Profis 16.09.2019 — 12:00 Uhr

„Es muss immer Spieler geben, die vorangehen“

Viel Lob für Torhüter Robin Zentner und Innenverteidiger Jeremiah St. Juste nach dem ersten Saisonsieg

Robin Zentner zeigte auch gegen Berlin einen tadellosen Auftritt mit mehreren Klasse-Paraden.

Wenn es beim 1. FSV Mainz 05 aus Verletzungsgründen erforderlich ist, im Bundesligaspiel den Stammtorhüter zu wechseln, dann bekommt deshalb niemand Bauchschmerzen. Das liegt daran, dass Robin Zentner, nominell die Nummer zwei im Kader, immer zur Bestform aufläuft, wenn der 24-Jährige gebraucht wird. Das war in der Vergangenheit so, das war nun beim 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC so, in dem Zentner den verletzten Florian Müller vertrat. "Top", sagte Siegtorschütze Jeremiah St. Juste. "Robin war für uns da. Das war einfach großartig und hat uns als Team gepusht."

Es war die Ruhe, die der Torhüter 90 Minuten lang ausstrahlte, seine Souveränität in allen Phasen, seine Paraden, die das 05-Team immer im Spiel hielten. Und am Ende war es dann das Kopfballtor des holländischen Innenverteidigers, das den Sieg brachte dank eines platzierten St. Juste-Kopfballs im Anschluss an eine präzise hereingebrachte Ecke von Daniel Brosinski. "Jeremiah ist nicht der allergrößte Innenverteidiger, aber er hat die Sprungkraft und die Mentalität, um diesen Ball rein zu wuchten", lobte  Sandro Schwarz den 22-Jährigen. "Ich bin sehr glücklich. Natürlich. Alle sind jetzt glücklich. Es ist ein wunderbares Gefühl. Es ist der erste Sieg", erklärte der Neuzugang aus Rotterdam, der nach überstandener Schulterverletzung  sein Debüt in der OPEL ARENA gab. "Erstes Heimspiel, erstes Tor. Das ist ein tolles Gefühl." St. Juste nennt es auch "amazing". Für ihn ist an diesem Tag alles "amazing".  

"Amazing Feeling"

"Wir kriegen den Ausgleich sehr spät im Spiel. Und dann weißt du, du musst etwas tun, denn du bekommst nicht mehr viele Chancen. Ich gehe beim Eckball mit nach vorne. Ich springe, kriege den Ball und treffe. Amazing Feeling."

So ein Gefühl dürfte auch der 05-Keeper gehabt haben, der sein Saisondebüt gab gegen die Hertha. "Das war überragend", lobte der 05-Trainer seine nominelle Nummer zwei, der wie üblich mit großer Selbstverständlichkeit seinen Job perfekt erledigte. Für Schwarz ein Beweis dafür, wie entscheidend die persönliche Haltung eines Spielers ist. "Die richtige Haltung im Sinne der Mannschaft. Die hat Robin immer und er trainiert wie ein Wahnsinniger. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du am Tag X genau solche Leistungen ablieferst. Es freut mich, weil es eine Bestätigung dafür ist, wie er mit der schwierigen Entscheidung vor der Saison umgegangen ist."

Der lange Schlussmann selbst gab sich ganz cool. Zufrieden mit diesem Comeback? "Ja", sagte Zentner lapidar, "es ist doch immer das Gleiche. Es ist ein Fußballspiel. Man weiß, was man zu tun hat und man muss es umsetzen." Beim Ausgleichstor zum 1:1 war der Keeper machtlos, aber auch nicht gewillt, einem Mitspieler die Schuld daran zuzuweisen. "Jedes Tor ist zu verhindern. Wir verhindern die Flanke nicht, sind auch in der Mitte in Überzahl, aber die Berliner haben halt große, kopfballstarke Jungs."

Topform schon im Training

Ansonsten wehrte Zentner alles ab, was aufs Mainzer Tor kam. Bereits in der Länderspielpause hatte sich der 05-Torhüter im Training in absoluter Topform präsentiert. Jedoch nicht, weil der 24-Jährige nach den vier Pflichtspielniederlagen in Folge auf einen Torhüterwechsel spekulierte. "Ich würde mal behaupten, dass ich immer ganz gut trainiere. Ich habe das nicht im Gefühl gehabt, sondern habe versucht Leistung und Spaß ins Training mit reinzubringen. Weil ich wusste, dass es auch für die Mannschaft schwer ist im Moment. Und dann muss es immer Spieler geben, die vorangehen." Zentner profitierte nun von Müllers Handverletzung. Auf die Frage, ob er am Freitagabend auch im Auswärtsspiel bei Schalke 04 zwischen den Pfosten stehen werde, antwortete Zentner: "Darüber mache ich mir heute noch keine Gedanken."

Siegtorschütze St. Juste jedenfalls hat nicht vor, seinen Platz wieder herzugeben. "Ich habe keine Probleme mehr mit der Schulter. Ich habe hart trainiert, um zurückzukommen, jetzt will ich so schnell nicht wieder raus aus dem Team", erklärte der Niederländer. "Ich denke, nach dem Sieg ist es jetzt etwas leichter ins nächste Spiel zu gehen. Wir haben aber noch nichts erreicht. Wir müssen zusammen weitermachen, aus den Fehlern lernen und tausend Prozent geben."

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