Vorberichte 22.10.2020 — 13:40 Uhr

Emotionen selber entwickeln

Heimspiel gegen Gladbach ohne Fans: Sportvorstand fordert Kampfeslust statt Nervosität, um die Wende einzuleiten

Hinter einem Einsatz von Karim Onisiwo steht zwei Tage vor dem Anpfiff noch ein Fragezeichen.

Die Tatsache, dass es sich beim kommenden Gegner erneut um eines der Top-Teams der Liga handelt, ändert nichts daran, dass beim 1. FSV Mainz 05 alle gewillt sind, eine Verbesserung der unangenehmen Tabellensituation herbeizuführen. "Keinem macht es Spaß, dass wir auf Platz 18 stehen. Es ist  doch klar, dass wir punkten und Spiele gewinnen wollen", sagte Rouven Schröder in der digitalen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr in der OPEL ARENA). Kampfeslust statt Nervosität laute die Devise. "Gladbach ist für uns eine neue Möglichkeit zu punkten."

Dass die Partie aufgrund der neusten Entwicklung ohne Fans über die Bühne gehen muss, sei dabei sehr bitter. "Wir wünschen uns immer, dass so viele Fans wie möglich im Stadion sind. Wir sind aber alle keine Experten und müssen uns auf die Behörden verlassen, mit denen wir vertrauensvoll  zusammenarbeiten. Wir müssen auf die aktuelle Lage Rücksicht nehmen", sagte der Sportvorstand. Und Jan-Moritz Lichte fügte hinzu: "Wir können die Situation nur bedauern, müssen sie aber so annehmen, wie sie ist. Deshalb müssen wir das, was an Emotionen von den Fans von außen für uns eingebracht wird, nun selber entwickeln. Das ist unsere Aufgabe."

Qualität im Rose-Team

Arbeiten und abliefern lautet die Marschrichtung. Auch wenn der Gegner ein ganz dicker Brocken ist. Das Team von Marco Rose, dem Ex-05-Profi, hat am Mittwochabend im Champions-League-Spiel bei Inter Mailand ein 2:2 geholt. "Wir müssen gucken, was für Informationen wir aus dem Mailand-Spiel noch rausziehen", sagte der 05-Trainer, der mit seinem Stab auch die übrigen Gladbacher Spiele in der Bundesliga gesehen und analysiert hat. "Wir haben alle Infos gesammelt und uns einen Plan überlegt, den wir umsetzen wollen. Unabhängig davon, dass wir gesehen haben wie die Gladbacher bei einer europäischen Spitzenmannschaft einen Punkt geholt haben."

Was für die große Qualität in Roses Team spricht: "Da müssen wir gegenhalten und zeigen, dass wir in 90 Minuten gegen diese Qualität bestehen und unsere Stärken zeigen können", so der Coach. Vor allen Dingen im Spiel nach vorne gibt's Verbesserungspotenzial. Die Mainzer haben im Training diese Woche weiter an ihrem Defensivkonzept gefeilt, sich aber gleichzeitig stärker um die offensiven Dinge gekümmert. Beim 0:1 am vergangenen Wochenende gegen Leverkusen waren die Gastgeber nicht über vielversprechende Ansätze vor dem Tor des Gegners hinausgekommen.

Grundsätzlich sei es so, dass die hervorragende Leverkusener Defensivorganisation es auch den anderen Mannschaften zuvor sehr schwer gemacht habe, bespielbare Räume zu finden, erläuterte Lichte. "Wenn man aber sieht, wie viele Gelegenheiten wir dann doch gerade in der zweiten Halbzeit hatten, über die Flügel gute Ausgangsmöglichkeiten für Torchancen zu schaffen, dann wäre mit mehr Passpräzision, besserer Freilaufbewegung oder besseren Eins-gegen-eins-Situationen mehr drin gewesen."

Gute Arbeitsqualität und -Mentalität

Im Training habe die Mannschaft in den vergangenen Tagen versucht, diese Abläufe besser zu gestalten. "Die Gladbacher haben eine etwas andere Struktur in ihrem Spiel. Da müssen wir wieder alles investieren und den Schritt versuchen zu gehen, den wir gegen Leverkusen nicht geschafft haben. Wir brauchen das Selbstverständnis und Selbstvertrauen, diese Situationen auch haben zu wollen und sie uns zuzutrauen."

Personell kann Lichte nach wie vor aus dem Vollen schöpfen. Auch wenn Jonny Burkardt und Karim Onisiwo wegen muskulärer Probleme eine Trainingspause einlegen mussten. Da müsse man nun abwarten, wie sich das bis Samstag entwickle. "Die Konkurrenzsituation ist ansonsten definitiv gegeben. Das ist auch der Grund, warum im Training im Moment alle bei 100 Prozent sind. Es ist eine gute Arbeitsqualität und -Mentalität, die die Spieler Tag für Tag zeigen", sagte der 05-Trainer.

Die Mannschaft werde bestens vorbereitet und hochmotiviert in dieses Heimspiel gehen und versuchen, die Wende einzuleiten. "Ein gutes Spiel machen, Zähne zeigen. Rasen umkrempeln", fordert Schröder. Bautechnisch wird Letzteres nach der Gladbach-Partie ohnehin passieren, denn der ziemlich kaputte Arena-Rasen muss ausgetauscht werden. Das Heimspiel gegen Schalke 04 (Samstag, 7. November) findet dann auf einer neuen Grünfläche statt.

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