Verein 19.06.2020 — 10:30 Uhr

14 neue Mitglieder und viel Zustimmung

Warum wir auch in Zukunft nicht schweigen werden

Die Diskussion um die mit rassistischen Äußerungen angereicherte Kündigung eines Mitglieds hat in der vergangenen Woche nach unserer Veröffentlichung in der Medienberichterstattung und den sozialen Medien hohe Wellen geschlagen. Vor allem aber hat die Haltung von Mainz 05, den Austritt des Mitglieds öffentlich zu machen, zu begrüßen und auf die obligatorische Kündigungsfrist zu verzichten, uns erheblichen Zuspruch gebracht – und zwar über die Klub- und Landesgrenzen hinaus. 

Das ehemalige Mitglied hatte sich über den angeblich zu hohen Anteil "dunkelhäutiger" Spieler in der Startelf unserer 05ER beschwert und wähnte sich "beim Afrika-Cup". Diese an der Hautfarbe unserer Spieler orientierte und damit rassistische Bemerkung konnten wir nicht stehen lassen.   

Viele Fans lobten die Haltung von Mainz 05 in ihren Kommentaren. Manche gingen sogar noch weiter: 14 neue Mitglieder haben sich spontan und ausdrücklich mit Bezug auf die Positionierung dem Verein angeschlossen. Vier Personen spendeten dem Verein sogar den vermeintlich durch die Kündigung des Fans entgangenen Jahresbeitrag, eine Spende davon kam aus England. Die Unterstützung in den sozialen Medien zog weite Kreise. Unsere eigenen Spiele wie Moussa Niakhaté und Robin Quaison oder unser ehemaliger Spieler Anthony Ujah bedankten sich für das Statement des Vereins, Zuspruch kam beispielsweise auch von TV-Moderator Joko Winterscheidt. 

Wir wollen aber auch nicht unterschlagen, dass es auch negatives Feedback gab, in Teilen angereichert mit unverhohlenem Rassismus und Beleidigungen. Manch kritische Antwort enthielt dabei auch die Frage: Musste der Vorgang der Kündigung von uns so an die Öffentlichkeit getragen werden? Wir sagen: ganz klar ja! 

Uns war es wichtig aufzuzeigen, dass es auch ein Verein, der sich in seinen sozialen Projekten wie dem 05ER KidsClub oder dem 05ER Klassenzimmer und gemeinsam in vielen Aktionen mit seinen Fans ausdrücklich und schon seit vielen Jahren positiv für die Stärkung seiner weltoffenen und toleranten Grundhaltung einsetzt, im Alltag mit rassistischen Motiven konfrontiert wird. 

Manch kritische Antwort enthielt dabei auch die Frage: Musste der Vorgang der Kündigung von uns so an die Öffentlichkeit getragen werden? Wir sagen: ganz klar ja! 

Uns war es wichtig zu offen anzusprechen, dass es eine Form von Alltagsrassismus gibt, wenn Menschen über ihre Herkunft oder Hautfarbe definiert werden, die wahrscheinlich jedem von uns irgendwann schon einmal aufgefallen ist.

Wir wollen alle Menschen darin bestärken im Alltag Haltung zu zeigen, auch wenn man hierfür in nicht nur positives Feedback erhält. 

Wir mussten klar machen, dass wir rassistische Haltungen oder Äußerungen nicht tolerieren.

Wir mussten klar machen, dass wir rassistische Haltungen oder Äußerungen nicht tolerieren. Das steht uns in der Satzung und im Leitbild ins Stammbuch geschrieben. Vor allem sind wir dies aber allen Menschen, die unter Rassismus leiden, unseren Schwarzen Spielern und auch uns selbst schuldig – und zwar unabhängig von sportlichen Erfolgen oder eben schwierigeren Phasen. 

Wir werden auch in Zukunft nicht schweigen! 

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