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  • Der Hamburger SV: Unser Gegner im Porträt

Profis 03.09.2026 - 17:30 Uhr

Der HSV im Porträt: Namhaft verstärkt und im Prozess

Am letzten Tag des Transferfensters hat der erste Auswärtsgegner der 05ER prominente Neuzugänge begrüßt. Kein "Freifahrtsschein", wie der Cheftrainer betont

Im Volksparkstadion im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld bietet 57.000 Zuschauern Platz.

Nach sieben langen Jahren im Unterhaus geht der Hamburger SV in seine zweite Saison seitdem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga. Damit es nach einem soliden 13. Platz in der vergangenen Spielzeit für mehr als 38 Punkte reichen könnte, hat der HSV kurz vor Schließung des Transferfensters in dieser Woche mit einem namhaften Transfer-Dreierpack nochmal für personelle Verstärkung gesorgt. Wir blicken auf den Gegner des FSV beim ersten Auswärtsspiel der laufenden Spielzeit am Sonntag (15.30 Uhr, live auf DAZN & 05ER.fm) im Volksparkstadion.

Der Auftakt:

Eine schwache erste und eine gute zweite Halbzeit hatte Cheftrainer Merlin Polzin bei der 0:2-Niederlage in Dortmund von seinem Team gesehen. "45 Minuten waren wir nicht der HSV, der wir sein wollen", sagte der Hamburger Cheftrainer. Mit zwei Treffern vor der Pause sorgte der BVB für klare Verhältnisse, ein mutigeres Auftreten im zweiten Durchgang brachte den Hanseaten keinen Ertrag mehr. Im DFB-Pokal hatten sich die Hanseaten zuvor beim Drittligisten SC Verl lange schwergetan, aber mit 3:0 letztendlich souverän durchgesetzt.

Merlin Polzin, seit 23. Dezember 2024 Cheftrainer des Hamburger Sportvereins.

Der Trainer:

Mit dem 35-jährigen Polzin steht beim HSV der jüngste Trainer der Bundesliga an der Seitenlinie. Er arbeitet bereits seit 2020 im Klub. Als Co-Trainer erlebte er die verpassten Aufstiege unter Tim Walter, Daniel Thioune, Horst Hrubesch und Steffen Baumgart hautnah mit. Von Baumgart übernahm er die Cheftrainerrolle im November 2024 zunächst interimistisch. Einen Tag vor Weihnachten übernahm Polzin dann offiziell das Traineramt und führte den Verein nach langer Abstinenz wieder dorthin, wo der HSV nach eigenem Anspruch hingehört: in die höchste deutsche Spielklasse.

Damals Gegner, heute Kollegen: Kacper Potulski (li) und der Mainzer Neuzugang Ransford Königsdörffer beim Duell in der Rückrunde der vergangenen Saison.

Der Kader: 

Insgesamt zehn Neuzugänge muss der HSV-Chefcoach so schnell wie möglich integrieren. Drei davon - allesamt namhaft - kamen erst kurz vor Transferschluss: Der portugiesische Mittelfeldregisseur Fabio Vieira war bereits in der vergangenen Saison von Arsenal London ausgeliehen und Topscorer des Teams. Nun konnte er fest verpflichtet werden. Auch der marrokanische Nationalspieler und Rechtsverteidiger Zakaria El Ouahdi von KRC Genk hat einen langfristigen Vertrag in Hamburg unterschrieben. Zudem hat sich Außenbahnspieler David Möller Wolfe, der im Sommer als Stammspieler mit Norwegen bei der WM für Furore sorgte, dem HSV leihweise von Premier League-Absteiger Wolverhampton angeschlossen. Neben den drei bereits genannten Akteuren fanden auch weitere, teils erfahrene Kräfte den Weg zum HSV: Albert Groenbaek, Martin Adeline, Terem Moffi, Kofi Amoako, Sebastiaan Bornauw, Bilal Nadir und Patson Daka sind neu dabei. Diese sollen die Abgänge Robert Glatzel, Ransford Königsdörffer, Fabio Baldé und Luka Vuskovic, die in den vergangenen Jahren prägende Gesichter waren, auffangen.

"Einen fantastischen Job" attestierte Polzin seinem Sportdirektor Claus Costa, erinnerte aber auch an den andauernden Prozess: "Es wird wieder Zeit benötigen, eine Verbindung zueinander aufzubauen und ein gemeinschaftliches Denken zu entwickeln." Verstärkungen seien kein "Freifahrtsschein". "Wir haben mit dem Aufstieg davon gesprochen, dass wir demütig sein und einen anderen HSV repräsentieren wollen. Was wir auf keinen Fall machen werden, ist, davon zu sprechen, dass sich unsere Ziele verändern und wir leichtgläubig durch die Bundesliga marschieren", so Polzin. Sein Team soll auch weiterhin ein unbequemer Gegner sein.