Profis 16.09.2026 - 14:00 Uhr
Vor dem nächsten Neustart: M'gladbach im Porträt
Am Samstag sind die 05-Profis im Borussia-Park zu Gast

Die Hoffnungen auf eine weniger turbulente Saison waren groß bei Borussia Mönchengladbach. Nach den ersten drei Spieltagen ist die Sehnsucht nach Ruhe allerdings schon wieder dahin. Der nächste Neustart steht vor der Tür: Drei Niederlagen, darunter ein 3:4 gegen den Aufsteiger aus Elversberg und ein 0:5 in Freiburg am vergangenen Wochenende kosteten Cheftrainer Eugen Polanski zu Beginn der Woche den Job. Co-Trainer Jan-Moritz Lichte, wie sein ehemaliger Chef ebenfalls mit Mainzer Vergangenheit, bereitet die Elf vom Niederrhein interimsmäßig auf das Heimspiel gegen die 05ER am Samstag (15:30 Uhr, live auf Sky, DAZN und 05ER.fm) vor.
Wir blicken auf den nächsten Mainzer Gegner vor der dreiwöchigen Länderspielpause.
Die Lage bei der Borussia:
Zweimal auswärts chancenlos, ohne Punkte und Tor sowie im ersten Heimspiel nach einer 3:1-Führung gegen einen Aufsteiger noch das Spiel aus der Hand gegeben und die erste Trainerentlassung der Saison: Die Stimmung bei Borussia Mönchengladbach könnte - vorsichtig ausgedrückt - besser sein. Dabei war die Ausgangslage vor der laufenden Spielzeit positiv. Polanski hatte die Mannschaft in der vergangenen Saison als Nachfolger von Gerardo Seoane, der ebenfalls nach drei Spieltagen entlassen worden war, stabilisiert und den Klub neun Punkte vor der Abstiegszone auf dem zwölften Tabellenplatz ins Ziel gebracht. Nach einer starken Vorbereitung war das Ziel für die neue Saison klar: mehr Konstanz. Dass der Erwartungsdruck bei einem Verein wie der Borussia aus Mönchengladbach trotz länger zurückliegender Erfolge immer noch groß ist, haben die letzten Wochen gezeigt. Dem Spiel am Samstag wohnt aus den genannten Gründen eine große Bedeutung inne. Als "elementar wichtig" beschrieb es Sportchef Rouven Schröder, einst mehrere Jahre beim FSV in einer sportlichen Führungsrolle tätig. "Wir müssen ganz anders auftreten als zuletzt. Niemand von uns möchte mit null Punkten in die Länderspielpause gehen."

Eugen Polanski, seit Sonntag ehemaliger Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach.
Der Trainer:
"Die zuletzt gezeigten Leistungen haben zu der Entscheidung geführt, Eugen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden", hatte Schröder einen Tag nach der Niederlage in Freiburg in den Vereinsmedien nach Polanskis Entlassung zu Protokoll gegeben. Der ehemalige 05-Profi, der von 2009 bis 2013 einst 91 Partien für den FSV absolviert hatte, ist in Mönchengladbach also Geschichte. Erst im November vergangenen Jahres hatte er die Cheftrainerstelle angetreten. Für die Mainzer kommt es zum Wiedersehen mit Jan-Moritz Lichte. Der 46-Jährige war unter Sandro Schwarz und Achim Beierlorzer Co-Trainer der 05ER und sammelte von September bis Dezember 2020 seine ersten Erfahrungen als Cheftrainer am Bruchweg. Jetzt wird Lichte, der zwischenzeitlich Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft und Nachwuchstrainer bei Manchester City war, die Borussia interimsmäßig betreuen, bis ein neuer Cheftrainer da ist.

Phillipp Mwene holte beim siegreichen Mainzer Gastauftritt in der Rückrunde der vergangenen Saison den entscheidenden Elfmeter heraus.
Der Kader:
Mit einer Mischung aus Erfahrung und entwicklungsfähigen Spielern hatten die Gladbacher ihren Kader vor der Saison zusammengestellt und ihm in Teilen ein neues Gesicht gegeben. Unter anderem die viele Jahre prägenden Akteure Rocco Reitz und Nico Elvedi verließen den Klub. Rückkehrer Ko Itakura, Nicolas Kühn, Ex-05ER Daniel Batz als zweiter Torhüter sind unter anderem neu dabei. Dazu kamen Isac Lidberg, Enzo Leopold und David Herold aus der zweiten Liga. Mit Jan Leszczynski, Zento Uno oder Hugo Bolin wechselten außerdem talentierte Jungs aus ausländischen Ligen nach Mönchengladbach. Schlüssel- und Zielspieler in der Offensive ist wieder Tim Kleindienst. Der 31-Jährige hatte fast die komplette vergangene Saison verletzt gefehlt und soll nun wieder mit Physis, Kopfballstärke und Torgefahr glänzen.

Das letzte Mal:
Im April hatten sich die 05ER dank einer Energieleistung zum Ende einer Englischen Woche beim letzten Aufeinandertreffen mit der Borussia in Mönchengladbach einen wertvollen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt sichern können. Dieser fiel nur deswegen glücklich aus, weil der Ausgleich Nadiem Amiri erst mit der allerletzten Aktion der Partie aus elf Metern gelang. Den Strafstoß hatte der eingewechselte Phillipp Mwene herausgeholt. Zuvor waren die 05ER dem frühen Rückstand - Joe Scally hatte in der Anfangsphase getroffen - lange hintergelaufen, waren aber immer wieder an Moritz Nicolas oder mangelnder Präzision und Effizienz gescheitert. Die von Cheftrainer Urs Fischer eingeforderte Reaktion auf das Aus in der Conference League in Straßburg wenige Tage zuvor hatte das Mainzer Team in den 98 Minuten allemal gezeigt.
