Vorberichte 30.01.2020 — 15:00 Uhr

"Jeder muss sich noch mehr fokussieren"

Die Rollen im Heimspiel gegen Bayern München sind klar verteilt - 05-Debüt für Bruma?

Ob Jeffrey Bruma, der ausgeliehene Neuzugang vom VfL Wolfsburg, bereits am Samstag im ausverkauften Heimspiel-Highlight (15.30 Uhr) in der OPEL ARENA gegen den FC Bayern München in die Abwehr des 1. FSV Mainz 05 rücken wird, ließ der Trainer noch offen: "Die Möglichkeit besteht, aber wir machen alles mit Sinn und Verstand", erklärte Achim Beierlorzer in der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Anpfiff.

Am Mittwoch hatte Sportvorstand Rouven Schröder die Verpflichtung des 28-jährigen Holländers bekannt gegeben, der mit seiner Erfahrung und Qualität die Mainzer Defensive bis zum Saisonende im Abstiegskampf unterstützen soll. Beierlorzer beschrieb den Innenverteidiger als kopfballstarken, zweikampfstarken Spieler, als "Defensivstrategen, der uns Alternativen ermöglicht, der unser Repertoire an Möglichketen erweitert. Wir sind handlungsfähiger mit einem Spieler, der auch die Erfahrung mit in die Kabine bringt. Das ist außerordentlich wichtig für unsere junge Mannschaft."

Kein Spiel, das wir wegschenken

Die sportliche Leitung begründete die Verpflichtung kurz vor Schließung des Wintertransferfensters damit, dass die Rückkehr von Stefan Bell ins Mannschafstraining sich doch länger hinzieht als erwartet. Bruma, der in Wolfsburg voll im Mannschaftstraining stand, trainierte am Donnerstagnachmittag erstmals mit den 05-Profis und steht für die Partie gegen die Münchner zur Verfügung.

Der letzte Heimsieg gegen den FC Bayern datiert von Ende November 2011. Seit diesem 3:2-Erfolg war für die 05ER in der eigenen Arena nichts mehr zu holen gegen den Rekordmeister. Angesichts der aktuellen Situation und der bestechenden Form des Top-Favoriten wäre alles andere als eine Niederlage auch diesmal eine faustdicke Überraschung. Der FSV muss einkalkulieren, dass er nach diesem 20. Spieltag unter Umständen sogar auf einen Abstiegsplatz rutschen könnte. "Es ist natürlich kein Spiel, das wir wegschenken wollen. Absolut nicht. Die Spieler freuen sich darauf, sich zu messen. Wir nehmen es als absolute Herausforderung", sagte Beierlorzer, "aber wenn wir ehrlich sind, wenn alles normal läuft, die Bayern ihre Leistung abrufen und wir nicht galaktisch spielen, dann wird das wohl für Bayern laufen."

Es geht aber vor allem um die Frustrationstoleranz

Trotzdem spricht der Coach von einem "Bonus-Spiel". Eine gute Leistung gegen die aktuell beste Mannschaft, die zuletzt selbst die voller Optimismus nach Süden gereisten Schalker gnadenlos 5:0 abfertigte, kann aufbauend sein für die folgenden schweren Aufgaben. "Deshalb müssen wir im Spiel gegen Bayern eine gute Struktur haben, gut miteinander arbeiten, verschieben, es den Münchnern so schwer wie möglich machen", so Beierlorzer.

"Es geht aber vor allem um die Frustrationstoleranz. Wenn man unten drin steht und sich das Ziel Klassenerhalt vorgenommen hat, ist es wichtig, noch enger zusammenzurücken. Das habe ich der Mannschaft auch diese Woche gesagt", erklärte der 52-Jährige. "Jeder muss sich noch mehr fokussieren auf seinen Beruf und seine Aufgabe, in jeder Trainingseinheit, in jeglicher Hinsicht alles für Mainz 05 in die Waagschale werfen." Der 05-Trainer zweifelt nicht an der Bereitschaft des Teams. "Die Jungs sind schon ernsthaft, aber es fehlt ein kleiner Aspekt. Genau den müssen wir jetzt reinkriegen in den entscheidenden Spielen, die kommen." Das Ganze sei nur mit harter Arbeit zu leisten.

Situation einschätzen und dagegen sträuben

"Das ist der einzige Weg. Wir arbeiten ganz detailliert daran, dass diese Dinge abgestellt werden, über die wir gesprochen haben und die auffällig waren: verteidigen von Standards wie gegen  Gladbach. Chancenverwertung wie gegen Leverkusen. Fokussierung auf die entscheidenden Momente in einem Spiel wie Leverkusen, wo wir am Schluss die Struktur verloren haben. Es gehört mit dazu, dass man die Situation realistisch einschätzt und sich massiv dagegen sträubt. Das erwarte ich von jedem einzelnen Spieler in jeder einzelnen Trainingseinheit bis zum Ende der Saison."

Kritisch und analytisch bleiben, dabei aber den Optimismus und das Positive nicht vernachlässigen. "Es ist doch nicht zielführend, wenn ich nur Kritik und Frustration an die Spieler weitergebe und erwarte gleichzeitig, dass sie frisch und frei, mit Mut, Selbstvertrauen und Freude in die Spiele gehen."

So auch am Samstag gegen das Team von Hansi Flick, dessen Ziel natürlich der Titelgewinn bleibt. Die Bayern, so Beierlorzer, seien derzeit in allen relevanten Aspekten eines Spiels die Nummer eins der Liga. "Trotzdem müssen wir unser Spiel spielen, eine gute Balance finden, alles in die Waagschale werfen. Und sicher ist: Wir sind 100 Prozent motiviert und engagiert!"

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