen. Dennoch möchte der Trainer einer sich durch die gesamte Trainingswoche ziehenden negativen Grundhaltung entgegenwirken: "Positiv zu sein bedeutet ja nicht, alles schönzureden." Es gelte, die richtige Mischung zu finden und Gründe aufzuzeigen, warum über weite Strecken ordentliche bis gute Auftritte bislang nicht zu zählbarem Ertrag geführt haben. Daher sei es nun "elementar wichtig, die Situation richtig einzuordnen", so Schwarz. Das dürfe nie bedeuten, alles zu kritisieren: "Es wäre fatal, wenn wir unser Spiel grundsätzlich infrage stellen würden."

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Das ist unsere Aufgabe, das müssen wir machen, und das werden wir auch machen

Um neben allen positiven Aspekten aus den Spielen demnächst auch Punkte einzufahren, muss vor allem an der Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten gearbeitet werden. Der Weg zu mehr Effektivität führt für Schwarz dabei über Durchhaltevermögen: "Wir müssen dranbleiben, es im Spiel immer wieder versuchen. Dann bin ich zutiefst davon überzeugt, dass wir auch bessere Ergebnisse erzielen werden", gibt Schwarz sich optimistisch: "Das ist unsere Aufgabe, das müssen wir machen, und das werden wir auch machen." Um seiner Mannschaft dabei zu helfen, müsse man "im Training für eine hohe Wiederholungszahl bei Torabschlüssen sorgen. Nur so kommt das Selbstvertrauen zurück". Außerdem gelte für ihn und sein Trainerteam, "bei individuellen Fehlern Hilfestellung zu leisten".

Dass die Aufgabe, erstmals in der noch jungen Saison zu punkten, am kommenden Wochenende bei Rekordmeister Bayern München nicht leichter wird, weiß auch der Trainer. Dennoch möchte Schwarz von einem "Bonusspiel", indem "man nichts zu verlieren habe", nichts wissen: "Das wird nie meine Herangehensweise sein. Wir werden uns am Samstag über unsere Leistung definieren. Es geht nicht darum, beim Anpfiff an das Ergebnis zu denken, sondern an unsere Aufgabe und darum, alles aus uns rauszuholen", so Schwarz. Damit man beim Rekordmeister bestehen könne, benötige man "alle Phasen eines Spiels. Nur hinten drinstehen oder nur vorne draufgehen, wird dort nicht funktionieren", erklärte der Cheftrainer. Grundsätzlich gelte somit auch für das kommende Wochenende, "die kleinen Momente auf unsere Seite zu ziehen" und so bestenfalls auch das Resultat positiv zu gestalten. Schließlich, so Schwarz, "ist es unser Ziel, die Lebensqualität aller Menschen, die mit Mainz 05 mitfiebern, in den kommenden Wochen wieder zu verbessern".

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