Profis 09.07.2019 — 17:00 Uhr

Meier: "Trotzdem werde ich angreifen"

05-Neuzugang vom FC Bayern weiß um seine Rolle als Backup, will Linksverteidiger Aarón jedoch Druck machen, lernen und irgendwann spielen

Ein Neuzugang packt an: Jonathan Meier (re.) mit Erkan Eyibil aus der U19 des FSV.

Alleine vom Geburtsdatum her ist Jonathan Meier schon mal in der richtigen Stadt. Der neue Linksverteidiger des 1. FSV Mainz 05, der aus dem Nachwuchsbereich des FC Bayern kommt, ist am 11.11.99 geboren. Ob diese Zahl dem 19-Jährigen hilft, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen und sich in Mainz zu etablieren, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Bislang jedenfalls hat er einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen. "Es hat zwar ein paar Tage gedauert, sich einzugewöhnen, aber mit jedem Training wird es besser", sagt er.

Meier, das haben die ersten zehn Tage der Vorbereitung gezeigt, ist kein lauter Spieler. Keiner, der auf dem Platz die Backen aufbläst und sich in den Vordergrund drängt. Doch in den bisherigen Spielformen überzeugte der junge Linksfuß, der mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Dritte Liga schaffte, mit seiner sachlich-konzentrierten Art. Meier zeigte, dass er kicken kann, ein gutes taktisches Verständnis hat. Der Neuzugang habe in den Nachwuchszentren von 1860 und Bayern eine hervorragende fußballerische Ausbildung genossen, erklärte Rouven Schröder bereits bei der Verpflichtung. "Er ist schnell und dynamisch, verkörpert den modernen Linksverteidiger und interpretiert ihn in offensiver Ausrichtung. Jonathan ist darüber hinaus ein Top-Charakter mit großem Ehrgeiz, sich auf höchstem Niveau weiterentwickeln zu wollen", betonte der 05-Sportvorstand im Mai.

Gegenseitig helfen & pushen

Vieles davon zeigt Meier im Training. Der Spieler, der am Bruchweg seinen ersten Profivertrag bis 2022 unterschrieben hat, kennt seine Rolle im Team. Aarón, der spanische U21-Nationalspieler, der erst nächste Woche im Trainingslager wieder einsteigt, hat in der vergangenen Saison 33 von 34 Bundesligaspielen absolviert und möchte seinen Stammplatz behaupten. Nach dem Weggang von Gaetan Bussmann ist Meier also der logische Backup auf dieser Position. "Ich weiß, dass ich hinter ihm bin. Aarón ist ein sehr guter Spieler, von dem ich mir viel abgucken, viel lernen kann das komplette Jahr über. Trotzdem werde ich angreifen", so der Neu-05er am Dienstag im Rahmen einer Medienrunde. "Und natürlich möchte ich irgendwann auch spielen. Ich denke, es ist auch für Aarón gut, Druck von mir zu bekommen, um noch besser zu werden. So können wir uns gegenseitig weiterhelfen und pushen."

Das klingt realistisch und ambitioniert. Meier hat in München dauerhaft mit den Profis des Rekordmeisters trainiert, stand zweimal im Bundesligakader, einmal sogar im Champions-League-Kader. Gespielt hat der NLZ-Akteur in der Regionalliga in 19 Begegnungen. "Wenn man bei Bayern in der Zweiten spielt, ist der nächste Schritt, sich im Profibereich irgendwo zu etablieren. Ich denke, dass es hier ein wenig einfacher ist als in München. Sich da langfristig zu integrieren, ist relativ schwer und das hat in den letzten Monaten oder Jahren auch kaum noch einer geschafft."

Weiterentwickeln auf allen Ebenen

Die Gespräche mit Sandro Schwarz und Rouven Schröder haben das Top-Talent dann überzeugt, zum Bruchweg zu wechseln. "Außerdem weiß man natürlich von Mainz 05, dass sie junge Spieler fördern und ausbilden. Dass es ein Verein ist, bei dem viele junge Spieler ihre Chance bekommen und das Entwicklungspotenzial für junge Leute einfach sehr hoch ist. Ich möchte hier in jedem Training besser werden, Erfahrungen sammeln. Ich möchte mich weiterentwickeln, menschlich, als Persönlichkeit und als Sportler", erklärt der gebürtige Münchner, der sechs Jahre bei 1860 München spielte und weitere sechs für die Bayern, die ihn ab der C-Jugend vom offensiven Zentrumsspieler zum Linksverteidiger umschulten. Meier selbst sagt von sich, dass sein Spielstil geprägt sei von Geschwindigkeit, nach vorne verteidigen, Pressing, Ballsicherheit und Technik.

Im 05-Training hat Meier zum Start einen sehr jungen Kader mit etlichen Altersgenossen vorgefunden. Sicherlich nicht die schlechterste Situation um reinzukommen. "Erst einmal sind die alle auf einem Top-Niveau. Und viele in der Altersklasse denken ähnlich, können sich gegenseitig helfen. Ich finde den Mix hier in Mainz sehr gut."

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