Profis 27.08.2020 — 16:00 Uhr

Startelf- statt Kaderkandidat

Jonathan Burkardt will sich als Leistungsträger im 05-Team etablieren - Nach dem Hoffenheim-Test ruft Stefan Kuntz

Auf und davon: Wie hier im Test gegen Sandhausen möchte das 05-Eigengewächs auch in der Bundesliga möglichst große Schritte in seiner Entwicklung machen.

Nach dem Doppel-Test am Samstag in Hoffenheim (ab 13.30 Uhr zweimal 90 Minuten live auf 05ER.tv) geht's für Jonathan Burkardt zum Lehrgang der U21 des DFB. Der Stürmer des 1. FSV Mainz 05 ist erstmals nominiert für die höchtste deutsche Juniorenauswahl und steht zusammen mit seinen Teamkollegen Ridle Baku, Luca Kilian und Finn Dahmen - kein Klub durfte sich über mehr Einladungen freuen - im Kader für die Länderspiele gegen Moldau und Belgien. Dass Stefan Kuntz den Jungprofi eingeladen hat, ist eine Anerkennung für dessen Entwicklung vom Talent zum Profi-Fußballer. "Ich gehe mit einem anderen Verständnis in diese neue Saison", sagt der 20-Jährige.

Es ist die dritte Saison in der höchsten Spielklasse für den in Darmstadt geborenen Spieler, dem insbesondere im Finale der abgelaufenen Spielzeit sein Durchbruch im 05-Team gelang. Sein erster Bundesligatreffer, erzielt im drittletzten Spiel beim 2:0-Erfolg in Dortmund, ebnete den Weg zum vorzeitigen Ligaverbleib, nachdem Burkhardt die perfekte Hereingabe von Baku per Kopf im Tor untergebracht hatte. Eine Co-Produktion zweier Top-Talente aus dem eigenen Nachwuchs.

Ansporn und Bestätigung

Der Jungprofi sieht sich nun in der Rolle des Herausforderers. "Ich möchte jetzt nicht mehr unter den 20 sein, die mal im Kader sind und mal spielen", sagt er. "Ich möchte unter den 13, 14 sein, die für jedes Spiel in Frage kommen. Das ist der nächste Schritt, den ich diese Saison gehen möchte." Die Nominierung für das Nationalteam ist ein erster Punkt auf diesem Weg. "Ich sehe es als Ansporn und Bestätigung. Es gibt mir eine Riesenmotivation, weiter dran zu bleiben. Ich möchte mich da auch festbeißen und hoffe, dass ich mich für weitere Länderspiele empfehlen kann."

Bundesliga-Debüt im September 2018, Tor-Debüt im Mai 2020 & nun mit großen Ambitionen in die Saison 20/21

Der vielseitige Offensivspieler ist selbstbewusster geworden, zur Persönlichkeit gereift. Seine Leistungen in der Vorbereitung sind durchweg positiv und sprechen dafür, dass der 20-Jährige seine Ziele erreichen kann. Nach dem knapp verlorenen Testspiel gegen den SV Sandhausen lobte Achim Beierlorzer Burkardt als einen der Akteure, die ein Ausrufezeichen gesetzt hätten. Dennoch wurmen den Stürmer solche Dinge, wie in der Schlussphase, als ihn ein sehenswerter Pass von Abass Issah in die Situation brachte, alleine aufs Tor zu zulaufen. Burkardt schüttelte zwar zwei Verteidiger ab, schob den Ball aber links am Tor vorbei.

Sein Torabschluss müsse insgesamt besser werden. "Ich habe diese Woche dann direkt damit angefangen, nach dem Training länger auf dem Platz zu bleiben und solche Situationen zu üben: Eins gegen eins, dann auf den Torhüter zulaufen, das richtige Timing rauskriegen, ein Gefühl dafür bekommen. Bei mir spielt das schon eine Rolle. Wenn man den Ball mit einem Kontakt versenken muss, dann hat man keine Zeit darüber nachzudenken, wohin man schießt. Wenn man aber mit Anlauf kommt, sieht man schon 30 Sekunden lang das Tor und überlegt sich, was man machen könnte."

Jonny zu Gast bei 05ER.tv

Glücklich mit allen Positionen vorne

Burkardt, den alle Jonny nennen, kam mit 14 ins NLZ an den Bruchweg. Im Bundesligateam kann der schnelle und dribbelstarke Angreifer flexibel eingesetzt werden. "Ich bin glücklich mit allen Positionen vorne. Und ich kann noch besser werden, noch mehr Bälle fordern", sagt er. Besser erkennen, was auf dem Platz vor und hinter ihm los sei, wohin er den nächsten Pass spielen könne. "Daran kann man jeden Tag arbeiten und auch in kleinen Passformen darauf achten, wie man sich verhält", sagt er. Außerdem habe das Team neue Übungen von Reha-Trainer Axel Busenkell bekommen, mit denen man das periphere Sehen trainieren könne. "Und man kann sich immer selber fragen, trainiere ich gerade richtig gut oder trainiere ich einfach nur nach Vorschrift?"

Probleme kommen auf den Tisch

Burkardt glaubt, die Mannschaft habe in der im September beginnenden Runde den Vorteil, im Großen und Ganzen zusammengeblieben zu sein. "Man kennt sich noch besser. Jeder Einzelne weiß, auf was es ankommt. Die Qualität ist da, wir müssen aber den Mannschaftsgedanken mehr pflegen. Ich bin zuversichtlich, dass wir dann eine bessere Saison spielen werden." Rouven Schröder hat zum Auftakt der Vorbereitung erklärt, diese Saison stehe im Zeichen des Teamgeists. "Ich glaube, jeder bei uns hat verstanden, dass man so eine Saison wie die letzte nicht mehr möchte", bestätigt der junge Profi den Sportvorstand. "Jeder wurde noch einmal dafür sensibilisiert, darauf, aber auch aufeinander zu achten. Wir haben jetzt auch mehr Dinge, die wir aus der Mannschaft heraus klären. Wir schieben das alles in die richtige Richtung und sprechen die Probleme offen und häufiger an."

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