Profis 07.08.2020 — 17:20 Uhr

Lavalée: Erwachsen & ambitioniert

Der bislang einzige 05-Sommerneuzugang hat sich bestens auf den Start am Bruchweg vorbereitet, eine Wohnung gefunden und angefangen Deutsch zu lernen: Nun will er auf dem Platz angreifen

Überzeugt vom Schritt nach Mainz: Dimitri Lavalée am Freitagmittag am Bruchweg.

Dimitri Lavalée hat die Zeit genutzt. Der bereits im Januar verpflichtete Neuzugang des 1. FSV Mainz 05 hat sich auf die Zeit in der neuen Umgebung mit Individualtraining vorbereitet, sich eine Wohnung besorgt und sich um Deutschstunden gekümmert. Das digitale Medien-Vorstellungsgespräch, das 05-Übersetzer und Teambetreuer Patrick Zeilmann vom Französischen ins Deutsche übersetzte, beendete Lavalée bereits auf Deutsch: "Dankeschön und bis bald im Stadion in der OPEL ARENA."

Wie bald das sein wird, hängt zumindest sportlich davon ab, wie sich der 23-Jährige in der Saisonvorbereitung präsentiert. Seit Dienstag trainiert der belgische Innenverteidiger mit seiner neuen Mannschaft. Den Medien gegenüber zeigte sich der Belgier als ehrgeiziger und entschlossener Profi, gleichzeitig sympathisch-humorvoll und wortgewandt. Rouven Schröder hatte ihn bereits als einen "sehr erwachsenen jungen Mann" beschrieben, der im NLZ von Standard Lüttich durch eine harte Schule gegangen sei und sich alles habe hart erarbeiten müssen.

Lavalée im Kurzportrait von 05ER.tv

Raus aus der Komfortzone

"Das stimmt", bestätigte der Spieler seinen Sportvorstand. "Ich habe hart gearbeitet und musste hart arbeiten, weil an der einen oder anderen Stelle vielleicht das Glück gefehlt hat. Wie es so ist im Fußball, es gibt solche und solche Momente, wo man dann einfach dranbleiben muss. Ich hatte das Glück auf die Unterstützung zählen zu können von Familie, Freunden und meiner Freundin. Das hat mich wachsen lassen und stark gemacht. Und auch die Erfahrung in Maastricht. Ich war auf mich alleine gestellt und bin aus meiner Komfortzone herausgekommen. Hier in Mainz geht es nun darum, weiter zu wachsen. Ich bin  mental bereit für diese Herausforderung. Es ist der richtige Zeitpunkt dafür", sagte er.

Der Abwehrspieler stammt aus Lüttich, hat beim belgischen Traditionsverein die komplette Ausbildung genossen und war zuletzt ins benachbarte Maastricht ausgeliehen. "Ich bin ein ruhiger Typ, der auch gerne lacht. Wenn es aber auf den Platz geht, dann gebe ich immer alles. Ich möchte da sein, wenn ich gebraucht werde."

Es ist enorm wichtig, die Sprache des Landes zu lernen

Der Start verlief gut für den Neu-05ER, auch wenn der in diesem Jahr bislang kaum Fußball gespielt hat. "Ich hatte das Glück, dass ich einen gewissen Vorlauf hatte, weil ich ja im Januar schon unterschrieben hatte. Ich habe relativ schnell eine Wohnung für mich und meine Freundin gefunden und den Umzug gut vorbereitet. Mainz ist eine sehr schöne Stadt, in der ich mich schon wohlfühle", sagt er. In Belgien habe er sich schon um Deutschkurse gekümmert, was sich aber in der Praxis schwierig gestaltet habe wegen Corona, er habe jedoch trotzdem schon die eine oder andere Lektion lernen können. "Es ist enorm wichtig, die Sprache des Landes zu lernen, in dem man lebt. Ich habe einen Vertrag über vier Jahre. Ich möchte so schnell wie möglich Deutsch lernen, um eben auch auf dieser Ebene bereit zu sein“" betont der Profi.

Lavalée beim Trainingsauftakt am Bruchweg.

Auch sportlich habe die Pandemie vieles erschwert. "Die Saison in Belgien ist sehr schnell abgebrochen worden. Ich hatte kein Mannschaftstraining mehr. Ich habe mir einen Personal-Trainer genommen, um die Form zu halten. Außerdem habe ich Kontakt mit Mainz 05 aufgenommen und schon Tests und ein Vorbereitungsprogramm absolviert, um in guter körperlicher Verfassung zu sein, um vom ersten Tag an angreifen zu können."

Erster Test steht bevor

Der 05-Trainer beschreibt den Neuzugang nach den ersten Einheiten auf dem Rasen als einen "dynamischen, aggressiven Spieler, den wir weiter entwickeln wollen für unser Spielsystem. Solider Spielaufbau, klare Struktur, klares Zweikampfverhalten, das sind die Punkte, die wir von ihm erwarten, die er auch in einigen Szenen schon gezeigt hat. Er ist ein richtig positiver Typ mit viel Mentalität, der sich schnell integrieren wird", ist Achim Beierlorzer überzeugt vom neuen Mann.

Der Linksfuß selbst erklärt nach den ersten Tagen im Verein, er habe große Lust entwickelt, hier zu spielen. Am Samstagmorgen steht im Bruchwegstadion das erste Spiel auf dem Terminplan. Auch wenn diese Partie lediglich ein internes Testspiel des Profi-Kaders ist, will sich der zweikampf- und kopfballstarke Innenverteidiger so präsentieren, wie es seine Art ist: "Ich habe in der Vergangenheit immer alles gegeben, um das Vertrauen, das in mich gesetzt wurde, zurückzuzahlen. Egal, lob im Training, in Testspielen oder in der Meisterschaft. Man sagt, so wie man trainiert, so spielt man auch. Also möchte ich immer so trainieren, dass ich das Bestmögliche herausholen kann", sagt Lavalée.

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