Profis 11.01.2019 — 18:00 Uhr

Aarón: "Wir werden noch besser"

Im Trainingslager in seiner spanischen Heimat fühlt sich der Linksverteidiger rundum wohl, ist aber auch bei den 05ern in Mainz längst angekommen

 

 

Im vergangenen Sommer sah Aarón Martín die Zeit gekommen. Seinen Traum vom Profidasein hatte er sich bereits erfüllt und bei seinem Ausbildungsverein Espanyol Barcelona erste Erfahrungen in der Primera Division gesammelt. Für die persönliche Weiterentwicklung betrachtete er aber eine Luftveränderung, eine Station im Ausland, als förderlich. Da kam der Anruf von Rouven Schröder gerade richtig, der den 21-jährigen Linksverteidiger schließlich davon überzeugen konnte, am Bruchweg heimisch zu werden. Schließlich hatte Aarón auch davon gehört, dass der FSV sich gerade für junge Spieler schon des Öfteren als gute Adresse erwiesen hat, um auf ein neues Level zu gelangen. Gehört hatte er zudem davon, dass man auch in Mainz einen Traum lebt.

Zurückhaltend, manchmal fast schüchtern, aber höflich und aufgeräumt kommt der spanische U21-Nationalspieler daher. Dieser Tage ist er unter der Sonne Andalusiens besonders glücklich, findet doch das Wintertrainingslager des FSV im Jahr 2019 in seinem Heimatland statt, dem er zugunsten der 05er im Sommer vorerst den Rücken gekehrt hatte. Eine Entscheidung, die er bislang zu keiner Sekunde bereut hat, wie er im Gespräch in der Lobby des Teamhotels unterstreicht: "Zwei Dinge haben den Ausschlag gegeben für mich: Der Verein wollte mich unbedingt, hinzu kam der Reiz, einfach mal etwas Neues zu erleben fernab der Heimat. Die Erwartungen haben sich für mich bestätigt" so Aarón, der angekommen ist beim FSV. "Mainz ist ein sehr familiärer Verein, das hat mir gerade am Anfang sehr geholfen. Ich bin Stammspieler, alles läuft perfekt", sagt der Spanier, der sich nach 16 Hinrunden-Einsätzen in der Liga auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfen konnte.

"Fußball macht so einfach noch viel mehr Spaß"

Mit dem Saisonmotto der 05er UNSER TRAUM LEBT, auf spanisch Nuestro Sueño Vive, ist er mittlerweile vertraut. Und möchte dazu beitragen, dass der Traum weiterlebt. "Das ist natürlich eine Verpflichtung und ernst zu nehmen, wenn ein Verein diese Historie hat. Ich kann mich damit wunderbar identifizieren", erläutert der Defensivmann, der zunehmend offensiven Verplfichtungen nachzugehen hat seit der Umstellung auf ein 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute. "Natürlich bin ich im Spiel nach vorne nun noch mehr gefordert. Generell gefallen mir das System und die Vorgaben des Trainers. In der Raute kann man schöneren Fußball spielen. Sie bietet mehr Möglichkeiten, macht uns flexibler und noch weniger ausrechenbar. Fußball macht so einfach noch viel mehr Spaß. Wir haben eine talentierte Mannschaft und können in dieser Ausrichtung richtig gut 'kicken', wie Sandro immer sagt. Die Umstellung hat uns gut getan", sagt Aarón rückblickend. Eine große Umstellung habe sie aber für ihn persönlich nicht bedeutet. Grundsätzlich sei die Idee von Fußball bei Espanyol eine sehr ähnliche gewesen. "Dennoch fällt mir auf, wie detailliert die Arbeit jeden Tag, in jedem Training ist. Alles findet auf einem unheimlich hohen Niveau statt, was als junger Spieler sehr wertvoll ist. Denn auch ich möchte mich natürlich kontinuierlich weiterentwickeln."

Vor allem offensiv gelte es an seiner Bilanz zu arbeiten. Einen Scorerpunkt hat er in der Hinrunde sammeln können, bereitete beim 1:1 am 2. Spieltag in Nürnberg den Treffer von Jean-Philippe Mateta vor. Noch mehr Genauigkeit und Zielstrebigkeit bei offensiven Ausflügen stehen nun auf dem Programm. Apropos Mateta: Häufiger sieht man die beiden Teamkollegen während des Trainingslagers im gestenreichen Zwiegespräch. Auf die Frage, auf welcher Sprache sie kommunizieren, muss Aarón lachen. "Jeder auf seine Weise", verrät Aarón, um nahtlos überzuleiten und auf das gesamte Team einzugehen: "Man muss schon sagen, dass diese Kameradschaft bei uns mir einen zusätzlichen Push gibt. Es ist schon erstaunlich wie schnell das funktioniert hat. Das spiegelt sich auch auf dem Platz wider. Und wir werden noch besser."

In Mainz, wo Aarón im Sommer bis 2022 unterschrieben hat, möchte er nun weiter Grundlagen schaffen für die nächsten Entwicklungsschritte, denn Ziele und Träume hat natürlich auch der 21-jährige. Zum einen sind da die spanische Nationalmannschaft und Titelgewinne, zum anderen möchte er, wie oben beschrieben, noch mehr Offensivpower entwickeln. Ganz wie sein fußballerisches Vorbild Marcelo von Real Madrid, der mit den Königlichen bekanntlich zuletzt gleich dreimal in Serie die Champions League gewinnen konnte.

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