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Profis 14.01.2026 - 19:30 Uhr

"Sieg, der in erster Linie an die Fans geht"

FSV tankt gegen Heidenheim Selbstvertrauen beendet heimische Negativserie

Am Ende eines nervenaufreibenden Abends in der MEWA ARENA hatten weit mehr als 300 Tage des Wartens ein Ende. 325 Tage nämlich war es her gewesen, dass der FSV mit seinen Fans einen Bundesliga-Heimsieg bejubeln durfte. Angesichts der brisanten Ausgangslage vor dem mit 2:1 gewonnenen Kellerduell bedeutete diese Statistik nur eine Randnotiz, die von der riesigen Erleichterung, Begeisterung, aber auch durch den Stolz im 05-Lager in den Schatten gestellt wurde. Nach vier Zählern aus zwei Partien im neuen Jahr sowie vier ungeschlagenen Liga-Partien in Serie haben die Rheinhessen die Rote Laterne zunächst wieder abgeben können und Tuchfühlung hergestellt ans untere Tabellenmittelfeld.

"Es wird ein Kampfspiel, in dieser Jahreszeit ist es nicht immer leicht, Fußball zu spielen. Am Ende wird nicht wichtig sein, wie wir die Punkte holen, sondern, dass wir sie holen“, hatte der Cheftrainer im Vorfeld der Begegnung Worte gewählt, die zutreffender kaum hätten sein können angesichts des Spielverlaufs. Über den Kampf hatte das Team von Urs Fischer hineingefunden in das Duell, war verdient in Führung gegangen, hatte diese nach wunderschöner Kombination zwischen Phillip Tietz und Nadiem Amiri ausgebaut, es dann aber – ähnlich wie wenige Tage zuvor in Berlin – verpasst, den Deckel drauf und den Sack zuzumachen. So zitterten alle Mainzer unter den 24.500 Zuschauern in der Arena bis zum Schluss, nur, um nach Ablauf der Nachspielzeit eine kleine Fiesta am Rhein zu starten. "Die letzten 20 Minuten geben ein bisschen Material, das sich die Jungs noch einmal anschauen müssen“, sagte der Schweizer Fußballlehrer nach der Partie, ergänzte aber den viel wichtigeren Aspekt: „Ich bin sehr glücklich für die Jungs, dass sie sich endlich einmal belohnt haben.“

05ER.TV 13.01.2026

PK nach #M05FCH

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Wie wichtig es sei, gemeinsam Erfolge zu feiern, das Gefühl zu erleben, hatten die Verantwortlichen zuletzt immer wieder betont. Durch nichts zu ersetzen seien Siege, die Glauben und Mentalität stärken. Schlussendlich lässt sich durch die lang andauernde Negativserie auch erklären, weshalb die Schlussphasen in Berlin sowie gegen Heidenheim zu eben jenen Zitterpartien wurden. Der FSV hatte jeweils drei Punkte vor Augen, plötzlich mal wieder etwas zu verlieren und tütete sie gegen Heidenheim dann auch endlich ein. "Sowohl moralisch als auch inhaltlich“, war Niko Bungert nach dem Dreier überzeugt, bringe das 2:1 die Mannschaft weiter. Wie das Ergebnis zustande kam, sei ihm "relativ egal“. "Wir haben es geschafft, dass wir es über die Zeit bringen mit Kratzen, Beißen, alles reinwerfen. Das gibt uns einen weiteren Schub und Selbstvertrauen“, so der erleichterte Sportdirektor weiter. 

Von Tag eins auf einer Wellenlänge: Phillip Tietz & Nadiem Amiri nach dem Sieg über Heidenheim.

Und dann waren da noch die Erkenntnisse eines weiteren prägenden Protogonisten dieses noch jungen Jahres, der das 05-Emblem erst seit zwölf Tagen auf der Brust trägt, aber keinen Zweifel daran lässt, voll und ganz hinter seiner Mission als Mainzer zu stehen: "Mich freut es ungemein, dass wir diesen Heimsieg geschafft haben. Da fällt einem ein Stein vom Herzen. Es ist ein Sieg, der in erster Linie an die Fans geht, die so lange darauf gewartet haben. Seit Urs Fischer da ist, haben wir kein Spiel verloren – das darf man nicht vergessen. 2026 haben wir vier Punkte mitgenommen. Das sind positive Neuigkeiten, auf die wir aufbauen können. Wir wissen, dass wir unten drinstehen: Das ist doof, aber wir müssen uns an positiven Dingen festhalten“, so Winter-Neuzugang Tietz, der nach dem Abpfiff selbst als erster Anpeitscher vor die Fans getreten war und sie animiert hatte. "Ich selbst komme peu à peu rein. Ich habe noch kein Tor gemacht, aber diese Woche einen Assist. Hoffentlich kann ich mich in Köln mit einem Tor belohnen. Ich bin guter Dinge.“ Bei den Kölnern bietet sich am Samstagnachmittag die Chance, den Abstand auf einen weiteren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zu verkürzen. Der Glaube lebt beim FSV, der auch in Müngersdorf wieder von mehr als 3.000 mitreisenden Mainzern unterstützt werden wird. Dort soll beim Rückrunden-Auftakt der nächste kleine Schritt gemacht werden im Marathon Abstiegskampf, auf den sich die 05ER längst eingestellt haben.

Die Pressekonferenz vor der Partie beginnt am Donnerstagnachmittag (14 Uhr, live auf 05ER.tv).