Profis 15.09.2021 — 15:30 Uhr

Sofort auf einer Wellenlänge

Ein Traum-Debüt feiern durfte Marcus Ingvartsen am vergangenen Wochenende in Hoffenheim. Wohl fühlte er sich bereits zuvor, nach nur drei Trainingseinheiten, und sieht sich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der FSV soll nicht zuletzt dabei behilflich sein, sich einen großen Traum zu verwirklichen.

Gefunkt hat es auch zwischen Ingvartsen und den 650 05-Anhängern, die den FSV in den Kraichgau begleitet hatten und den neuen Mann nach dem Schlusspfiff hochleben ließen.

Den freien Montag hat Marcus Ingvartsen genutzt, um mit seiner Frau die gemeinsame Berliner Wohnung aufzulösen. Während der Last-Minute-Neuzugang in Mainz nach seinem spielentscheidenden Jokertor, nur 78 Sekunden nach seiner Einwechslung, in Hoffenheim sportlich in Windeseile angekommen zu sein scheint, geht es nun darum, auch privat heimisch zu werden am Rhein - schnellstmöglich soll das Hotelzimmer gegen ein geeignetes Appartmenent getauscht werden. Doch nicht nur das Debüt-Tor hat die Akklimatisierung erleichtert, wie er im Rahmen seiner ersten Medienrunde als 05ER verriet.

"Meine ersten Eindrücke hier sind hervorragend. Ich habe eine geile Mannschaft mit guter Stimmung kennengelernt. Man spürt, dass das Team an sich glaubt, gerade nach der vergangenen Rückrunde", in der eine aus Sicht des dänischen Angreifers "sehr interessante Entwicklung" eingesetzt habe. Dass der 25-Jährige sich ohne Zögern dazu entschied, Teil davon sein zu wollen, hatte viel mit dem Plan vorgesehen, den das Trainerteam um Landsmann Bo Svensson für ihn vorsieht. "Beim Transfer ging es in allererster Linie darum, hier Stürmer spielen zu können. Ich hatte zwei sehr gute Jahre bei Union. Dass wir uns für die Conference League platzieren konnten, war eine Sensation. Es war aber keine schwere Entscheidung, als die Anfrage aus Mainz kam", erzählt die Leihgabe, für den die Rheinhessen sich eine Kaufoption gesichert haben (Ingvartsen: "Ich hoffe, dass es nächste Saison weiter geht und ich mich mit der Mannschaft gemeinsam in den kommenden Jahren weiterentwickeln kann.")

Die Weltmeisterschaft ist ein großes Ziel

Der Wunsch - bei Union Berlin hatte der Nationalspieler zwei Jahre lang zumeist hinter den Spitzen agiert (8 Bundesliga-Tore, 10 Assists) - künftig wieder auf seiner gelernten Position agieren zu dürfen, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sein Fernziel Weltmeisterschaft 2022 lautet. Und Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand, auch am Bruchweg ein alter Bekannter, hat ihm einen klaren Anforderungskatalog an die Hand gegeben, um seine Chancen auf weitere Kadernominierungen zu erhöhen. "Die Weltmeisterschaft zu spielen, ist ein Traum. Ich denke, dafür kann ich mich als Stürmer besser empfehlen, als als Mittelfeldspieler. Ich habe mit Kasper Hjulmand darüber gesprochen, er sieht mich als Stürmer, kennt mich schon aus Nordsjaelland und weiß um meine Qualitäten ganz vorne. Da sind wir einer Meinung, weil mein Abschluss zu meinen größten Stärken gehört." Eine Kostprobe im 05-Trikot als Beweis hat Ingvartsen bekanntlich gleich beim Debüt liefern können. "Ein unglaublicher Start nach nur drei Trainingseinheiten, drei Punkte, kein Gegentor. Besser geht es nicht", ist der 05-Profi zufrieden mit seinen ersten Arbeitstagen.

 

Bereit fürs Debüt: Nach 78 Sekunden im 05-Trikot entschied der Neuzugang die Partie bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Gleiches System, neue Position

Die Findungsphase erleichtert hat neben den neuen Kollegen indes auch der Trainer, wie Ingvartsen zu berichten weiß. Svensson, der einst ein halbes Jahr lang als Co-Trainer Hjulmands auf der Bank der 05ER den Einstieg ins Trainergeschäft erlebt hatte, hat den neuen Mann mit seiner Herangehensweise von Tag eins an überzeugt. Und so liegen beide nicht nur sprachlich voll auf einer Wellenlänge: "Ich kannte Bo vorher noch nicht persönlich, aber wir haben uns natürlich aus der Ferne wahrgenommen, uns nach dem Spiel hier mit Union mal kurz unterhalten. Das System hier ist das Gleiche, meine Position eine andere, es gibt einen klaren Plan für mich. Und keine Frage: Es tut gut, sich auch mal auf Dänisch unterhalten zu können. Er kann mir seine Ideen mit allen Details so natürlich noch besser erklären. Ich habe das Gefühl, dass er ein Trainer ist, der sehr harte Arbeit von seinen Spielern erwartet, auf eine konstruktive Art und Weise. Denn er will jeden besser machen. Das Training ist hochintensiv mit Pausen in den richtigen Momenten. Bei den Übungen werden aber immer 100 Prozent verlangt."

Dass die Einheiten als Basis für das Spiel der 05ER unter Svensson dienen, hat auch Ingvartsen verinnerlicht und sieht in ebendieser Intensität eine der größten Stärken seines neuen Teams: "Es ist sehr schwer, für andere Mannschaften gegen uns zu spielen, weil wir mit hohem Tempo agieren, hoch pressen, gut umschalten und defensiv stabil stehen. Aus meiner Sicht haben wir die Chance, eine richtig gute Runde zu spielen. Wir brauchen Konstanz, aber ich sehe viel Potenzial im Kader und viele richtig gute Spieler", ist Ingvartsen überzeugt davon, zur richtigen Zeit am richtigen Ort angekommen zu sein.

Wir spielen zuhause und haben Selbstvertrauen

Und freut sich auf den ersten Auftritt als 05ER in der MEWA ARENA gegen den SC Freiburg am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, Tickets hier). Beim Gegner erkennt er indes durchaus Parallelen zum Spiel des FSV: "Freiburg will Druck ausüben und kommt über die Intensität. Aber wir spielen zuhause und haben Selbstvertrauen. Ich rechne mit einem Spiel mit viel Tempo auf beiden Seiten, das wird interessant." Ob nun als Startelf-Debütant oder erneut als Joker: Ingvartsen möchte seinen Beitrag leisten zu einem "interessanten" Spiel und dem nächsten Fußballfest vor heimischem Publikum. Nicht zuletzt, um weiter Pluspunkte zu sammeln bei seinen beiden Landsmännern Svensson und Hjulmand.

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