Profis 18.02.2020 — 13:20 Uhr

05ER mit klaren Prioritäten: "...jeder hat verstanden"

Torhüter Robin Zentner lobt nach zweiter weißer Weste der Saison seine Vorderleute - Neuzugang Bruma als Stabilisator

Gemeinsam mit seinen Innenverteidiger-Kollegen Jeffrey Bruma und Moussa Niakhaté räumte Jeremiah St. Juste gegen Schalke (fast) alles ab.

Das 0:0 am Wochenende gegen Schalke 04 war nach dem 5:0 in Bremen erst das zweite Spiel in dieser Saison ohne Gegentor. "Ich freue mich darüber, es war an der Zeit", sagte Robin Zentner, der jedoch unmittelbar nach dem Abpfiff erst einmal wütend seine Vorderleute in den Senkel stellte. Eine Unachtsamkeit in der Nachspielzeit hätte den FSV schließlich fast mit leeren Händen da stehen lassen.

"Klar, war ich böse. Wenn der Ball reingeht und wir verlieren hier das Ding, dann ist jeder sauer", sagte der 05-Torhüter. "Ich habe erst einmal in die Allgemeinheit rein geschimpft und dann stand da JP." Zentner schnappte sich Jean-Philippe Mateta und las dem Mittestürmer stellvertretend für alle anderen kräftig die Leviten. Weston McKennie hatte nach einer Ecke den Ball glockenfrei knapp neben das Tor geköpft. "Der darf da nicht so zum Kopfball kommen", schimpfte der Keeper. Wer es letztlich gewesen sei, der den Schalker nicht im Auge hatte, das spiele keine Rolle. "Es geht darum, dass wir alles dafür tun, dass so etwas in der 91. Minute nicht passieren darf."

Gute Spieler lassen sich immer relativ schnell in eine Mannschaft integrieren

Trotzdem bescheinigte der 05-Schlussmann seiner Abwehr eine starke Leistung. "Wir haben gut nach vorne verteidigt, hatten eine gute Restverteidigung, haben die Stürmer nicht ins Spiel kommen lassen. Dass zwei, drei Chancen für den Gegner entstehen, ist normal und kein Problem." Vielleicht liegt die wiedergefundene Stabilität in der Defensive auch an Jeffrey Bruma, der in den beiden vergangenen Spielen souverän im Zentrum agierte. "Ich denke aber auch, jeder hat verstanden, um was es geht, und dass es zunächst einmal ist, dass wir defensiv stabil stehen", so Zentner. Der Winterzugang hat sich in dieser Hinsicht bereits jetzt als klare Verstärkung erwiesen. "Gute Spieler lassen sich immer relativ schnell in eine Mannschaft integrieren", erklärte Achim Beierlorzer. "Jeffrey ist ein richtig erfahrener, guter Innenverteidiger. Er ermöglicht unseren beiden anderen, dass sie gegen den Ball arbeiten, aktiv nach vorne verteidigen. Trotzdem ist im Zentrum noch jemand da. Er organisiert es gut und tut all das, was man in der Position braucht", betonte der Trainer.

So viel Zeit muss sein: Selfie-Time mit Robin Zentner nach dem Schlusspfiff.

Gegen Schalke spielte der 28-jährige Niederländer wie schon in Berlin als zentraler Mann einer Dreierkette mit Jeremiah St. Juste und Moussa Niakhaté, die ebenfalls stark aufspielten, alles abräumten und gerade auf den Halbpositionen immer wieder von hinten das Spiel ankurbelten. "Defensive Verlässlichkeit ist der Schlüssel, um erfolgreich zu sein", sagte Beierlorzer. "Natürlich ist eine Dreierkette, wenn sie so gut spielt, wie sie es momentan tut, was Stabiles. Wir mussten die Defensive stabilisieren, wir können ja nicht die Schießbude der Liga bleiben."

Von außen betrachtet, bestätigte Rouven Schröder, wirke diese Dreierkette mit Bruma sehr kompakt. "Ich fand es beeindruckend, dass Jeffrey trotz der frühen Gelben Karte sehr mutig weiter verteidigt hat, vieles gelöscht und die Kette beieinander gehalten hat. Seine zentrale Rolle passt da sehr gut."

Keine Klausel

Der erfahrene Abwehrspieler selbst gab sich angesichts des Lobes eher zurückhaltend. "Ich habe viele Zweikämpfe gewonnen und glaube, es war ganz in Ordnung", sagte Bruma. Dass die Mannschaft nun hinten mehr Stabilität habe, dem stimme er zu. "Es ist ein Schritt nach vorne. Das Ganze müssen wir ausbauen, diese kleine Serie ausbauen und weitermachen, versuchen gegen jeden Gegner was zu holen", betonte der Routinier, der seine eigene Rolle dabei nicht in den Vordergrund stellen wollte. "Dafür bin ich hier. Ich versuche meinen Job zu machen und zu helfen."

Darüber haben wir gar nicht gesprochen

Am Fastnachtssonntag gibt's für Bruma ein Wiedersehen mit seinen alten Kollegen vom VfL Wolfsburg. Doch auch das will der Neu-Mainzer nicht überbewertet wissen. "Natürlich kenne ich alle, wir haben drei Jahre zusammengearbeitet. Doch es ist am Ende ein Spiel, das auch ich gerne gewinnen will. Wir brauchen die Punkte", sagte Bruma, der in diesem Auswärtsspiel auch eingesetzt werden darf. Eine Klausel - wie zuletzt bei etlichen Wechseln innerhalb der Bundesliga üblich - dass der Profi im direkten Duell mit seinem Ex-Klub nicht mitwirken darf, gibt es nicht. "Darüber haben wir gar nicht gesprochen", so Sportvorstand Schröder.

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